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Ansprechbar: "Kann Gott enttäuscht von mir sein?"
Vielleicht hast du auch solch eine Erinnerung an deine Kindheit. Du kommst von der Schule nach Hause und dein Schulrucksack fühlt sich noch schwerer an als sonst, weil da eine richtig miese Note auf der zurückgegebenen Matheklausur steht. Zu Hause erzählst du auch deinen Eltern davon. Du siehst ihnen den enttäuschten Blick an, auch wenn sie dich umarmen und auch trösten, weil du selbst ebenso enttäuscht von dir bist.
Vielleicht hast du aber auch schon viel dramatischere Enttäuschungen erlebt. Du hast jemanden für eine lange Zeit belogen. Die Person findet das heraus, und der enttäuschte Blick, den sie dir dann entgegenwirft, schmettert dich innerlich zu Boden. Die Beziehung ist beendet.
Wie auch immer deine Erfahrungen mit dem Thema „Enttäuschung“ sind, du wirst diese unbewusst auch auf Gott übertragen. Denn er ist ebenso ein Gegenüber von dir, wenngleich er doch ein ganz anderes Gegenüber ist, eben nicht menschlich, sondern Gott selbst.
Wie sieht also Gottes Umgang mit Enttäuschung aus? Kann Gott überhaupt enttäuscht von mir sein, wenn ich mal wieder etwas falsch gemacht habe, wie Menschen es eben tun?
Dieser spannenden Frage zu deiner Beziehung mit Gott und deren Beantwortung möchten wir uns heute gern annähern. Aber: Da niemand von uns Gott selbst ist, sammeln wir unsere Informationen über ihn nur aus seinem Wort, der Bibel, und wir versuchen das, was wir hier über ihn im Gesamten erfahren, zu kombinieren und darauf aufbauend dann folgende Frage so gut wie möglich zu beantworten: „Kann Gott enttäuscht von mir sein?“ Also kein Anspruch auf Vollständigkeit und absolute Richtigkeit :-)
1. Gott kann sich nicht über dich täuschen!
Enttäuschung bedeutet ja in sich, dass jemand eben „ent-täuscht“ wurde. Jemandem, also in dem Fall Gott, wird eine Täuschung über jemanden oder über eine bestimmte Sache genommen. Nun ist es aber so, dass Gott ja allmächtig und allwissend ist. Rein logisch weitergedacht kann Gott also grundsätzlich nicht in dem Sinne enttäuscht sein, dass er sich über das Herz eines Menschen geirrt hätte und dann auf einmal erkennen würde, wie jemand wirklich ist. So steht bspw. auch in 1. Samuel 16:7, dass Gott immer tief in die Herzen der Menschen schaue, die Menschen selbst aber nur sehen würden, was vor Augen ist. Menschen könnten sich also täuschen über andere, Gott jedoch nicht.
Auch die folgende Passage zeigt die tiefe Einsicht Gottes, Jesu Christi, in die Herzen der Menschen. Ihm kann niemand etwas vormachen. Ihn kann daher also auch niemand in dem Sinne eines Irrtums enttäuschen:
„Während des Passahfestes hielt sich Jesus in Jerusalem auf. Viele Menschen erlebten die Wunder, die er vollbrachte, und glaubten deshalb an ihn. Aber Jesus vertraute sich ihnen nicht an, weil er sie genau kannte. Ihm brauchte niemand etwas über die Menschen zu sagen, denn er wusste, was in jedem Einzelnen vor sich geht.“ (Johannes 2:23-25)
2. Gott kann jedoch traurig über dein Handeln sein!
Wir halten fest: Gott kann nicht wirklich enttäuscht sein. Nicht in dem Sinne, wie wir das Gefühl von Enttäuschung über jemanden oder über eine Sache kennen. Was die Bibel jedoch schon deutlich zeigt, ist, dass Gott traurig über das Handeln von Menschen werden kann. Selbst wenn er ihr Handeln kennt und bereits vorher davon wusste, stimmt es ihn genauso traurig oder wütend, wenn es dann passiert, wie dann, wenn er es eben nicht gewusst hätte. Hier nur ein paar biblische Beispiele dafür:
So weinte Jesus am Grab des Lazarus, weil die Menschen nicht glaubten, er könne ihn heilen. Der Unglaube machte ihn traurig (vgl. Johannes 11:35). So weinte Jesus auch über den Unglauben des ganzen Volkes Israel, das können wir in Lukas 19:41-46 nachlesen. Gott, der Vater, wird insbesondere im Rahmen des Alten Testaments wegen des Verhaltens von Menschen häufig traurig und auch sehr zornig (vgl. z. B. 5. Mose 6:14+15; Jeremia 8:18; Hiob 9:5).
Wir halten also fest:
Gott kann traurig wegen Menschen sein, und Gott kann zornig wegen Menschen sein. Er kann jedoch nicht im menschlichen Sinne von jemandem enttäuscht sein, da er die Herzen der Menschen kennt und ihn nichts überraschen wird. Er ist allmächtig und allwissend. Betrachtet man dies alles nun noch im Licht des Evangeliums von Jesus Christus, so bekommt es eine noch hoffnungsvollere Perspektive: Jesus Christus starb für dich und mich und für alle Schuld vor Gott, die wir jemals auf uns geladen haben oder laden werden, wodurch Gott womöglich traurig oder wütend wird. Wer dieses Geschenk der Rettung annimmt, ist von nun an Gottes Kind (vgl. Römer 8; Johannes 3:16+17). So wie auch in der berühmten Geschichte des verlorenen Sohnes aus Lukas 15:11-32 trägt uns Gott unsere Vergehen nicht mehr nach und wendet sich aus Trauer oder Zorn eben nicht von uns ab. Wir dürfen dann immer in seine Arme rennen. Gott sieht dich und mich dann durch die Augen seines perfekten Sohnes Jesus Christus an:
„Denn Gott hat beschlossen, mit seiner ganzen Fülle in ihm [Jesus Christus] zu wohnen und alles im Himmel und auf der Erde durch ihn mit sich zu versöhnen. Ja, Gott hat Frieden gestiftet, als Jesus am Kreuz sein Blut vergoss. Auch ihr wusstet früher nicht, was es bedeutet, mit Gott zu leben; ihr wart seine Feinde durch alles Böse, das ihr gedacht und getan habt. Doch indem Christus Mensch wurde und am Kreuz starb, hat Gott euch mit sich selbst versöhnt. Jetzt gehören wir zu Gott und stehen befreit von aller Sünde und Schuld vor ihm da.“ (Kolosser 1:19-22)
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