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Impuls

Wer Gehört Wirklich Dazu?

Annemieke Binggelivon Annemieke Binggeli
Identität

Römer

Kapitel 2, Vers 17–​29

WER GEHÖRT ZUM VOLK GOTTES?

17Was ist nun mit dir? Du nennst dich Jude und verlässt dich darauf, dass du Gottes Gesetz besitzt, du bist stolz auf deinen Gott und dein besonderes Verhältnis zu ihm. 18Denn du hast Gottes Gebote gelernt und weißt genau, wie man sich verhalten soll. 19Deshalb traust du dir zu, Blinde führen zu können und für alle, die im Dunkeln tappen, das Licht zu sein. 20Du willst die Unverständigen erziehen und die Unwissenden belehren, denn mit dem Gesetz hast du alles in Händen, was wir über Gott und seine Wahrheit wissen können. 21Doch wenn du die anderen so gut belehren kannst, weshalb nimmst du selbst keine Lehre an? Du predigst, dass man nicht stehlen soll, und stiehlst selber? 22Du sagst den Leuten, dass sie nicht die Ehe brechen sollen, und tust es selbst? Du verabscheust Götzen, und dann bereicherst du dich an ihren Tempelschätzen. 23Du bist stolz darauf, dass Gott euch sein Gesetz gegeben hat, und dennoch lebst du nicht nach seinen Geboten und bringst ihn so in Verruf. 24Aber das steht ja schon in der Heiligen Schrift: »Euretwegen werden die Völker Gottes Ehre in den Schmutz ziehen.« 25Sicher ist es ein ganz besonderer Vorzug, Jude zu sein, wenn du Gottes Gebote befolgst. Tust du dies aber nicht, dann bist du mit denen gleichzustellen, die niemals beschnitten worden sind. 26Wenn aber umgekehrt Menschen, die nicht beschnitten worden sind, nach Gottes Geboten leben, dann gelten sie vor ihm als beschnitten. 27Ja, solche Menschen werden sogar über euch Juden Richter sein; denn ihr seid zwar am Körper beschnitten und habt Gottes Gebote, aber ihr lebt nicht danach. 28Die jüdische Abstammung und die Beschneidung sind also nur äußerlich und lassen noch niemanden wirklich zum Juden werden. 29Jude ist man im tiefsten Inneren, wenn die Beschneidung mehr bedeutet als die Erfüllung toter Buchstaben. Was wirklich zählt, ist die Beschneidung, die vom Heiligen Geist kommt und einen Menschen völlig verändert. In den Augen der Menschen mag das nicht viel bedeuten, wohl aber bei Gott.

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Um diesen Abschnitt besser zu verstehen, muss man das Alte Testament einbeziehen. Kurzum waren zur Zeit des Alten Testaments die Juden, das Volk Israel, die „Auserwählten“ Gottes. Sie waren Gottes Volk, erlebten seine Nähe, seine Gnade und seinen Schutz. Aber da nun mal alle Menschen, die jemals auf diesem Planeten lebten und leben, manchmal schlechte Entscheidungen treffen und gegen Gott rebellieren, taten dies auch die Juden zur Zeit des Alten Testaments. Dies bewegte Gott nun endgültig dazu, dass nicht mehr „nur“ die Juden, sondern wirklich alle Völker dieser Erde zu seinem Volk gehören dürfen! Jesus hat am Kreuz die Tür zu Gott für alle Menschen weit aufgestoßen. Denn Jesus ist nicht nur für die Sünden des jüdischen Volkes, sondern für die der ganzen Welt gestorben und am dritten Tag von den Toten auferstanden.

In den Zeiten, in denen Paulus nun diese Verse formulierte, gab es einige Führer des Judentums, die die Gnade Gottes immer noch nur für sich selbst als Juden beanspruchten. Und Paulus argumentierte entschieden dagegen: Nicht, dass du zum jüdischen Volk gehörst und die Tradition der Beschneidung an dir vollziehen lässt, sondern „was wirklich zählt, ist die Beschneidung, die vom Heiligen Geist kommt und einen Menschen völlig verändert. In den Augen der Menschen mag das nicht viel bedeuten, wohl aber bei Gott.“ (V. 29) Heutzutage gibt es leider immer noch öfters Diskussionen, ob nur bestimmte christliche Kirchen oder Gemeinden erlöst sind oder nicht - und sogar innerhalb der Christenheit wird darüber diskutiert. Doch auch für heutige Streitigkeiten dieser Art gilt: Erlöst und gerecht gesprochen vor Gott ist derjenige, der den Heiligen Geist empfangen hat. Egal ist dabei, zu welcher Kirche oder Gemeinde diese Person gehört und ebenso egal ist, aus welcher Nation er oder sie stammt!