Blogpost
Ansprechbar: "Kamen Menschen, die vor Jesus gelebt haben, auch schon in den Himmel?"
Jesus Christus starb vor ca. 2.000 Jahren am Kreuz für die Sünden der ganzen Welt. Dieses Ereignis machte den Weg zu Gott frei. Errettung ist möglich, für jeden, der daran glaubt, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist und für die Sünden der Menschen ans Kreuz ging (vgl. Johannes 3:16). Genau das ist das Evangelium und damit auch das Zentrum des christlichen Glaubens.
Und ebenso ist dieses Ereignis das Zentrum der Bibel, denn es liegt ziemlich mittig in den biblischen Geschichten, nämlich zu Beginn des Neuen Testament und damit zentral im Wort Gottes. Auf den vielen hunderten Seiten vor der Erzählung über Jesu Tod und Auferstehung finden wir das Alte Testament, welches von der Christenheit ebenso als Gottes Wort anerkannt ist. Und in dessen Kapiteln finden wir alles andere als unbekannte Geschichten:
Glaubenshelden wie Abraham, Mose und David tauchen auf. Die Höhen und Tiefen ihres Lebens und in ihrer Beziehung zu Gott werden detailliert aufgeführt und bis heute gelesen, geglaubt und geliebt.
Doch: Halt! Was ist eigentlich aus den Persönlichkeiten des Alten Testaments geworden? Sie lebten und starben schließlich vor dem Erlösungstod Jesu am Kreuz vor 2.000 Jahren ... Heißt das nun etwa, dass es ihnen nicht möglich war/ist, in den Himmel zu kommen? Sind diese Helden des Glaubens einfach nur aufgrund ihres dann zu frühen Lebenszeitraumes in der Hölle, obwohl sie so viel Großartiges und wahrlich Weltbewegendes für Gott taten? Man bedenke, wie Mose den Auszug aus Ägypten des israelitischen Volkes anführte und David das Volk Gottes als König regierte ... Können diese Menschen wirklich nicht das ewige Leben haben?! Nur weil sie zu früh geboren worden waren?!
Spannende Frage! Und wir wollen sie uns im Rahmen dieses Blogbeitrages einmal genauer ansehen:
„Konnten Menschen, die vor Jesus gelebt haben, auch schon gerettet werden?“
Dieses Thema ist wirklich ein großes und vielschichtiges. Hier teile ich dir gern meine Gedanken und Impulse mit. Ich hoffe, sie sind ein Anreiz für dich, dich mit dem Thema vielleicht auch selbst noch mal genauer zu befassen, und können dir eine erste Klarheit geben.
1. Nein – Rettung durch die Einhaltung des Gesetzes:
Zunächst sei gesagt: Ja, Errettung war auch schon zur Zeit des Alten Testaments möglich. Und zwar für denjenigen, der sich an das sogenannte mosaische Gesetz hielt. Dieses Gesetz war dem Volk Israel von Gott mitgeteilt worden. Es enthält viele Regeln, darunter auch zahlreiche Reinheitsvorschriften und Opfergebote. Wer sich daran hielt, sollte errettet sein.
Allerdings war es keinem Menschen möglich, sich an das komplette mosaische Gesetz zu halten. Denn: Jeder Mensch hat eine sündige Natur! Das wusste Gott. Er sah, wie die Menschen immer wieder am Gesetz scheiterten. Auch seine Glaubenshelden, insbesondere die Geschichten von König David sind da sehr bekannt. Man bedenke nur die Geschichte, in der sich David in Batseba verknallt und deshalb ihren Mann Uria in den Tod bringt!
Wäre die Einhaltung des Gesetzes also zur Erlösung notwendig gewesen, dann wären auch die Glaubenshelden des Alten Testaments wie Abraham, Mose und David nicht errettet! Denn auch sie scheiterten eindeutig an der Einhaltung des gottgegebenen Gesetzes.
