Kaum zu glauben, aber wahr: Ich bin nun schon seit einem Jahr verheiratet. In diesem Jahr hat sich durch das vermeintlich kleine Wörtchen „Ja“ so einiges geändert und ich möchte dir in diesem Blogbeitrag gern ein paar meiner Learnings weitergeben. Nun bist du vielleicht nicht verheiratet oder auch nicht in einer Beziehung (ich freue mich, dass du dann dennoch auf diesen Blogbeitrag geklickt hast), und trotzdem glaube ich, dass meine Learnings nicht nur für Verheiratete einen Impuls bieten können. Ich kann mir vorstellen, dass viele Aspekte auch Nicht-Verheirateten und Singles eine Inspiration und Ermutigung für spätere Beziehungen und die Ehe sein können. Also bleib gern dran!
Zu Beginn
Mit 24 Jahren zu heiraten, erscheint für viele unvorstellbar. So passen auch die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen zu Aussagen wie: „Du bist doch noch viel zu jung, um zu heiraten.“ Das durchschnittliche Alter zum Zeitpunkt der Eheschließung beträgt in Deutschland bei Frauen 32,6 Jahre, bei Männern 35,1 Jahre. So war es scheinbar ein mutiger Schritt, sich entgegen dem Durchschnitt bereits mit 24 Jahren auf ewig zu binden. Und doch würde ich es immer wieder tun. Das hängt für mich jedoch unmittelbar mit äußeren Faktoren zusammen. Einer dieser Faktoren ist meines Erachtens, eine finanzielle Basis zu haben, denn man bekommt außer der Gnade Gottes im Leben nichts geschenkt. 😉 Dennoch durfte ich darauf bezogen auch lernen, dass Gott versorgt.
Kommunikation
Keine Sorge, hier kommt nicht die altbekannte Leier: „Redet immer offen über alles!“ Und trotzdem hat es etwas mit Kommunikation zu tun. Ich habe gelernt, dass wichtige Themen feste Termine benötigen. Viel zu schnell verliert man sich in der Hektik des Alltags und bespricht man wichtige und intensive Themen nur noch zwischen Tür und Angel. Hier kann es helfen, dem Gegenüber die persönliche Relevanz eines Themas zu kommunizieren, sodass ein gemeinsamer ruhiger Moment mit der vollen Aufmerksamkeit beider Beteiligten gefunden werden kann.
Aufgabenteilung
Als Perfektionistin und Ordnungsliebhaberin möchte ich am liebsten alles selbst in der Hand haben. So ging es mir anfangs auch im Haushalt. An dieser Stelle musste ich mich jedoch schnell umgewöhnen, schließlich wohne ich nicht allein. Mein Learning also: Gib gewisse Aufgaben ab, auch wenn sie dann vermutlich nicht auf deine Art und Weise gemacht werden. Wir haben in unserer Ehe gelernt, miteinander abzusprechen, wer für welche Aufgaben im Haushalt zuständig sein möchte und wer woran Freude hat. So kann man die unterschiedlichsten kleinen und großen Aufgaben finden und nach Gaben, Zeit und Interesse verteilen. Hierbei darf ich persönlich lernen, die Spülmaschine nicht auszuräumen und auch den Müll nicht rauszubringen, auch wenn ich den Drang verspüre und die freie Zeit mich dazu antreiben möchte …
Paranoia
Zu zweit zu leben, bedeutet, sich aufeinander einzulassen und aufeinander einzugehen. So hat jeder von uns gewisse Dinge, die einem so wichtig sind, dass man bei Nichtbeachtung ganz schnell und einfach Paranoia entwickeln kann. So liegt mir die Ordnung in der Wohnung am Herzen und meinem Mann die Pünktlichkeit. Das bedeutet nicht, dass mein Mann keinen Sinn für Ordnung hätte oder ich niemals pünktlich wäre. Vielmehr geht es darum, dass diese beiden Bereiche uns jeweils so wichtig sind, dass auch der andere sie aus Liebe im Blick behält.
