Richter
Kapitel 15, Vers 9–20
Simson kämpft
9Die Philister marschierten mit ihrem Heer ins Stammesgebiet von Juda ein und schlugen ihr Lager bei Lehi auf. 10Die Bewohner von Juda fragten: »Warum zieht ihr gegen uns in den Krieg?« »Wir wollen Simson gefangen nehmen«, erwiderten die Philister. »Wir haben mit ihm eine Rechnung zu begleichen.« 11Da gingen dreitausend Judäer zu der Höhle am Berg Etam und stellten Simson zur Rede: »Warum hast du uns das angetan? Du weißt doch, dass die Philister uns beherrschen!« »Ich habe ihnen nur mit gleicher Münze heimgezahlt, was sie mir angetan haben«, antwortete er. 12Die Männer von Juda erwiderten: »Wir sind hergekommen, um dich zu fesseln und den Philistern auszuliefern.« »Schwört mir, dass ihr mich nicht umbringt!«, bat Simson. 13Sie versprachen: »Wir wollen dich wirklich nur fesseln und ausliefern. Auf keinen Fall werden wir dich töten!« Nun ließ er sich von ihnen mit zwei neuen Stricken binden, aus der Höhle herausführen und nach Lehi bringen. 14Als die Philister Simson sahen, stimmten sie ein Triumphgeschrei an. Da wurde er vom Geist des HERRN ergriffen. Er zerriss die Stricke an seinen Armen, als wären sie angesengte Bindfäden. 15Dann entdeckte er den Unterkieferknochen eines Esels, packte ihn und erschlug damit tausend Philister. 16»Mit dem Kiefer des Esels mähte ich sie nieder!«, rief er. »Mit dem Kiefer des Esels schlug ich tausend Mann!« 17Danach warf er den Knochen weg. Seither heißt der Ort, an dem dies geschehen ist, Ramat-Lehi (»Kinnbacken-Höhe«). 18Simson hatte großen Durst. Er betete zum HERRN: »Ich habe für dich gekämpft, und du hast mir diesen großen Sieg geschenkt! Aber jetzt muss ich verdursten und werde doch noch diesen unbeschnittenen Heiden in die Hände fallen!« 19Da ließ Gott aus einer Bodensenke in der Nähe von Lehi Wasser hervorbrechen. Simson trank davon und kam wieder zu Kräften. Man nennt die Quelle daher En-Hakore (»Quelle des Rufenden«); sie ist noch heute dort. 20Zwanzig Jahre lang führte Simson das Volk Israel, während die Philister das Land beherrschten.
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Den Israeliten gelang schließlich der Sieg über die Philister, die sie unterdrückt hatten. Was für ein Triumph! Gott hatte es tatsächlich durch Simson bewirkt, dass die Israeliten wieder in ihre Freiheit zurückkehren konnten. Diese Bibelverse sind aus unserer heutigen Perspektive hier in Deutschland, Österreich und der Schweiz befremdlich: So viel Krieg und Gewalt zwischen Völkern! Dennoch sind Kriegsszenen, wie wir alle wissen, leider immer noch bittere Realität in unserer Welt. Es muss Simson eine ungeheure Anstrengung – die Überwindung von Furcht und der Entschluss zum Mut – gekostet haben, diese Berufung Gottes für sein Leben anzunehmen. Doch der Gehorsam gegenüber Gottes Ruf für sein Leben zahlte sich in diesem Moment aus: Der Sieg über die feindlichen Philister war errungen!
Kaum lag dieser entscheidende Sieg zurück, war für Simson aber noch lang nicht alles gut:
"Simson hatte großen Durst. Er betete zum HERRN: »Ich habe für dich gekämpft, und du hast mir diesen großen Sieg geschenkt! Aber jetzt muss ich verdursten und werde doch noch diesen unbeschnittenen Heiden in die Hände fallen!«" [18]
Doch Gott schritt wieder ein:
"Da ließ Gott aus einer Bodensenke in der Nähe von Lehi Wasser hervorbrechen. Simson trank davon und kam wieder zu Kräften." [19]
Nach einem Sieg wartet manchmal schon die nächste Herausforderung auf einen. Doch so wie Simson weiß man dann immer mehr, dass es sich lohnt, sein Klagen direkt an Gott zu richten, denn dieser lässt dich nie im Stich!