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Kühn vorangehen im Laufe meines Lebens

Mona Kleinfeldvon Mona Kleinfeld
Identität
Kühn vorangehen im Laufe meines Lebens

Mit diesem Blogbeitrag möchte ich ein wenig persönlicher werden, als du es bisher von mir gewöhnt sein könntest. Gerne möchte ich dich diese Woche ein wenig mit hineinnehmen, wie Gott sich ganz persönlich in meinem Leben gezeigt hat und auf welche Weise er dies weiterhin tut.

Es ist nun schon fast zehn Jahre her, dass ich ihm Rahmen einer Gemeindefreizeit Folgendes in mein Leben gesprochen bekam: „Gott möchte dich formen und zu einer Frau des Glaubens ausstatten, die kühn vorangeht und auf diesem Weg den unterschiedlichsten Menschen begegnet.“ Meinerseits mal kurz und knapp zusammengefasst.

Tja, und dann stehst du dort. Mit dieser Aussage. Was genau fange ich nun damit an? Für dich als kleine Hintergrundinformation: Ich bin in einer Pfingstgemeinde aufgewachsen, habe mich dort viele Jahre engagiert und wurde mit 18 Jahren getauft. Als ich besagte Worte zugesprochen bekam, war ich genau in dieser Phase des christlichen, jugendlichen Strebens nach „mehr“. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich mich damals zunächst voller Eifer und sehr intensiv mit dem Begriff des Glaubens auseinandergesetzt habe. „Was ist nun also der Glaube […]“ mag dir direkt als Vers in den Sinn kommen. Hebräer 11 habe ich, wie einige andere Stellen in der Bibel, damals ziemlich oft bis ins kleinste Detail gelesen und ich habe stets überlegt, was ich daraus für mich ziehen kann. Ebenso, wie es sich mit dem Begriff der Kühnheit verhält, und zwar ganz persönlich für mich.

Wenn ich nun auf diese Zeitspanne zurückblicke, wird eines doch ersichtlich: Das ganze Thema Glaube ist ein lebenslanger Prozess. Für mich gibt es nicht den einen Moment, in dem ich genug Glauben entwickelt habe. Vielmehr wächst dieser, indem sich meine Beziehung mit Gott weiterentwickelt. Ungewissheit. Ausharren. Spannung. Vorfreude. Göttliches. Diese Begriffe vereinen für mich den Glauben. Sicherlich kann dies noch ergänzt und erweitert werden, doch meine Aussage wird hoffentlich deutlich: Indem ich gemeinsam mit Gott loslaufe, auch, wenn nicht alles eindeutig ist, und versuche, diese Spannung der Ungewissheit anzugehen, lerne ich nach und nach in dieser Beziehung mit Gott, meinen Glauben zu festigen. Auf diese Weise schreibt Gott mit mir Geschichte.

Praktisch zeigt sich dies für mich, indem Gott diese Entwicklung mit mir dafür nutzt, dass ich bewusster und prägnanter bete und ringe. Thaddäus hat vor ein paar Monaten das Buch "Der Kreiszieher" vorgestellt, und auch, wenn mein Alltag natürlich nicht so aussieht, dass ich 24/7 bete, hat sich meine Art zu beten seitdem verändert. Dadurch durfte ich einige Momente erleben, in denen Gott Dinge wiederhergestellt oder sich Beziehungen angenommen hat, die auf dem Tiefpunkt waren. Den Ausgang einiger Anliegen, für die ich gebetet habe, werde ich wohl nie erfahren, doch mich selbst stärken diese Glaubensgebete, wie ich sie einfach mal nenne, ungemein.

Gleichzeitig ist es sehr herausfordernd. Um nur auf ein paar Begebenheiten einzugehen, war ich in den letzten Jahren mit vielen Umbrüchen, Trauer und dem Niedergang von persönlichen Wünschen konfrontiert. Man denkt, man sei bereits am Boden, und dann kommt immer mehr dazu, sei es im Beruf, in der Liebe oder aber im Hinblick auf die wichtigsten Freundschaften. Du wirst sicherlich deine eigenen Tiefschläge erlebt haben, weshalb ich dir vergewissern kann: Auch dann, in diesen Momenten des langen Ausharrens und der vollkommenen Erschöpfung, bleibt Gott treu und bei dir. So einige Dinge werden anders verlaufen, als wir sie uns vorstellten, und entsprechen nicht dem, was wir gebetet haben. Doch Gott bleibt treu und daran darf ich festhalten. Mit dieser Haltung kann ich sinnbildlich wieder aufstehen und mich ins nächste Ungewisse wagen. All dies ist meine persönliche Reise mit Gott, die er gebrauchen wird, damit ich schlussendlich kühn vorangehen kann.