Prediger
Kapitel 5, Vers 1–8
Begegne Gott mit Ehrfurcht!
1Denk erst nach, bevor du betest, sei nicht zu voreilig! Denn Gott ist im Himmel, und du bist auf der Erde – also sei sparsam mit deinen Worten! 2Man sagt doch: »Wer zu geschäftig ist, träumt bald unruhig, und wer zu viel redet, sagt leicht etwas Dummes.« 3Wenn du vor Gott ein Gelübde abgelegt hast, dann zögere nicht, es zu erfüllen! Menschen, die leichtfertige Versprechungen machen, gefallen Gott nicht – darum tu, was du ihm geschworen hast! 4Besser, du versprichst erst gar nichts, als dass du ein Versprechen nicht hältst! 5Leg kein unbedachtes Gelübde ab, sonst lädst du Schuld auf dich! Hast du es doch getan, dann behaupte nicht vor dem Priester: »Ich habe es gar nicht so gemeint!« Oder willst du, dass Gott zornig wird und die Früchte deiner Arbeit vernichtet? 6Wer viel träumt, träumt manches Sinnlose, und wer viel redet, sagt manches Unnütze. Du aber begegne Gott mit Ehrfurcht! 7Wundere dich nicht, wenn du siehst, wie die Armen im Land unterdrückt werden und wie man das Recht beugt! Denn ein Mächtiger belauert den anderen, und beide werden von noch Mächtigeren beherrscht. 8So ist es wohl besser für ein Land, wenn es einen König hat, der für Recht und Ordnung sorgt.
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Weitere Infos →Die Aussage "weniger ist mehr" ist keine Erfindung der letzten Jahre. Sie ist viel älter und findet sich in ihrer Bedeutung schon im Buch Prediger. Konkret geht es in diesem Abschnitt darum, bewusster (und damit weniger) zu versprechen.
"Ich verspreche es dir!"
"Ich werde dann und dann zu Hause sein!"
"Ich bete für dich!"
"Ja, ich werde es tun!"
"Gott, ich verspreche dir, dass ich das nicht mehr tun werde!"
Wie schnell kommen uns solche Versprechen über die Lippen? Sehr oft stellen wir dann mit Erstaunen fest, dass wir unser Versprechen doch nicht halten konnten. Oder wir vergessen es einfach. Dabei wäre es genauso gut möglich gewesen, es einem Menschen oder Gott gar nicht erst zu versprechen. Der Verfasser des Buches lädt uns ein, innezuhalten, nachzudenken und Versprechen in Ehrfurcht vor Gott auszusprechen.
Gott liebt Gewissenhaftigkeit und Aufrichtigkeit.
"Besser, du versprichst erst gar nichts, als dass du ein Versprechen nicht hältst!" [4]
Neben leichtfertigen Versprechungen weist die Stelle am Rand noch auf einen weiteren besonderen Punkt hin.
"Wer zu geschäftig ist, träumt bald unruhig." [2]
Wie hängt das zusammen? Ich glaube, dass ein großer Teil unserer Geschäftigkeit oft in vielen leichtfertigen Versprechungen liegt. Wir müssen wieder lernen, auch einmal "Nein" zu sagen. Und dadurch dann "Ja" zu einem bewussteren Leben in Glaubwürdigkeit und Aufrichtigkeit.