Blogpost
Ansprechbar: Was bedeutet es, dass Jesus das Gesetz "erfüllte", aber nicht "abschaffte" (Matthäus 5:17)?
Was ist Gott wichtig? Mein Glaube allein? Oder kommt es am Ende doch auf meine Taten an?
Wer sich diese Frage stellt, der stolpert früher oder später über folgende entscheidende Aussage von Jesus aus der Bibel:
„Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen!“ (Matthäus 5:17)
Wir wollen uns heute etwas genauer anschauen, was Jesus damit gemeint hat: Er wolle das Gesetz Gottes nicht abschaffen, sondern er wolle es erfüllen.
1. Was für Gott entscheidend ist:
Wenn wir wirklich annähmen, dass es für Christen auf die reine Einhaltung der Gesetze Gottes ankommt, damit sie errettet werden, dann würden wir sämtliche andere Bibelstellen aus dem Neuen Testament missachten!
Zum Beispiel diese hier:
„Durch sein Sterben hat Jesus das jüdische Gesetz mit seinen zahlreichen Geboten und Forderungen außer Kraft gesetzt.“ (Epheser 2:14-15)
Seit Jesu Tod und Auferstehung geht es nicht mehr um das Einhalten von Gesetzen, um ein Kind Gottes zu sein:
„Wir werden durch den Glauben vor Gott gerechtfertigt und nicht durch das Befolgen des Gesetzes.“ (Römer 3:28)
Jesus selbst bringt es an anderer Stelle klar auf den Punkt:
„Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben.“ (Johannes 3:16)
Das Evangelium macht deutlich: Der persönliche Glaube an Jesus Christus als Herrn und Retter ist entscheidend. Durch den Glauben allein wird ein Mensch errettet.
(Mehr zu dieser Thematik findest du in einem weiteren Blogbeitrag in unserer App-Mediathek unter: „Ansprechbar: Werkgerechtigkeit vs. Gnade“)
2. Doch wie passt nun das eine zum anderen?
Um die Aussage Jesu aus Matthäus 5:17 besser einzuordnen, müssen wir uns tatsächlich tiefer in den Text eingraben. Das griechische Wort, welches im biblischen Urtext an dieser Stelle für „auflösen“ verwendet wurde, ist „kataluo“. Das griechische Wort „kataluo“ bedeutet wörtlich „auflockern, lösen“. Jesus stellte in seinem Satz „kataluo“ in den direkten Gegensatz zu „erfüllen“:
„Ich bin nicht gekommen aufzulösen (kataluo), sondern zu erfüllen!“ (Matthäus 5:17)
Jesu Leben selbst auf dieser Erde zeugte nicht von einem „aufgelockerten“ Gesetz. Jesus war die einzige Person jemals auf dieser Erde, die alle Gebote Gottes in ihrem gesamten Leben einhielt. Jesus führte ein bis ans Ende sündenfreies Leben auf dieser Welt.
Ja, Jesus war die leibliche Erfüllung der Gebote Gottes! Jesus kam, um zu erfüllen! Er lockerte Gottes Gesetz in seinem Leben nicht auf, nein, er predigte die Gebote Gottes in aller Klarheit, wie in seiner berühmten Bergpredigt.
Durch Jesu perfektes Leben und schließlich seine Opferung am Kreuz gilt fortan ein neuer Maßstab für die Menschen: Nicht mehr das Gesetz, sondern der Glaube allein errettet! Das war Jesu Mission hier auf dieser Erde: Das Gesetz zu erfüllen in seinem reinen und perfekten Leben und daraufhin als schuldloses Opferlamm am Kreuz zu sterben. Stellvertretend für die Sünden aller Menschen der ganzen Welt. Somit ist der Weg von uns sündengeplagten Menschen zu Gott nun frei. Durch den persönlichen Glauben an Jesus allein. Nichts anderes vermittelt uns das Evangelium. Und die Bibelstelle aus Matthäus 5:17 steht unter dieser Betrachtungsweise der Worte Jesu der Grundbotschaft der Bibel nicht entgegen!
Jesus war die finale Erfüllung des Gesetzes! Jesus war die Erfüllung der alttestamentlichen Prophetien (vgl. Lukas 24:44). Jesus machte seinen Jüngern anhand seiner gesetzestreuen Lebensweise deutlich:
„Gott bleibt heilig und seine Gesetze sind richtig und absolut gut. Und es ist ihm nicht egal, was ihr tut. Doch errettet seid ihr aus reiner Gnade, nicht aufgrund eurer Taten.“
Nach Jesu verheißenem Leben auf dieser Erde sollten nun neue Prinzipien gelten: Der Glaube allein zählt, nicht mehr die (unerreichbare) Einhaltung des gesamten Gesetzes Gottes.
Ja, als Christen ist es für uns nicht egal, was wir tun. Es ist unsere Aufgabe, uns möglichst an die Gebote Gottes wie die gelebte Nächstenliebe zu halten. Darin werden wir aber immer wieder zwangsläufig scheitern – weil wir immer Sünder bleiben. Wir können mit Gottes Kraft, dem Heiligen Geist in uns, als Gläubige „heiliger“ und „sündenfreier“ werden. Vollendet wird dieser Prozess der Heiligung jedoch erst im Himmel sein.
(Mehr dazu gibt’s ebenso in einem weiteren Blogbeitrag von uns hier in der App unter dem Titel: „Ansprechbar: Was meint die Bibel mit dem Begriff Heiligung?“)
Jeden Mittwoch beantworten wir auf unserer Instagram-Seite @stayonfire.official im Format „Ansprechbar“ eure Fragen. Nicht jede Frage lässt sich im Rahmen einer kurzen Insta-Story beantworten. Daher gehen wir auf einige komplexere Fragen immer mal wieder als Blogbeitrag in unserer App ein.
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