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Ansprechbar: "Juden glauben nicht an Jesus, aber sind trotzdem das Volk Gottes?"

Annemieke Binggelivon Annemieke Binggeli
Glaubensleben
Ansprechbar: "Juden glauben nicht an Jesus, aber sind trotzdem das Volk Gottes?"

Die Juden sind der Bibel nach das Volk Gottes. Doch wie ist das möglich? Sie glauben ja nicht, dass Jesus der Messias ist ... Und laut der Bibel gehört ja nur derjenige Mensch zum Volk Gottes, der Jesus als seinen persönlichen Herrn und Retter anerkennt, wie es schon in einem der bekanntesten Verse der Bibel, Johannes 3:16, steht ...

Kann ein Jude etwa erlöst sein, ohne dafür an Jesus Christus zu glauben?!

Um zu dieser spannenden und zugegebenermaßen auch etwas kniffligen Frage eine Antwort zu finden, gilt es erst mal ein paar Grundlagen festzulegen. Die Bibel bietet uns alle Erklärungen, die wir dafür brauchen:

1. Die Juden sind der Bibel nach das Volk Gottes

Im gesamten Alten Testament wird bereits deutlich: Das Volk Israel ist das von Gott erwählte Volk. Man bedenke allein die berühmte Geschichte, in der Gott sein Volk Israel aus der Gefangenschaft Ägyptens führt, nachzulesen im biblischen Buch Exodus. Gott hat Israel zu seinem Eigentum erklärt. Er hat es auserwählt. Er will durch dieses Volk Geschichte schreiben. Er will, dass es ganz ihm gehört. Warum genau das Volk Israel? Das wissen wir nicht. Es ist die Souveränität Gottes, die diese Entscheidung trifft.

Jetzt denkst du dir vielleicht: „Die Rede ist in der Bibel doch vom Volk Israel. Aber nicht jeder Israelit ist Jude!“ Diese Aussage stimmt – heutzutage. Ja, im heutigen Staat Israel gibt es mittlerweile Menschen verschiedener Religionen. Zu biblischen Zeiten war es allerdings ganz anders. Jeder Mensch, der damals zum Volk Israel gehörte, war ein Jude. Und außerhalb des israelitischen Volkes gab es keine Juden. Israelit = Jude. So war es damals.

2. Jesus selbst war Jude

Ja, man mag es auf den ersten Blick kaum glauben, doch Jesus Christus höchstpersönlich hat zu seiner Zeit als Mensch auf dieser Erde als Jude gelebt. Seine eigentliche Mission war es nicht, eine neue Religion (das Christentum) zu gründen, sondern sein eigenes Volk, das jüdische Volk Israel, das Volk Gottes, zu erlösen. Doch dieses nahm ihn nicht an. Es glaubte nicht, dass er der versprochene Erlöser für das Volk Israels war.

Weil die damaligen Juden/Israeliten vor über 2.000 Jahren Jesus Christus als Messias ablehnten, ja ihn am Ende sogar ans Kreuz nagelten, erweiterte Jesus seinen Wirkungskreis. Und damit wurde seine Mission zu einer weltweiten Mission. Nicht mehr nur für die Juden, sondern nun auch für alle anderen war Erlösung durch Jesus möglich. Wieder eine souveräne Entscheidung Gottes, die wir in der Bibel finden, und so einfach nur dankend annehmen dürfen (vgl. vor allem Römer 11).

3. Ein Sonderplan für die Juden

Der entscheidende Punkt kommt nun. Und den dürfen wir auch einfach aus Gottes souveräner Hand nehmen. Paulus schreibt in dem entscheidenden biblischen Kapitel zur Thematik, Römer 11, die folgenden Worte:

„Damit ihr das nicht falsch versteht und auf die Juden herabseht, liebe Brüder und Schwestern, möchte ich euch ein Geheimnis anvertrauen: Ein Teil des jüdischen Volkes ist verhärtet und verschlossen für die rettende Botschaft. Aber das wird nur so lange dauern, bis die volle Anzahl von Menschen aus den anderen Völkern den Weg zu Christus gefunden hat. Wenn das geschehen ist, wird ganz Israel gerettet, so wie es in der Heiligen Schrift heißt: »Aus Zion wird der Retter kommen. Er wird die Nachkommen Jakobs von ihrer Gottlosigkeit befreien. Und das ist der Bund, den ich, der Herr, mit ihnen schließe: Ich werde ihnen ihre Sünden vergeben.« Indem sie die rettende Botschaft ablehnen, sind viele Juden zu Feinden Gottes geworden. Aber gerade dadurch wurde für euch der Weg zu Christus frei. Doch Gott hält seine Zusagen, und weil er ihre Vorfahren erwählt hat, bleiben sie sein geliebtes Volk.“ (Verse 25-28)

Lassen wir diese Tatsache stehen: Die Bibel gibt Hoffnung darauf, dass tatsächlich das gesamte Volk der Juden erlöst sein wird. Und doch lernen wir hier ebenso eine andere Tatsache: Die erlösten Juden werden an Jesus Christus glauben. Noch sind ihre Herzen dafür verhärtet, aber diese werden weich für Jesus werden. Und am Ende sind auch die Juden genau wie jede/r andere allein durch den Glauben an Jesus Christus als Herrn und Retter erlöst.

Auch heute gibt es bereits zahlreiche sogenannte „messianische Juden“ auf dieser Welt. Die Jünger und Apostel waren so etwas wie die ersten „messianischen Juden“, Menschen, die zum jüdischen Volk Israel gehören und gleichzeitig an Jesus Christus als Messias glauben.

Auch heute sind und bleiben die „messianischen Juden“ eben Juden und sie verstehen sich auch so. Allerdings glauben sie ebenso an Jesus als ihren verheißenen Messias, als ihren Retter und Erlöser. Ihre Vorfahren entstammen dem Volk Israel, dem Volk der Juden. Und diese Identität wollen sie nicht ablegen, indem sie sich nun etwa „Christen“ nennen. Dabei ist die Theologie der „messianischen Juden“ die christliche!

Fazit:

Die Juden sind und bleiben Gottes Volk, und das, obwohl sie nicht an Jesus Christus glauben. Kann nun ein Jude etwa erlöst sein, ohne dafür an Jesus Christus zu glauben?! Die Bibel gibt hier eher ein „Nein“ zur Antwort. Wie wir aus Römer 11 herauslesen können, sind nur diejenigen Juden auch zum ewigen Leben erlöst, die zu „messianischen Juden“ werden. Gott verspricht in seinem Wort, dass er dem jüdischen Volk für einen Glauben an Jesus Christus eine Art entscheidenden Stoß in die richtige Richtung geben wird, wenn die Zeit dafür gekommen ist.


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