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Ansprechbar: "Umfallen im Heiligen Geist? Ist das biblisch?"
Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich zum ersten Mal erlebte, wie ein Mensch mitten im Gottesdienst einfach umfiel. Im ersten Moment war ich geschockt. Zum Glück geschah das alles aber im Rahmen einer Veranstaltung, bei der viel kommuniziert wurde. Das bedeutet: Der Pastor reagierte darauf und erklärte von der Bühne aus, was gerade mit diesem Mann geschah. Der Pastor bezeichnete es als ein „Umfallen im Heiligen Geist“. Ich war also beruhigt: Das, was dort mit diesem Mann passierte, sollte etwas Gutes sein. Der Mann wirkte auch glücklich. Er lag dort einfach auf dem Rücken. Er lächelte dabei vor sich hin. Er schien nicht mehr großartig ansprechbar zu sein. Nach ca. 10 Minuten stand er dann selbst wieder auf und wirkte sehr zufrieden.
Ein paar Wochen später war ich wieder in einem Gottesdienst in dieser Gemeinde. Dieses Mal war es so, dass der besagte Pastor durch die Reihen ging und Menschen dabei die Hand auflegte, damit diese „im Heiligen Geist umfallen“ würden. Ich bemerkte, wie der Pastor mich mit seinen Augen fixierte und auf mich zuging. In mir spürte ich auf einmal, dass ich mich absolut nicht dafür bereit fühlte, nun inmitten dieses Gottesdienstes selbst umzufallen. Was würde mit mir passieren? Wie würde ich mich fühlen? Also betete ich zu Gott, dass der Pastor doch auf jemand anderen zugehen würde. Und ich war erleichtert, als das dann auch geschah.
Du merkst: Ich selbst stehe dem Ganzen schon etwas skeptisch gegenüber. Selbst habe ich eine solche Erfahrung eben noch nie gemacht. Und gleichzeitig habe ich gute Freunde, die davon schwärmen, wie sie bereits mehrfach „im Heiligen Geist umgefallen“ seien. Ich will dem ganzen Thema gegenüber offen sein. Ich will offen dafür sein, dass Gott auch über meinen Verstand hinaus handelt. Immerhin ist er Gott. Der Maßstab sollte die Bibel sein und nicht mein eigenes Denken oder meine eigene Skepsis!
Ich lade dich also ein, mit mir gemeinsam in die Bibel zu schauen und zu entdecken, ob es tatsächlich biblische Belege dafür gibt, dass man „im Heiligen Geist umfallen“ kann. Tatsächlich hat uns die Frage, ob es biblisch ist, dass man „im Heiligen Geist umfällt“, auch öfters aus unserer Community erreicht. Gemeint ist damit eben genau eine solche Erfahrung: Dass man sich vom Heiligen Geist ergriffen nicht mehr auf den Beinen halten kann, umfällt und dabei eine starke Gottesbegegnung erlebt. So hört es sich an, wenn meine Freunde mir davon berichten oder ich Erlebnisberichte dazu lese.
1. Gottes Gegenwart manifestiert sich kraftvoll am Menschen!
Tatsache ist, dass Menschen, die hier auf dieser Erde in Berührung mit Gottes Gegenwart kommen, dies auch physisch kraftvoll erleben. Davon erzählt die Bibel an so einigen Stellen. Es wären zu viele, um sie in diesem Blogbeitrag alle aufzuzählen. Genannt sei bspw. Paulus, der erblindet, als er Gottes Herrlichkeit sah (vgl. Apostelgeschichte 9:3-29). Oder Mose, der Gottes pure Gegenwart nicht ertragen würde. Deshalb sieht er nicht das Angesicht Gottes, sondern lediglich seinen Rücken – sonst würde Mose sogar sterben, sollte er Gott in seiner gesamten Herrlichkeit erblicken (Vgl. 2. Mose 33:18-23).
Die Bibel berichtet zudem ausdrücklich davon, dass Menschen in Gottes Gegenwart umfallen würden. So ergeht es Abraham (1. Mose 17:3), Mose und Aaron (4. Mose 17:10), Josua (Josua 7:10), Petrus (Matthäus 17:6), einem Samariter (Lukas 17:16) und noch einigen anderen.
2. In der Bibel fallen die Menschen jedoch nicht auf den Rücken!
Beschäftigt man sich mit den einzelnen Berichten derjenigen Menschen, die davon erzählen, wie sie bspw. in einem Gottesdienst oder bei einer Heilungsveranstaltung „im Heiligen Geist umgefallen“ seien, wird auffallend häufig davon berichtet, dass sie dabei auf den Rücken gefallen sind. So habe auch ich es beobachtet. Biblische Tatsache ist, dass in den biblischen Berichten Menschen immer auf ihr Angesicht (also nach vorn) fallen, wenn ihnen dies in Gottes Gegenwart geschieht.
Nun könnte man (vielleicht auch zurecht) denken:
„Wenn man im Heiligen Geist, also in Gottes Gegenwart, umfällt, dann muss das zwangsläufig auf das eigene Angesicht geschehen. Schließlich gibt es in der Bibel nur solche Berichte.“
Wenn du so argumentierst, dann ist das in Ordnung. Ich möchte uns (und damit auch mich selbst) jedoch mit dem folgenden Gedanken dazu herausfordern: In der Bibel wird an keiner Stelle erwähnt, dass ein Mensch von Bauchschmerzen geheilt wurde. Dennoch beten wir Menschen dafür, dass jemand, der unter chronischen Bauchschmerzen leidet, von Gott geheilt wird. Innerhalb der Bibel hat Gott Blinde, Lahme oder Aussätzige geheilt. Und dennoch schließen wir nicht aus, dass Gott Personen auch von anderen Erkrankungen heilen kann.
Wieso packen wir dann aber den allmächtigen Gott bei anderen Themen in eine Box? Und weshalb legen wir ihn darauf fest, dass seine Gegenwart Menschen zwangsläufig auf ihr Antlitz bringen kann, sie dabei jedoch niemals auf den Rücken fallen dürfen?! Gott ist tatsächlich so viel größer, als wir denken. Außerdem steht an keiner Stelle in der Bibel, dass die Gegenwart Gottes einen Menschen nicht dazu bringen könnte, dabei auf den Rücken zu fallen. Gäbe es einen solchen Vers, wäre die Diskussion an dieser Stelle natürlich beendet.
Fazit:
Gottes Gegenwart kann Menschen dazu bringen, dass sie sich nicht mehr auf ihren Beinen halten können. Das ist biblisch belegt. An keiner Stelle wird ein solches Wirken Gottes als beendet erklärt. Grundsätzlich sollten wir Menschen aufpassen, dass wir Gott nicht vorschnell in eine Box packen. Wir dürfen offen dafür sein, wie Gott seine Macht auch heute noch zeigt und Menschen begegnet. Grundsätzlich ist es auch eine biblische Wahrheit, dass dort, wo der Heilige Geist erbeten wird, auch der Heilige Geist kommt (vgl. Lukas 11:13) – und nicht irgendein anderer Geist!
Außerdem ist es nicht erforderlich, ein solches Erlebnis zu haben, um von Gott geliebt zu werden. Gott zeigt sich jedem Menschen individuell! So sind auch nicht alle biblischen Glaubenshelden in Gottes Gegenwart umgefallen. Und dennoch bleiben sie alle Glaubenshelden und vor allem Gottes geliebte Kinder!
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