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Ist Geld dein Gott?

Miriam Funckvon Miriam Funck
Finanzen
Ist Geld dein Gott?

„Geld regiert die Welt“ heißt es in einem altbekannten Sprichwort und leider muss man oft erkennen, dass an dieser Aussage etwas dran ist. Oft dreht es sich nicht um das Geld direkt, sondern eher darum, welchen materiellen Besitz man vorweisen oder welche tolle Reise man sich leisten kann. In Zeiten von Influencern, Instagram und Werbung überall kann es manchmal schon schwer sein, mit dem zufrieden zu sein, was man hat. Schnell verliert man den Blick auf das, was man hat, und wendet sich eher dem zu, was andere haben und einem selbst fehlt. Ich erwische mich jedenfalls häufiger dabei, wie ich mich ungenügend fühle und in meinem Kopf die Illusion aufkommt, dass ich zu wenig Geld habe, um mir so viele tolle Sachen wie x, y, z leisten zu können. Dabei muss ich mich regelmäßig daran erinnern: ich gehöre (auch finanziell gesehen) zu den reichsten Menschen dieser Welt. Sobald du einen Zugang zu Bildung, Internet, fließendem Wasser & Strom, regelmäßigen Mahlzeiten und Mobilität hast, gehörst du de facto zu den privilegiertesten Menschen global betrachtet. Sicher, wir wissen alle, dass es Menschen woanders schlechter geht als uns, aber wenn ich es an mein Herz lasse, dass ich mit meinem Lebensstandard und nicht mit Armut auf dieser Welt eigentlich eine Ausnahme bin, dann bewegt das etwas in meinem Herzen.

Und trotzdem bleibt die Frage: ist Geld vielleicht mein Gott? Ab und zu muss ich diese Frage definitiv leider mit ja beantworten. Geld bedeutet für mich oft auch Sicherheit. Eine Sicherheit, die ich eigentlich in Gott haben sollte. Schaue ich in die Bibel, werde ich an das Opfer der armen Witwe erinnert (Lukas 21:1-4). Jesus ist im Tempel und sieht, wie eine arme, alte Frau alles in den Opferkasten wirft, was sie hat. Sie vertraut mit ihrem Leben komplett auf den Herrn. Sie ist für mich ein ultimatives Beispiel dafür, dass mein Geld eigentlich gar nicht mir gehört. Es gehört Gott und er hat es mir gegeben, um es zu verwalten. Und am Ende des Tages sollte meine Sicherheit nicht in dem Geld liegen, sondern in ihm. Bin ich bereit, am Ende des Monats meine letzten 50 € in die Kollekte zu werfen, freien Herzens und mit dem Wissen, dass Gott mich versorgt? Bin ich bereit, über den Zehnten hinaus in Gottes Reich zu investieren? Bin ich bereit, großzügig mit meinem Geld umzugehen und es so einzusetzen, wie Gott es mir aufs Herz legt? Und bin ich bereit, mich und auch mein Geld in jeder Situation von Gott gebrauchen zu lassen? Ich will zu all diesen Fragen ja sagen. Ich will, dass mein Geld mir dient und nicht ich dem Geld. Ich will jeden Tag für das dankbar sein, was Gott mir gegeben hat. Ich will mein Geld weise einsetzen und auch verrückte Schritte wagen, denn das sind bis jetzt einige meiner liebsten Geschichten aus meinem Leben: die Momente, in denen ich große Summen weggegeben habe und manchmal sogar direkt sehen durfte, wie dadurch Reich Gottes gebaut wurde. Ich will mich immer wieder daran erinnern: Jesus hat sein Leben für mich gegeben, also will ich ihm alles geben, was ich habe – auch mein Geld.

Repost, 28.06.2018