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Impuls

Vergebung verdient?!

Annemieke Binggelivon Annemieke Binggeli
Soziales Leben

Jona

Kapitel 4, Vers 1–​11

Gottes Güte geht Jona zu weit

1Jona aber ärgerte sich sehr darüber, voller Zorn 2betete er: »Ach, HERR, habe ich das nicht gleich geahnt, als ich noch zu Hause war? Darum wollte ich ja auch so rasch wie möglich nach Tarsis fliehen! Ich wusste es doch: Du bist ein gnädiger und barmherziger Gott. Deine Geduld ist groß, deine Liebe kennt kein Ende. Du lässt dich umstimmen und strafst dann doch nicht. 3Darum lass mich nun sterben, HERR, das ist besser für mich als weiterzuleben!« 4Aber der HERR erwiderte nur: »Ist es recht von dir, so wütend zu sein?« 5Jona verließ Ninive. Östlich der Stadt machte er sich ein Laubdach und setzte sich darunter in den Schatten. Er wollte beobachten, was mit der Stadt geschehen würde. 6Da ließ Gott, der HERR, eine Rizinusstaude über Jona hochwachsen. Sie sollte ihm noch mehr Schatten geben und seinen Missmut vertreiben. Jona freute sich sehr über die Pflanze. 7Doch am nächsten Morgen kurz vor Sonnenaufgang ließ Gott einen Wurm die Wurzeln des Rizinus zerfressen, und die Staude wurde welk und dürr. 8Als die Sonne aufging, schickte Gott einen glühend heißen Ostwind. Die Sonne brannte Jona so auf den Kopf, dass er erschöpft zusammenbrach. Er wünschte sich zu sterben und seufzte: »Wenn ich doch nur tot wäre, das wäre besser als weiterzuleben!« 9Da fragte ihn Gott: »Ist es recht von dir, wegen dieser Rizinusstaude so zornig zu sein?« Jona antwortete: »Mit vollem Recht bin ich wütend, am liebsten wäre ich tot!« 10Der HERR entgegnete: »Du hast dich mit dieser Staude keinen Augenblick abmühen müssen, nichts brauchtest du für sie zu tun. In einer Nacht ist sie gewachsen, und in der nächsten ging sie zugrunde. Trotzdem hättest du sie gerne verschont. 11Ich aber sollte Ninive nicht verschonen, diese große Stadt, in der mehr als 120.000 Menschen leben, die Gut und Böse nicht unterscheiden können, und dazu noch so viele Tiere?«

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Jona sah es nicht ein: Er bemühte sich um seine Beziehung zu Gott. Diese Menschen in Ninive wollten jedoch lange Zeit von Gott nichts wissen. Nun hatte Gott Jona nach Ninive geschickt, um diese "gottlosen" Menschen vor dem Unheil zu warnen, welches Gott über sie bringen würde. Die Menschen kehrten daraufhin zu Gott um. Und Gott verschonte Ninive und seine Einwohner.

Das passte Jona gar nicht. Warum um alles in der Welt hatten diese Menschen, die bis dato nichts von Gott wissen wollten, nun diese Gnade Gottes verdient, verschont zu bleiben?!

Gott reagierte auf Jonas Missmut. In der Bibelstelle für heute haben wir gelesen, wie Gott Jona anschaulich seine Barmherzigkeit, Güte und Vergebung aufzeigte. Und er machte deutlich, dass er immer auch um die Menschen bemüht ist, die nichts von ihm wissen wollen. Gott möchte ihr Herz dennoch erobern!

Wie oft sehen wir nicht ein, dass Menschen Vergebung erfahren, die eigentlich Schlimmes getan haben? Haben sie das verdient? In Gottes Augen: Ja. Vergebung ist immer der richtige Weg. Ins Reine kommen mit Gott sowieso. Jeder darf zu Gott umkehren – egal, was er oder sie getan haben mag. Ob wir das mit unserem menschlichen Blick immer nachvollziehen können, bleibt dahingestellt.