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Let’s talk about Sex – Teil 3

Lotte Telzervon Lotte Telzer
Liebe
Let’s talk about Sex – Teil 3

Vor bald vier Jahren bin ich zum zweiten Mal Mama geworden. Während beider Schwangerschaften habe ich das Gewicht meines Mannes deutlich und mit Leichtigkeit überholt. 20 Kilo extra hatte ich kurz vor der Entbindung. Diese Kilos sahen mit dicker Babymurmel noch echt süß aus, wirkten nicht so aufgetragen. Hinterher sahen meine neuen Rundungen nicht mehr so sexy aus wie zuvor. Die weiten T-Shirts, die vorher schön über meinem Bauch spannten, waren nun trostlose Säcke über meinem Restspeck, Muffin-Top, meinen Babyfunden oder wie man es auch nennen will. Viele Mütter erzählten mir, wie leicht man die extra Kilos wieder loswürde, wenn man nur lange genug stillt. Nicht so bei mir. Fitnessstudio und gesunde Ernährung waren dran für mich. Nur fehlten mir dafür der Elan und die nötige Energie. Denn hinzu kam wenig, sehr wenig Schlaf.

Aber was hat das mit meinem oder auch deinem Sexualleben zu tun?

4. Sex ist wichtig, aber lange nicht das Wichtigste!

Nach beiden Entbindungen fühlte ich mich für eine ganze Weile nicht mehr so attraktiv wie zuvor. Mein eigenes Spiegelbild turnte mich ab. Ich war endlos müde und sehnte mich nach Tiefschlafphasen, die ich monatelang nicht hatte. Mein Neugeborenes hielt mich so sehr auf Trab, dass ich abends nur noch erschöpft auf das Sofa fiel. Ich war mit der neuen Situation einfach überfordert. Ich wollte, nachdem ich unser Kind abends erfolgreich in den Schlaf gewogen hatte, am liebsten nur noch die Nummer des Pizza-Lieferservices wählen, in den Schlabber-Pyjama schlüpfen und den Fernseher anschalten. Und wenn dann mein Mann nach seinem 9-Stunden-Arbeitstag im Büro mit einem Lächeln vorschlug, gemeinsam unter die heiße Dusche zu springen, dann sank mein Sex-Barometer in die Tiefe. Ich hatte kaum noch Lust auf Sex!

Es gibt im Leben verschiedene Phasen, die ähnliche Gefühle und Sexschwankungen bei einer Frau und auch bei einem Mann hervorrufen können: Krankheit. Depression. Existenzkrisen. Druck bei der Arbeit. Stress in der Familie. Übergewicht. Sucht. Hormone. Ein Unfall.

In jeder guten Ehe wird es Phasen geben, in denen der eine oder der andere für Wochen, Monate oder manchmal sogar Jahre kein Bedürfnis nach Geschlechtsverkehr hat oder dazu einfach körperlich auf ungewisse Zeit nicht in der Lage ist.

Aber was passiert, wenn Sex schon zu Beginn einer Beziehung im Fokus steht und dann plötzlich einer von beiden nicht mehr kann oder will?

Was macht man dann? Sucht man sich dann einen anderen Sexualpartner, während man seinem bisherigen Partner vielleicht weiterhin emotional treu bleibt? Geht man fremd? Setzt man den Partner vielleicht unter Druck und erzwingt man den Sex? Oder läuft es schließlich sogar auf eine Trennung hinaus?

Ich wusste bereits beim ersten Date mit meinem jetzigen Mann, dass ihm sehr viel mehr daran lag, mich als Person kennenzulernen, als mich so schnell wie möglich ins Bett zu kriegen. Zugegebenermaßen waren wir in den 18 Monaten vor unserer Hochzeit immer wieder heiß darauf. Und ja, es gab Momente, da war es nicht einfach, nicht weiterzugehen, wie wir es einvernehmlich entschieden hatten. Aber diese Entscheidung und auch Disziplin von uns beiden, vor unserer Ehe enthaltsam zu bleiben, hat bis heute Auswirkungen auf unsere Beziehung.

Wenn es Sex ist, der dich in erster Linie dazu ermutigt, eine Beziehung anzufangen, dann wird diese Beziehung nicht lange durchhalten.

Es gehören weit mehr Faktoren zu einer funktionierenden, verbindlichen Beziehung als nur die körperliche Anziehungskraft. Insbesondere in Krisen oder großen lebensverändernden Umständen, wie auch immer die aussehen mögen, kann es sein, dass Sex für mindestens eine Person weit in den Hintergrund rückt. Wenn das passiert und der Sex in der bisherigen Beziehung eine wesentliche Rolle eingenommen hatte, dann kann die Beziehung ganz schnell wie ein Kartenhaus zusammenfallen. Eine gesunde und regelmäßige Sexualität in der Ehe ist wichtig, aber sie ist nicht das Wichtigste.

