Der Kaffee war noch heiß, als ich meine Bibel aufschlug und über einen Vers im Titusbrief stolperte.
Darin ermutigte Paulus Titus, in der Gemeinde, in der er sich gerade aufhielt, Älteste einzusetzen. Er nannte ihm einige Voraussetzungen, die ein Ältester mitbringen sollte. Unter anderem schrieb er, dass ein Ältester ...
„… gastfreundlich und ein Freund des Guten sein (soll).“ (Titus 1:8 NeÜ)
Ich musste bei der Formulierung „Freund des Guten“ stocken. Vielleicht war es auch der Heilige Geist, der an mein Herz klopfte. Ich dachte weiter über diese Worte nach und dachte mir: Ja, genau das möchte ich werden und sein. Ein Freund des Guten.
Was bedeutet es aber, ein Freund des Guten zu sein?
Wenn „das Gute“ mein Freund ist, dann leiten sich daraus verschiedene Dinge ab.
Ich helfe dem Guten.
Für Freunde setzt man sich ein. Gerade dann, wenn sie vielleicht allein dastehen. Oft gehört „das Gute“ nicht zum Mainstream, doch gerade deshalb, weil ich es zu meinen Freunden zähle, stelle ich mich zu ihm.
Ich höre dem Guten zu.
Einem Freund hört man zu. Wenn „das Gute“ also mein Freund ist, dann versuche ich zu verstehen, was es will. Ich höre wirklich hin.
Wenn ich wissen will, was gut ist, kann ich mir anschauen, wie Jesus gelebt und gehandelt hat. Genau hier darf ich „zuhören“.
Ich gehe mit dem Guten durch Höhen und Tiefen.
Mit einem Freund geht man durch Höhen und Tiefen. „Das Gute“ macht häufig einen Umweg und ist vielleicht nicht immer meiner Meinung. Oft bin ich vielleicht auch versucht, den leichteren Weg zu wählen. Doch wenn „das Gute“ wirklich zu meinen Freunden zählt, dann bleibe ich bei meinem Freund, auch wenn wir mal unterschiedlicher Meinung sind.
Am Ende schauen wir zurück und sind dankbar für den gemeinsamen Weg.
„Das Gute“ wird sich auf meine Seite stellen.
Jesus sagte einmal:
„Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde ich mich auch vor meinem Vater im Himmel bekennen.“ (Matthäus 10:32 HFA)
Abgesehen davon, dass Jesus der Inbegriff des Guten ist, glaube ich auch, dass der gute Weg einem langfristig immer zum Besten dienen wird. Vielleicht bedeutet er kurzfristig Verzicht oder einen scheinbaren Nachteil, doch langfristig wird sich die Freundschaft mit „dem Guten“ immer auszahlen.
„Das Gute“ prägt mich.
Oft heißt es, wenn es um das eigene persönliche Umfeld geht:
„Zeige mir deine Freunde, und ich sage dir, wer du in Zukunft sein wirst.“
Wie passend das auch auf unseren Vergleich zu übertragen ist. Freundschaften prägen einen. Im Guten wie im Schlechten. Wenn ich zulasse, dass „das Gute“ mich prägt, wird es Einfluss auf mich nehmen und mich verändern.
Vielleicht klingt es etwas gewöhnungsbedürftig, „das Gute“ zu personifizieren. In diesem Blogbeitrag habe ich es bewusst gemacht, um dir ganz konkret und praktisch zu zeigen, wie du ein Freund des Guten werden kannst.
Am Ende trägt „das Gute“ für mich tatsächlich einen Namen: Jesus. Er ist mein Freund. Für ihn möchte ich mich einsetzen, ihm möchte ich zuhören und mit ihm durch Höhen und Tiefen gehen. Er soll an meiner Seite stehen und mich prägen.
Diese Freundschaft soll mein Leben und mein Handeln bestimmen. Ich möchte dich einladen, heute bewusst diese Freundschaft zu erneuern oder neu einzugehen. Lass uns Freunde des Guten sein.
Ich möchte ein Freund des Guten sein!