Psalm
Kapitel 77, Vers 1–11
Gott, hast du uns für immer verstoßen?
1Ein Lied von Asaf. Für Jedutun. 2Ich rufe zu Gott, ja, ich schreie mein Gebet hinaus, damit er mich endlich hört. 3Ich habe große Angst und sehe keinen Ausweg mehr. Unaufhörlich bete ich zu Gott – sogar in der Nacht strecke ich meine Hände nach ihm aus. Ich bin untröstlich. 4Wenn ich an Gott denke, fange ich an zu seufzen; grüble ich über meine Lage nach, so verliere ich allen Mut. 5Ich kann nicht schlafen, weil er mich wach hält; die Unruhe treibt mich umher und lässt mich verstummen. 6Ich erinnere mich an frühere Zeiten, an Jahre, die längst vergangen sind, 7als ich beim Spiel auf der Harfe noch fröhlich sein konnte. Jede Nacht grüble ich nach; das Herz wird mir schwer, weil meine Gedanken immer um die gleichen Fragen kreisen: 8Hat der Herr uns für alle Zeiten verstoßen? Wird er nie wieder freundlich zu uns sein? 9Ist seine Gnade für immer zu Ende? Gelten seine Zusagen nicht mehr? 10Hat Gott vergessen, uns gnädig zu sein? Warum verschließt er vor uns im Zorn sein Herz? 11Das ist es, was mich am meisten schmerzt: Gott, der Höchste, verhält sich jetzt anders als vorher – er setzt sich nicht mehr für uns ein!
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Weitere Infos →Findest du diese Verse für heute ermutigend? Sagen wir es mal so: Diese Worte sind ehrlich. Sie sind authentisch. Sie kamen direkt aus dem Herzen Asafs, der diesen Psalm geschrieben hat. Er beschönigte seine Situation nicht. Asaf ließ seinem Schmerz und seinem Frust vollen Lauf. Und er brachte es an einer Stelle treffend auf den Punkt, wie er wirklich dachte:
"Das ist es, was mich am meisten schmerzt: Gott, der Höchste, verhält sich jetzt anders als vorher – er setzt sich nicht mehr für uns ein!" [11]
Soll ich auch ehrlich mit dir sein? An so manchen Stellen in meinem Leben habe ich genauso empfunden wie Asaf. Ich habe Gott nicht mehr verstanden. Ich wusste nicht, ob ich irgendwas falsch gemacht hatte, in jedem Fall spürte ich Gott weniger. Auf einmal sind die Dinge total schiefgelaufen, obwohl ich augenscheinlich nicht etwas dafür konnte. Diese empfundene Ungerechtigkeit hat es leider ziemlich gut drauf, uns von Gottes Herzen zu trennen, sodass wir ihm nicht mehr wirklich vertrauen. Eventuell kennst du diese Situation ja auch, wenn du das hier gerade liest.
Halte dir vor Augen, dass du immer ehrlich mit Gott sein solltest. Brich den Kontakt mit Gott nicht ab, sondern bete weiter. Lass bei ihm aufrichtig und ohne Beschönigung deinen Schmerz und deine wahren Gedanken zum Ausdruck kommen. So, wie es auch in diesem biblischen Psalm getan wurde.
Gott halten deine Zweifel an ihm nicht davon ab, dich zu lieben. Gott möchte dich durch deinen Zweifel hindurchtragen und dir (erneut) den Glauben an und das tiefe Vertrauen auf ihn schenken. Warte nur ab, Gott ist mit dir und deiner Geschichte noch nicht am Ende. 😊