Wenn du vor der Ehe nicht lernst, deine Sexualität unter Kontrolle zu haben, dann wird es äußerst schwierig werden, dies innerhalb der Ehe zu lernen.

Bei der Entbindung unserer zweiten Tochter hatte ich einen Dammriss und bin zusätzlich weiter aufgeschnitten worden, damit sie schnell genug herauskommen konnte. Danach wurde ich für eine Stunde genäht, zu eng vernäht. Das fiel mir vorerst nicht auf, denn nach einer Geburt sollte die Frau etwa 8 Wochen lang keinen Geschlechtsverkehr haben. Bei uns wurden aus 8 Wochen 6 Monate. Beim ersten Versuch hatte ich unerträgliche Schmerzen, bis meine Frauenärztin erkannte, dass meine Dammnaht korrigiert werden musste. 6 Monate kein Sex. Für mich war das damals kein großes Opfer. Für meinen Mann schon.

Wenn du Christ bist und dich als Nachfolger von Jesus bezeichnest, dann und nur dann ist der letzte meiner fünf Punkte zum Thema Sex relevant für dich.

5. Dein Umgang mit deiner Sexualität ist ein Teil deiner Anbetung.

"Lasst euch unter keinen Umständen zu sexueller Unmoral verleiten! Was immer ein Mensch für Sünden begehen mag – bei keiner Sünde versündigt er sich so unmittelbar an seinem eigenen Körper wie bei sexueller Unmoral. Habt ihr denn vergessen, dass euer Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist? Der Geist, den Gott euch gegeben hat, wohnt in euch, und ihr gehört nicht mehr euch selbst. Gott hat euch als sein Eigentum erworben; denkt an den Preis, den er dafür gezahlt hat! Darum geht mit eurem Körper so um, dass es Gott Ehre macht!" (1. Korinther 6:18-20)

Immer wieder werde ich gefragt, warum Jesus nicht solche Worte formuliert hat. Warum nicht? Weil seine Zuhörer fast ausschließlich Juden waren, die das Gesetz der Thora kannten. Paulus hingegen predigte zu Heiden, für die dieser Umgang mit dem Körper komplett neu war. Und ja, Paulus findet auch bei diesem Thema sehr deutliche Worte.

Er bezeichnet jegliche Form von Sexualität, die außerhalb einer verbindlichen Beziehung (der Ehe) geschieht, als Sünde. Sünde ist heutzutage ein Wort, das unsere Generation nicht gerne hört, weil es in unseren Ohren sehr hart klingt. Umso mehr müssen wir neu verstehen, was Sünde wirklich ist.

Sünde ist:

  • Gott als guten Vater abzulehnen, indem wir unserem Schöpfer in bestimmten, individuellen Bereichen unseres Lebens sagen, dass wir es besser wissen als er, wir allein zurechtkommen und er uns gar nichts zu sagen hat.

  • Unsere gottgegebenen Gaben (Zeit, Talente, Schätze) zu verschwenden. Das, was Gott uns gegeben hat, ohne Sinn einzusetzen, zu vergeuden, nichts damit zu machen, was von beständigem Wert ist.

Anbetung ist mehr als Worship. Anbetung ist mehr als ein mündliches Bekenntnis. Anbetung ist Hingabe. Anbetung ist eine Lebenseinstellung.

Wahre Anbetung ist alles von mir für alles von ihm.

Es ist ein völliges Vertrauen auf Gott und seine Treue und Liebe für uns Menschen.

Wie du mit deinem Körper umgehst, ist Teil deiner Anbetung.

Gott liebt dich. Er sieht und kennt dich. Und er möchte das Beste für dich. Er ist dein Schöpfer und dein liebender Vater. Du bist es wert, gut, richtig und verbindlich geliebt zu werden. Und zwar nicht für deinen Körper, sondern dafür, wer du bist.

Ich möchte dich ermutigen, eine neue Entscheidung zu treffen, wenn du bereits zu weit gegangen bist.

Ich möchte dir Mut machen, wenn du mit deiner Sexualität herausgefordert bist, offen mit jemandem darüber zu sprechen und einer Person deines Geschlechts gegenüber verbindlich Rechenschaft abzulegen, wie du mit deinem Körper umgehst.

Ich möchte dich ermutigen, Gott mit deiner Sexualität wieder mehr zu vertrauen, auch dann, wenn du nicht immer alles verstehst und wenn alle um dich herum es anders machen.

Sex ist Gottes gute Idee und sein Geschenk an uns.

Sex verbindet.

Sex gehört in einen verbindlichen Rahmen.

Sex ist wichtig, aber lange nicht das Wichtigste!

Dein Umgang mit deiner Sexualität ist ein Teil deiner Anbetung.