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Impuls

Gott ist es nicht fremd

Annemieke Binggelivon Annemieke Binggeli
Glaubensleben

Prediger

Kapitel 10, Vers 1–​11

Die kleinste Dummheit

1Tote Fliegen bringen duftende Salben zum Stinken, und schon eine kleine Dummheit zerstört die Weisheit und das Ansehen eines Menschen. 2Ein vernünftiger Mensch unternimmt das Richtige, ein törichter dagegen nur das Falsche. 3Welchen Weg der Törichte auch einschlägt – ihm fehlt der Verstand; jeder kann erkennen, wie dumm er ist. 4Wenn ein Machthaber zornig auf dich ist, dann renne ihm nicht gleich davon! Bleib gelassen, dadurch vermeidest du große Fehler! 5Etwas Schlimmes habe ich auf dieser Welt beobachtet, einen großen Fehler, den Machthaber immer wieder begehen: 6Die Törichten bekommen die höchsten Posten, und die Vornehmen werden übergangen. 7Ich habe Knechte hoch zu Ross gesehen und Fürsten, die wie Knechte zu Fuß gehen mussten. 8Wer eine Grube gräbt, kann hineinfallen, und wer eine Mauer abreißt, kann von einer Schlange gebissen werden. 9Wer im Steinbruch arbeitet, kann sich dabei verletzen, und wer Holz spaltet, bringt sich in Gefahr. 10Wenn die Axt stumpf geworden ist, weil ihr Benutzer sie nicht geschliffen hat, muss er sich doppelt anstrengen. Der Kluge hält sein Werkzeug in Ordnung. 11Dem Schlangenbeschwörer hilft seine Kunst nicht weiter, wenn die Schlange zubeißt, bevor er sie beschworen hat!

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Eine weitere Beobachtung des Schreibers des Predigerbuches finden wir hier vor: Diejenigen, die eigentlich die nötige Begabung hätten, dürfen keine hohen Posten übernehmen, während diejenigen, die weniger Begabung haben – der Schreiber schreibt diesen hier explizit "Dummheit" zu –, auf die hohen Posten gesetzt werden. Eine gewisse Verzweiflung darüber merkt man ihm an. Weshalb ist das Leben so ungerecht? Weshalb läuft so viel schief?

Die einzige Hoffnung, die der Schreiber erkennt, ist Weisheit. Jeder Mensch sollte für sich selbst Verantwortung übernehmen, dazuzulernen und klug zu handeln. Diese Weisheit gibt es vor allem in der persönlichen Beziehung zu Gott. In dem Hören auf seine Gebote, so verweist der Schreiber im Laufe des Buches immer wieder genau darauf.

Ja, manche Verse des Predigerbuches wirken deprimierend. Sie erinnern uns an all die Missstände. Gleichzeitig sind sie verblüffend aktuell und verloren im Laufe der Jahre nicht ihre Bedeutsamkeit. Manche Mechanismen tauchen immer wieder in unserer Welt und in unserem persönlichen Leben auf.

Und geht es dir nicht auch so, dass du dich durch viele seiner Aussagen verstanden fühlst? Auch hierin können wir Ermutigung finden: Unsere Gedanken werden ebenso in der Bibel thematisiert. Gott sind sie daher nicht fremd.