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Ansprechbar: "Kann ich meine Erlösung wieder verlieren?"

Annemieke Binggelivon Annemieke Binggeli
Hoffnung
Ansprechbar: "Kann ich meine Erlösung wieder verlieren?"

„Kann ich meine Erlösung wieder verlieren?“

Eine Frage, die bewegt. Mich hat sie das auf jeden Fall schon das eine oder andere Mal. Dich vielleicht ja auch.

Gleichzeitig ist sie eine große Frage. Im Grunde ist die Frage nach einem möglichen Verlust der Erlösung sogar mehr als groß, denn niemand von uns ist Gott. Wir alle können und werden zu Lebzeiten niemals die hundertprozentige Antwort finden! Das sei vorab festgehalten.

In diesem heutigen Blogbeitrag möchte ich dir aber eine Auswahl an Impulsen aus der Bibel mitgeben, die mir persönlich bei der Beschäftigung mit dieser Frage bereits begegnet sind. Und ich hoffe, die folgenden Gedanken werden dich ebenso ermutigen wie mich.

„First things first“:

Erlösung – also die Vergebung Gottes für die eigenen Sünden und dadurch der Eintritt ins ewige Leben bei Gott – geschieht grundsätzlich durch Glauben und nicht durch Taten!

Den bekanntesten Bibelvers dazu findest du in Johannes 3:16, in dem geschrieben steht:

„Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben.“

Der Glaube an Jesus Christus errettet.

Gehen wir davon aus, eine Person glaubt an Jesus Christus. Dieser Mensch hat Buße getan und ist im biblischen Sinne „von Neuem geboren worden“ (mehr Infos zur biblischen Wiedergeburt, die eine Erlösung überhaupt erst ermöglicht, findest du, wenn du das ganze Kapitel Johannes 3 liest). Kann dieser im biblischen Sinne wiedergeborene und damit erlöste Mensch seine eigentlich bereits erworbene Erlösung wieder verlieren?!

Es gibt zahlreiche biblische Aussagen, die bezeugen, dass ein wiedergeborener Christ seine Erlösung nicht wieder verlieren kann. Hier eine Auswahl:

  • Nichts kann einen wiedergeborenen Christen von Gott und dessen Liebe für ihn trennen (vgl. Römer 8:38-39).

  • Niemand kann einen wiedergeborenen Christen aus der Hand Gottes reißen und ihm damit etwa das ewige Leben nehmen! (Vgl. Johannes 10:28-29)

  • Wenn ein Mensch Buße tut und sich für ein Leben mit Jesus Christus entscheidet, also die Wiedergeburt zum Christen erlebt, erhält dieser den Heiligen Geist. Dieser Heilige Geist wird als ein Unterpfand für den Eintritt in das ewige Leben in der Bibel beschrieben. Ein Unterpfand war die damalig geläufige Form einer Garantie, eines wirklich garantierten Versprechens für etwas! (Vgl. Epheser 1:13-14)

  • Die Erlösung jedes einzelnen Christen ist mit dem Blut Jesu Christi teuer bezahlt worden (vgl. 1. Petrus 1:18-19). Dies ist bereits geschehen, der Preis ist bereits gezahlt worden, der Kauf ist durch. Dieser teure Preis hätte seinen Wert in dem Moment verloren, in dem Gott jemandem seine Erlösung wieder entziehen würde. Außerdem ist jeder erlöste Christ eine neue Kreatur (vgl. 2. Korinther 5:17). Auch dieser Vorgang der kompletten Neuschöpfung eines Menschen müsste von Gott revidiert werden, wenn ein bereits wiedergeborener Christ seine Erlösung wieder verlieren könnte. Die Sache ist so: Erlösung, Neuschöpfung und eben auch das ewige Leben sind Gaben Gottes, Geschenke an einen wiedergeborenen Christen. Und Gott widerruft seine Gaben grundsätzlich nicht (vgl. Römer 11:29).

  • Gott hilft einem wiedergeborenen Christen dabei, „den Lauf des Glaubens“ bis an dessen Lebensende zu vollenden. Dies sagt uns die Bibel selbst zu! Gott ist mächtig genug, einen wiedergeborenen Christen im Glauben zu bewahren, sodass dieser eben nicht vom Glauben an Jesus Christus abfällt und seine Erlösung etwa aufgrund von Unglauben verlieren könnte! (Vgl. Judas 24-25; Philipper 1:6)

In meinem Blogbeitrag möchte ich die folgende Bibelstelle aus Hebräer 6:4-6 nicht ausklammern, die immer wieder angeführt wird, um vermitteln zu wollen, dass bereits wiedergeborene Christen trotz all der soeben bereits angeführten Bibelverse und noch vielen mehr ihr Heil wieder verlieren könnten.