Gemeinsame Routinen für geistliche Zeiten
Ich liebe Routinen und ich weiß, wie wichtig sie in einem turbulenten Alltag sind. So ist ein weiteres Learning, gemeinsame Routinen zu entwickeln. Diese Routinen beziehen sich in unserer Ehe auch auf gemeinsame geistliche Zeiten. Seit Tag 1 unserer Eheschließung lesen wir vor dem Schlafengehen ein Kapitel aus einem Ehe-Andachtsbuch und wir tauschen uns, wenn auch nur kurz, darüber aus. Hätten wir keinen festen Ort und keine feste Zeit, würde dieser wertvolle geistliche Moment im Alltag sicherlich untergehen.
Fokus
Den Bund der Ehe einzugehen, bedeutet viel Veränderung. Unter anderem, dass man nicht mehr allein lebt und sich gewisse Freiheiten in der Freizeit- und Alltagsplanung verändern. Da kann es schnell passieren, dass man den Fokus verliert und die Ehe unter vielen anderen Tätigkeiten und Verpflichtungen leidet. Umso wichtiger, so mein Learning, einen Fokus zu setzen und bei Bedarf gewisse Aufgabenfelder zu streichen, in denen man als Nicht-Verheirateter aktiv war. Der Beginn der Ehe kann eine gute Möglichkeit sein, über die zeitliche Verteilung der unterschiedlichen Aktivitäten nachzudenken und eine gesunde Mischung aus Arbeit, Ehrenamt, Freizeit und Eheleben zu finden.
Zusammen planen und Freiheiten geben
Wie zuvor erwähnt, fallen mit dem Beginn der Ehe gewisse Freiheiten weg, insbesondere in der eigenständigen und flexiblen Terminplanung. Das muss nicht zwingend schlimm sein, solange man auch in diesem Bereich eine gute Kommunikation pflegt. Als Ehepaar hilft es uns hierbei, einen gemeinsamen Terminkalender (digital und analog) zu haben, um über Termine des anderen und gemeinsame Termine Bescheid zu wissen. Oft setzen wir uns am Ende des Wochenendes zusammen und planen so die kommende Woche. An dieser Stelle kann jeder seine Termine und besonderen Wünsche äußern.
Freundschaft
In der Ehe eine Freundschaft fürs Leben gefunden zu haben, ist das Beste, was passieren kann. Dennoch sollte man sich immer wieder auch Zeit für Freunde außerhalb der Ehe nehmen. Das kann helfen, sich nicht nur im eigenen „Dunstkreis“ zu bewegen, sich neu inspirieren zu lassen und auch reflektieren zu lassen. Genauso kann man aber auch als Ehepaar lernen, Gastgeber zu sein und eine offene Tür für Freunde zu haben. Wichtig ist es, weiterhin für das freundschaftliche Umfeld da zu sein und nicht mit Beginn der Ehe „abzutauchen“.
Austausch
Sich immer nur mit dem Ehepartner auszutauschen, mag angenehm sein, doch ersetzt nicht die Kommunikation mit der Welt außerhalb der Ehe. Hierbei kann der Austausch mit Freunden, anderen Ehepaaren und Ehe-Erfahrenen insbesondere dann helfen, wenn man scheinbar an die Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses mit dem Ehepartner kommt. Ein Learning hierbei ist es, sich Hilfe zu suchen, sobald Probleme auftauchen, sich immer wieder auch von Außenstehenden reflektieren zu lassen und mit diesen Erkenntnissen zurück in die Kommunikation innerhalb der Ehe zu gehen.
Alles in allem ist die Ehe ein ständiges Arbeitsfeld, was von gegenseitigem Respekt, gegenseitiger Liebe und Annahme geprägt ist. Das wohl wichtigste Learning hierbei ist für mich, immer wieder in der Gegenwart Gottes aufzutanken, ihn als Quelle der Liebe zu suchen und auf seine Hilfe zu bauen!