2. Ja – Errettung durch den Glauben!
Erst der Erlösungstod Jesu befreite die Menschheit von dem Gesetz, denn nun war nicht mehr die Einhaltung der Gebote Gottes offiziell heilsentscheidend, sondern der Glaube an Jesus Christus (vgl. bspw. Römer 3:28; Römer 5:21; Epheser 2:8+9). Die einzige Person, die laut der Bibel das Gesetz Gottes in all seiner Vielfalt erfüllte, war Jesus Christus selbst (vgl. Matthäus 5:17). Nicht umsonst stellt sich bereits im Laufe des Alten Testaments eine klare und deutliche Erwartung an einen Messias heraus, die dann schließlich durch Jesus Christus erfüllt wurde. Dieser verheißene Messias, Jesus Christus, sollte die Schuld der Menschen, also ihr Scheitern an den Geboten Gottes, ein für alle Mal auslöschen (vgl. Jesaja 53).
In Römer 3:28 bringt es Paulus, der sich selbst als jüdischer Pharisäer vor seiner Bekehrung zu Christus ausgesprochen stark darum bemüht hatte, das Gesetz zu befolgen, auf den Punkt:
„Wir werden durch den Glauben vor Gott gerechtfertigt und nicht durch das Befolgen des Gesetzes.“
Und Paulus unterstreicht an anderer Stelle zudem den eigentlichen göttlichen Zweck des Gesetzes:
„Das Gesetz aber wurde gegeben, damit alle Menschen erkennen konnten, wie sündig sie waren.“ (Römer 5:20)
Sündenerkenntnis, ein Erkennen der eigenen Grenzen, Demut vor Gott, daraufhin Buße und Hinwendung zu ihm sind Grund und Zweck der Gesetzgebung durch Gott. Er hatte bereits gewusst, dass es natürlich keinem Menschen möglich sein würde, das von ihm gegebene Gesetz vollends einzuhalten. Es sollte den Menschen zur Bitte dazu bringen, von Gott erlöst zu werden und zu begreifen, wer ihn letztendlich erlösen würde. Nicht der Mensch sich selbst, sondern Gott den Menschen!
Interessanterweise tauchen jedoch gerade die besagten Glaubenshelden aus dem Alten Testament erneut im neutestamentlichen Hebräerbrief auf. Und weißt du was? Eben jenen Personen, die vor Jesu Christi Tod und Auferstehung lebten, wird genau hier ihre Erlösung aus Glauben heraus zugesprochen. Nicht aus ihren Werken heraus. Nicht aus der Einhaltung des Gesetzes heraus! Nein, durch den Glauben sind sie errettet!
**Hebräer 11 führt dies umfassend und eindeutig aus: Es war der Glaube eben jener Glaubenshelden, die zur Zeit des Alten Testaments lebten, durch den sie errettet wurden. **(Lies das Kapitel 11 des Hebräer-Briefes gern selbst mal nach.) Das Gesetz zeigte diesen alttestamentlichen Persönlichkeiten, dass sie Sünder/innen vor Gott waren. Deshalb taten sie Buße und kehrten zu Gott um. Tod und Auferstehung Jesu waren noch nicht geschehen, doch sie vertrauten auf den allmächtigen und dreieinigen Gott, der immer derselbe war, ist und bleibt. Vor Jesu Wirken und nach Jesu Wirken. Immer derselbe! (Vgl. Psalm 102:28) Gestern, heute und in Ewigkeit. Jesus war noch nicht am Kreuz gestorben und deshalb konnten Abraham, Mose & Co. natürlicherweise auch noch nicht an das Evangelium in der Form glauben, wie wir es heute kennen. Wie sollten sie denn auch an etwas glauben, das noch gar nicht geschehen war? Dennoch kannten und erkannten sie Gott als denjenigen, der er ist. Und weil sie an den einen Gott der Bibel glaubten, vertrauten und teils auch auf den versprochenen Messias hofften (zumindest jene alttestamentlichen Personen, die nach den entsprechenden messianischen Prophetien lebten), sind sie errettet. Durch ihren Glauben sind sie zum ewigen Leben erlöst (vgl. Hebräer 11). Denn sie glaubten an all das, was der biblische Gott zu dem jeweiligen Zeitraum ihres Lebens über sich offenbart hatte! Und das waren das mosaische Gesetz, einige alttestamentliche Prophetien sowie spezifische Begegnungen und Gespräche, die sie individuell mit Gott geführt hatten – z. B. der Auftrag Gottes, den er Mose erteilte, als dieser an einem brennenden Dornbusch gestanden hatte.
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