Hier lesen wir:

„Denn eines steht fest: Wenn einem Menschen einmal die Augen für die Wahrheit geöffnet wurden und er die Gnade kennen gelernt hat, die Gott schenkt, wenn er Anteil am Heiligen Geist erhalten und Gottes wunderbares Wort und die Kräfte der kommenden Welt kennen gelernt hat und sich dann bewusst von Gott abwendet, ist es unmöglich, ihm erneut zur Umkehr zu verhelfen. Mit seinem Verhalten kreuzigt er ja – zu seinem eigenen Verderben – den Sohn Gottes noch einmal und setzt ihn von neuem der öffentlichen Schande aus.“

Entkräftet nun diese eine Bibelstelle alle anderen bereits genannten Bibelstellen, die gegen das Verlieren der Erlösung sprechen?

Kann ein wiedergeborener Christ seine Erlösung also doch verlieren?

Ich würde sagen: Nein. Auch mich hat diese Bibelstelle ziemlich aus dem Konzept gebracht. In mir kam Panik auf: Werde ich mich etwa im Laufe meines Lebens einmal so bewusst gegen Jesus entscheiden und dann nie wieder zu ihm zurückkehren können? (Erinnere dich an dieser Stelle doch mal direkt an die Erzählung vom verlorenen Sohn aus Lukas 15:11-32. Diese Geschichte Jesu sagt klar aus: Jederzeit kann ein Kind Gottes wieder zu Gott umkehren! Und ein Kind Gottes bleibt ein Kind Gottes. Der verlorene Sohn verliert seinen Titel als Sohn seines Vaters (Gott) nicht, über die ganze Geschichte hinweg. Auch dann nicht, als dieser Sohn richtig Mist baut!)

Es lohnt sich immer sehr, eine Bibelstelle genauer zu betrachten und ihre Inhalte im Kontext zu beleuchten. Gerade dann, wenn sie einen aus dem Konzept bringt oder Angst hervorruft! Befragt man nun Bibelkommentare zu Hebräer 6:4-6, so kann man immer wieder nachlesen, dass die hier gewählten Formulierungen wie „Anteil am Heiligen Geist erhalten“ oder „Gottes Kräfte kennen gelernt“ nicht gleichzusetzen sind mit einer tatsächlichen biblischen Wiedergeburt! Es spricht also viel dafür, dass in dieser Stelle aus dem Hebräerbrief keine tatsächlich von Neuem geborenen Christen gemeint sind, sondern Menschen, die sich lediglich für Jesus, seine Macht und seine Kräfte interessiert haben. Diese können laut der Bibelstelle bei einer Abwendung von Gott nicht erneut auf ihn zukommen. Sie sind jedoch niemals wirkliche „Christen“, niemals wirkliche Kinder Gottes geworden! Eine Entscheidung für Jesus Christus als Herrn und Retter haben sie scheinbar nie getroffen! Sie haben lediglich von all den guten Gaben Jesu Christi „gekostet“. Zudem würde dies sonst gegen zahlreiche andere Stellen in ein und derselben Bibel sprechen.

So weit erst mal zu dieser wirklich umfassenden Frage: „Kann ich meine Erlösung wieder verlieren?“ Bestimmt könnte man noch einiges mehr schreiben, doch hier setze ich erst mal einen Punkt.

Mein Fazit dieses Ansprechbar-Beitrages:

Ein tatsächlich wiedergeborener Christ kann seine Erlösung nicht wieder verlieren! Natürlich ist es nochmal eine große weitere theologische Frage, ob auch Menschen, die sich bewusst für ein Leben mit Jesus entschieden haben, also wiedergeboren wurden, und sich dann bewusst gegen Jesus entscheiden, und eben nicht wieder zurück zu Jesus gehen (wie es aber der Verlorene Sohn getan hat), ihr Heil dann tatsächlich verloren haben könnten. Niemand von uns ist Gott und daher fällt es nur schwer hierauf eine hundertprozentige Antwort zu finden. Die Bibel selbst beantwortet diese weiterführende Frage nicht explizit und eindeutig, so würden wir es sagen. Es ist zudem gefährlich hier Mutmaßungen anzustellen, die nur weitere Sorgenkreise hervorrufen. Vor allem soll dir dieser Blogbeitrag die Angst davor nehmen, das Heil zu verlieren. Und wir würden auch sagen, dass du dir grundsätzlich dazu keine Gedanken machen brauchst: Denn ein Kind Gottes bleibt ein Kind Gottes, zu Lebzeiten und über den Tod hinaus. So lässt es sich anhand der im Blogbeitrag aufgeführten Bibelstellen schlussfolgern. Erneut möchte ich betonen, dass letztendlich natürlich nur Gott selbst weiß, wie er urteilt. Er hat uns aber nicht umsonst die Bibel gegeben, damit wir anhand von ihr auch über solche Fragen forschen dürfen und dabei hoffentlich im Glauben ermutigt werden und Frieden für so manche Zweifel und Anliegen finden dürfen. :-)


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