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Besser als zuvor durch die Weihnachtszeit

Fiona Pfeifervon Fiona Pfeifer
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Besser als zuvor durch die Weihnachtszeit

Bitte was? In 15 Tagen ist schon wieder Heiligabend und in 22 Tagen das Jahr vorbei?! Wie kann das sein?

Ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass die Tage im November und Dezember weniger als 24 Stunden haben. Ich konnte diese These bisher zwar nicht wissenschaftlich belegen, aber dennoch treffe ich viele Menschen in meinem Umfeld, die mir dieses Gefühl bestätigen. Insbesondere die Vorweihnachtszeit tendiert bekanntlich dazu, die stressreichste Zeit des gesamten Jahres zu sein. Doch wieso ist das so und wie schaffen wir es, besser und gelassener als zuvor durch diese Tage und Wochen zu kommen?

Ich merke immer wieder, welch besondere Atmosphäre die Winter- und Weihnachtszeit mit sich bringt. Wenn auch meines Erachtens ein bisschen mehr Schneefall positiv zu dieser winterlichen Stimmung beitragen würde, so bestehen große Erwartungen an jene Zeit des Jahres. In meiner Fantasie male ich mir die gemütlichsten Stunden mit dicken Wollsocken, Punsch und Plätzchen im behaglichen Wohnzimmer aus, wobei ich in Gemeinschaft einen Weihnachtsfilm nach dem anderen ansehe und Zeit habe, um Bücher zu lesen, zu basteln und Geschenke für Familie und Freunde vorzubereiten. Und immer wieder werde ich in meiner Fantasie getrübt und meinen Erwartungen enttäuscht. Letztlich sind es die Tage kurz vor dem Fest, an denen ich versuche, das meiste von all dem zu schaffen, und mich dann mit dem Endergebnis zufriedengeben muss. Kennst du das?

Mir ist aufgefallen, dass ich gar nicht genau festmachen kann, ab wann ich in Weihnachtsstimmung bin. Ist es, sobald ich anfange, Weihnachtslieder zu hören oder Plätzchen zu backen? Wenn ich den ersten Glühwein trinke oder meinen Wunschzettel schreibe? Ich kann es nicht genau sagen, doch was mir bewusst geworden ist: Es geht hierbei immer um MICH.

Genauso wie bei all den Listen, die im Internet zu finden sind und bei denen uns empfohlen wird, unsere Wohnung weihnachtlich zu dekorieren, Plätzchen zu backen, einen Weihnachtsmarkt zu besuchen, einen Weihnachtsfilm anzusehen, Weihnachtslieder zu hören und vieles mehr, um auch bloß mit allen Sinnen in der Weihnachtszeit anzukommen. Es geht immer darum, dass WIR die schönste Zeit haben, UNS persönlich wohlfühlen und bloß nicht gestresst wirken.

Bitte versteh mich nicht falsch. Ich denke auch, dass insbesondere die Weihnachtszeit eine gute Gelegenheit bietet, um Freundschaften bei einem Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt zu pflegen, besonderen Menschen eine Freude zu machen und Plätzchen mit Kindern oder der Oma zu backen. Doch ich nehme auch wahr, wie all diese „Must-do-Aufgaben“ einen ungesunden Druck ausüben und von dem eigentlichen Grund des Weihnachtsfestes ablenken. Ich denke, dass der größte Stressfaktor genau darin besteht, sich selbst zu fragen, wie wir denn nun das schönste Weihnachtsfest gestalten und die besinnlichste Stimmung kreieren können.

Als ich diesen Punkt erkannt habe, ist mir bewusst geworden, dass der aufkommende Stress also hausgemacht zu sein scheint. Ich nehme in meinem Umfeld Trends wahr und projiziere sie auf mich. Ich rede mir selbst ein, dass auch ich genau diese Dinge tun muss, um in Weihnachtsstimmung zu kommen und mich wohlzufühlen. Was also, wenn wir anfangen, unseren Blickwinkel zu verändern?

Im vergangenen Jahr haben wir als Gemeinde bei dem Projekt „24x Weihnachten neu erleben“ mitgemacht. Dieses Projekt befasst sich genau mit dem zuvor geschilderten Problem. Weihnachten kommt jedes Jahr aufs Neue und insbesondere wir als Christen wissen oft seit Kindertagen, weshalb wir dieses Fest feiern, denn „es begab sich aber zu der Zeit …“

Umso herausfordernder erscheint es also, sich immer wieder – Jahr für Jahr – auf den eigentlichen Grund des Weihnachtsfestes zu fokussieren und dabei nicht nur an dem einen Punkt der Geschichte hängen zu bleiben, sondern die ganze Geschichte des Evangeliums zu verstehen. Ich durfte das Buch zu dem besagten Projekt lesen und so jeden Tag aufs Neue verstehen, wieso wir als Christen Weihnachten feiern und was für ein genialer Geschichtenschreiber Gott doch ist. Im Nachhinein ist mir dann bewusst geworden, dass mir diese 30 Minuten pro Tag, die ich mit dem Lesen des Buches verbracht habe (ich habe es übrigens in Gemeinschaft bei Tee und Gebäck gelesen, was ein richtig toller Nebeneffekt war), so viel mehr geholfen haben, mich auf Weihnachten zu fokussieren, und mich mit Dankbarkeit und Gelassenheit erfüllt haben. Denn erstens durfte ich neu erkennen, was für einen wunderbaren Gott wir als Christen haben, dass er seinen Sohn als Kind in diese Welt geschickt hat. Zweitens habe ich mir diese 30 Minuten pro Tag bewusst genommen, um mich auf Gott zu fokussieren, und drittens habe ich eine tiefe Gelassenheit empfunden, dass es in der Weihnachtszeit eben nicht darauf ankommt, die meisten Plätzchen zu backen, die gemütlichsten Abende auf dem Sofa zu verbringen und sich mit Weihnachtsliedern in Stimmung zu bringen.

Dieses Jahr, und dazu lade ich dich nun ebenso ein, habe ich mir vorgenommen, es ähnlich zu machen. Ich habe im Internet nach einem Buch geschaut, welches mich durch die ersten 24 Tage des Dezembers bringt und mit dem ich mich jeden Tag ganz bewusst auf das ausrichten kann, was mich wirklich in Weihnachtsstimmung bringen sollte: Gott und sein Geschenk an uns Menschen!

Plötzlich merke ich, dass ich auch die anderen Dinge wie Plätzchen backen, Glühwein trinken und Geschenke kaufen mit einer Leichtigkeit und Gelassenheit tue, weil ich mir vorstelle, wie Jesus mit mir durch den Dezember geht, bei all diesen Aktionen dabei ist und sich wahnsinnig auf seinen Geburtstag freut.