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Das Problem: Personenkult

Annemieke Binggelivon Annemieke Binggeli
Soziales Leben

Apostelgeschichte

Kapitel 14, Vers 8–​20

HEILUNG EINES GELÄHMTEN

8In Lystra lebte ein Mann, dessen Füße von Geburt an gelähmt und kraftlos waren. Noch nie hatte er einen Schritt gehen können. 9Dieser Mann hörte Paulus predigen. Paulus wurde auf ihn aufmerksam und sah, dass der Mann glaubte, er könne geheilt werden. 10Laut rief er ihm zu: »Steh auf, stell dich auf deine Füße!« Da sprang der Mann auf und konnte gehen. 11Als die Leute erkannten, was Paulus getan hatte, riefen sie in ihrer Muttersprache: »Die Götter sind als Menschen zu uns herabgekommen!« 12Sie nannten Barnabas »Zeus« und Paulus »Hermes«, weil er der Wortführer war. 13Der Priester des Zeustempels vor den Toren der Stadt brachte Stiere und Kränze zum Stadttor, um den Aposteln zusammen mit dem ganzen Volk ein Opfer zu bringen. 14Als Paulus und Barnabas begriffen, was sie vorhatten, zerrissen sie ihre Kleider, liefen unter die Menge und riefen entsetzt: 15»Ihr Leute, was macht ihr da? Wir sind nur Menschen aus Fleisch und Blut wie ihr. Wir verkünden euch doch die rettende Botschaft, damit ihr euch von diesen toten Götzen abwendet und an den lebendigen Gott glaubt. Er hat den Himmel, die Erde, das Meer und alles, was darin ist, erschaffen! 16Bisher hat er die nichtjüdischen Völker ihre eigenen Wege gehen lassen. 17Aber er zeigte ihnen immer wieder, dass er lebt; denn er hat euch viel Gutes getan. Ihm verdankt ihr den Regen und die guten Ernten; er gibt euch zu essen und macht euch glücklich.« 18Mit diesen Worten konnten Paulus und Barnabas die Leute nur mit Mühe davon abhalten, ihnen zu opfern. 19Dann aber kamen Juden aus Antiochia und Ikonion. Sie hetzten die Volksmenge gegen die Apostel so sehr auf, dass Paulus gesteinigt wurde. Weil die Leute Paulus für tot hielten, schleiften sie ihn zur Stadt hinaus. 20Doch als die Jünger ihn umringten, kam Paulus wieder zu sich, stand auf und ging in die Stadt zurück. Am folgenden Tag zog er mit Barnabas weiter nach Derbe.

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Ganz ehrlich, diese Szenerie ist schon schockierend. Man würde vielleicht sagen: „This escalated quickly.“ Eigentlich heilen die Apostel einen Mann durch die Kraft Gottes. Dieser geheilte Mann kann auf einmal laufen - obwohl er bis dahin in seinem ganzen Leben noch nicht einen einzigen Schritt tun konnte! Was für ein wundervolles Wunder! Die Menschen können nur staunend und feiernd zusehen. Und am Ende wird der Apostel Paulus von genau diesen Menschen gesteinigt und überlebt diese geplante Hinrichtung nur knapp?! Was ist denn da passiert?!

Folgendes ist das Problem: Die Menschenmenge gibt die Ehre nicht dem, dem sie wirklich gebührt. Die Apostel Paulus und Barnabas haben nur in der Kraft von Jesus Christus geheilt. Nicht aus ihrer eigenen Kraft. Nicht aus der Kraft irgendwelcher anderen Götter oder - besser gesagt - Götzen. Die Menschenmenge glaubt aber genau das und erklärt die Apostel für Götter. Sie verehren die Apostel und wollen ihnen Opfer bringen. Sie rufen: „Die Götter sind als Menschen zu uns herabgekommen!“ (V. 11) Sie lästern Gott. Das lassen sich die Apostel natürlich nicht gefallen und sie nutzen die Chance, um ihnen von dem einen, wahren Gott Jesus zu erzählen. Denn dieser Jesus ist derjenige, dem die Ehre für diese Heilung wirklich gehört! Doch die ganze Situation ist so verfahren und die Herzen der Menschen sind so sehr auf ihre Götter fixiert, dass sie schließlich sogar zu Steinen greifen und die Apostel umbringen wollen. Die Lage eskaliert. Weil der Personenkult eskaliert ist. Zugegeben: Einen Menschen als Gott zu verehren, ist eine - wenn nicht sogar die extremste - Art des Personenkults, die es gibt. Aber wie geht es dir und mir? Wie schmal ist die Grenze des Personenkults in unserem eigenen Leben, in unserem eigenen Herzen? Feiern wir die Person, die einen Menschen in Jesu Namen heilt, vielleicht mehr als Jesus selbst? Zweifeln wir aus Prinzip kein Wort eines Pastors aus seinen Predigten an oder prüfen wir ehrlich, ob sich dieser Mensch nicht auch mal irren könnte und die Bibel am Ende recht behält? Besuchen wir Gottesdienste, christliche Konferenzen und Events, weil wir diese eine Band und diesen einen Prediger live erleben wollen, oder weil wir wirklich Großes von Gott selbst erwarten? Herausfordernde Fragen. Die ich mir in jedem Fall auch selbst stellen muss. Bist du auch so mutig, dir diese Fragen einfach mal zu stellen?