STAYONFIRE

Blogpost

Ansprechbar: "Weshalb ist das Alte Testament wichtig? Reicht nicht das Neue Testament?"

Annemieke Binggelivon Annemieke Binggeli
Glaubensleben
Ansprechbar: "Weshalb ist das Alte Testament wichtig? Reicht nicht das Neue Testament?"

Die Geburt, das Wirken und die Auferstehung Jesu finden wir im Neuen Testament der Bibel. Ebenso lesen wir auch hierin die zahlreichen Briefe, die u. a. vom Apostel Paulus an die ersten christlichen Gemeinden geschrieben wurden und daher eine Relevanz auch für die christliche Kirche heutzutage in sich tragen.

Gleichzeitig kenne ich es ebenso aus meinem persönlichen bisherigen Kontext in Kirche und Gemeinde, dass oftmals Predigten über die Geschichten im Neuen Testament gehalten werden: Die Wunderheilungen durch Jesus sind da z. B. ganz vorn mit dabei.

Doch warte mal: Gibt es nicht noch einen anderen Abschnitt der Bibel, das Alte Testament? Schnell kann es einem so vorkommen, als wäre nur noch das Neue Testament relevant. Dennoch finden wir „beide Teile“ – das Alte und das Neue Testament – in der Bibel.

Wenn Jesus, die doch so entscheidende Person für unseren Glauben, im Alten Testament scheinbar gar nicht auftaucht und sich seit Jesu Tod am Kreuz doch sowieso alles einschneidend geändert hat, … weshalb ist das Alte Testament dann dennoch lesenswert für uns Christen heutzutage? Genau dieser Frage gehen wir heute gemeinsam in diesem Ansprechbar-Beitrag auf den Grund. Persönlich kann ich dir nur sagen: Es liegt ein großer Schatz im Alten Testament! Und nur das Gesamtbild der Bibel ermöglicht echten Tiefgang im sowie Überblick über den christlichen Glauben. Hier nun also ein paar Gründe dafür, dass das Alte Testament (kurz: AT) relevant für dich und mich heute ist und bleibt:

1. Das AT ist der „erste Teil“ der Geschichte Gottes mit uns Menschen

Im Alten Testament finden wir u. a. den Bericht über die Schöpfung der Erde. Wir finden ebenso zahlreiche Erzählungen darüber, wie Gott mit seinem erwählten Volk Israel Geschichte schrieb, z. B. den berühmten Auszug aus Ägypten. Wir lesen davon, wie sich das Volk Israel, das Volk der Juden, bildete. Wir haben Berichte über Gottes Wirken auf dieser Erde und mit uns Menschen eben nicht erst, seitdem Gott selbst in Jesus Christus Mensch wurde. Nein! Die niedergeschriebene Geschichte Gottes mit unserer Welt begann bereits viele Jahre zuvor!

Wenn wir das AT aus unserem Glaubensleben ausschließen, berauben wir uns eines entscheidenden Einblicks in Gottes Wesen und Charakter. Wir würden entscheidende Dinge verpassen, die Gott bereits über sich offenbart hat und auf die wir Zugriff haben, da wir sie einfach und frei zugänglich in der Form des AT lesen und studieren können.

2. Jesus Christus selbst lebte nach den Schriften des AT

Als Jesus Christus auf dieser Erde lebte und wirkte, gab es noch keinerlei Schriften des Neuen Testaments. Diese wurden logischerweise erst rückwirkend über Jesu Leben, Tod und Auferstehung geschrieben, folglich ebenso diejenigen über die ersten christlichen Gemeinden, die sich erst nach Pfingsten bildeten.

Jesus Christus selbst lebte als Jude in Israel. Jesus Christus, Gott selbst, wurde geboren und wirkte inmitten von Gottes erwähltem Volk der Juden. Er wurde daher als Jude und damit nach den Schriften des AT (z. B. der jüdischen Tora) erzogen.

Um die Person Jesus Christus zu verstehen, ist es wichtig, den Kontext zu begreifen, in dem er wirkte, lehrte und sprach. Viele der Gleichnisse, die Jesus im Neuen Testament immer wieder für seine Verkündigung gebrauchte, ergeben erst dann Sinn, wenn man den damaligen Kontext des Judentums und daher auch die Geschichten des AT, die den jüdischen Kontext ausgesprochen stark geprägt haben, kennt.

Wer die Person Jesus Christus, als Jude in diese Welt hineingeboren, also wirklich begreifen möchte, kann das AT nicht einfach ausklammern.

3. Jesus selbst zitierte in seiner Lehre immer wieder das AT

Es ist also nicht verwunderlich, dass Jesus, der selbst nach den Schriften des AT gelehrt wurde, in seiner Verkündigung immer wieder das AT zitierte. Hier nur zwei Beispiele:

In Matthäus 12:40-41 bezieht sich Jesus auf die Geschichte des Propheten Jona, die wir im AT finden:

„Jona war drei Tage und drei Nächte im Bauch des großen Fisches. Ebenso wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte in den Tiefen der Erde sein. Die Einwohner von Ninive werden am Gerichtstag gegen die heutige Generation auftreten und sie verurteilen, denn nach Jonas Predigt kehrten sie um zu Gott. Und hier steht jemand vor euch, der größer ist als Jona!“

In Matthäus 19:4-7 zitiert Jesus wortwörtlich aus dem AT, um die Frage nach einer möglichen Ehescheidung zu beantworten:

„Jesus antwortete: »Habt ihr denn nicht gelesen, was in der Heiligen Schrift steht? Da heißt es doch, dass Gott am Anfang die Menschen als Mann und Frau schuf und sagte: ›Ein Mann verlässt seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele.‹ Sie sind also eins und nicht länger zwei voneinander getrennte Menschen. Und was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.«“

Dass Jesus Christus das AT wortwörtlich in seine Lehre aufnahm, dürfte ein klares Argument für die aktuelle Relevanz dieser alttestamentlichen Texte für unser Christenleben heute sein!

4. Last but not least: Jesus Christus selbst ist die Erfüllung der Prophetien im AT

Bereits im AT weist Gott sein Volk auf den kommenden Messias, Jesus Christus, hin. Jesus selbst erfüllte die zahlreichen Prophetien, die bereits im AT über ihn ausgesprochen wurden!

Eine der bekanntesten ist die des Leidens des Messias aus Jesaja 53, die sich im Kreuzestod Jesu schließlich offenbarte. Doch auch die Jungfrauengeburt, durch die Jesus zur Welt kam, wurde bereits in den Texten des AT prophezeit (vgl. Jesaja 7:14).

Das AT selbst verweist also in sich in aller Eindeutigkeit auf den kommenden Messias: Jesus Christus. Wie könnten diese Texte dann für uns Nachfolger Jesu heute keinerlei Relevanz mehr in sich tragen?!

Kurzes Fazit:

Es lohnt sich, das AT zu studieren. Die genannten Gründe sprechen für sich. Wenn du gern Tipps für dein Bibelstudium – eben auch das des AT – haben möchtest, dann empfehlen wir dir, unseren Blogbeitrag hierzu in der Mediathek der App zu suchen. Du findest ihn unter dem Titel: „Ansprechbar: Welche Tipps habt ihr, um die Bibel zu studieren?“

Viel Freude, Gewinn und Segen dir beim Lesen des AT!