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Ein Zweifel an Gott und, was ich dagegen halte - Mona
Gott segnet meinen Nächsten – mich jedoch nicht. Vielleicht ging dir dieser oder aber solch ein ähnlicher Gedanke bereits vielfach durch den Kopf. Im Folgenden möchte ich mit dir auf einige Aspekte hierzu eingehen, wenn wir denken – vielleicht auch unterbewusst –, dass bei allen Menschen um uns selbst herum der Segen nur so fließt, während wir selbst jedoch uns nur abmühen. Dann kann sich schnell ein Kreislauf einstellen, bei dem ich anfange, an Gottes Gunst für mich zu drehen und zu zweifeln, dass diese doch wahrhaftig für mich gilt. Der Zweifel, dass Gott mich so enorm segnen will, verstärkt sich. Alles, was ich nun noch sehe, ist, dass es bei dem anderen im Leben läuft. Bei mir eher nicht.
Strukturieren wir diese Gedanken und Gefühle doch zunächst ein wenig: Wieso fange ich überhaupt an, mit Blick auf Gottes Gunst und seinen Segen eine Differenzierung von mir zu anderen vorzunehmen? Weshalb verbringe ich so viel Zeit damit, von außen zu betrachten, wie andere Leben verlaufen, obwohl ich gar nicht wissen kann, womit dieser andere zu kämpfen hatte und weiterhin hat? Innere Kämpfe und Hürden des anderen können mir im Detail gar nicht explizit bekannt und bewusst sein. Alles, was ich am Ende hier bemerke, ist eine äußerliche Momentaufnahme. Und diese setze ich dann in Bezug zu meiner jetzigen Situation. Der schnelle und einfache Rückschluss: Ich selbst stehe ohne Gottes Gunst da, wenn es in meinem Leben mal wieder nicht so einfach läuft.
Gewagte Aussage, findest du nicht auch? Denn woher nehme ich mir selbst das Recht, zu urteilen, dass Gott mir gegenüber weniger gut agiert? Lass mich dir eines nochmals ganz deutlich sagen: Gott liebt dich unendlich. Egal, woher du kommst, egal, was du bisher gemacht hast oder welche Möglichkeiten du ergriffen oder verstreichen lassen hast – Gottes Bild von dir ist gut, weil du sein Kind bist, also weshalb sollte er nicht die allergrößte Freude daran haben, dir seine Gunst zu schenken?!
Ja, in einzelnen Situationen oder Phasen mag es anders kommen, als wir es uns oftmals wünschen, aber verlass dich drauf, dass es bei Gott keine „Gunst-Differenzierung“ zwischen dir und dem anderen gibt. Wäre dies der Fall, so müsste ich mein gesamtes Denken über Gott, und das, was ich in der Bibel über sein Wesen lese, abändern. Gott will genau dir seine Gunst zeigen, immer wieder neu. Also habe keine Scheu davor, ihn um seine Gunst in deinem Leben zu bitten und wirklich zu erwarten, dass du diese sehen darfst. Du stehst für Gott nicht weniger im Fokus als jemand anderes, und somit wird er auch nicht weniger für dich bereithalten.
Es ist so gut, für andere zu beten, doch vielleicht sollten wir uns immer wieder bewusst machen, dass wir nicht aus falschem Stolz heraus bei uns selbst anfangen, kleiner zu denken. Du hast keine geringere Stellung bei Gott und so will er dir gerne, wie deinem Nächsten, immer wieder seine Zuwendung und Gunst zeigen. Lerne, für das achtsam zu werden, was Gott bereits in deinem Leben tut, denn oftmals habe ich erlebt, dass die vermeintlich kleinen Momente den wahrlichen Segen ausmachen. Gehe diese Zweifel der „Gunst-Differenzierung“ bewusst an, indem du dir stärker bewusst machst, wie Gottes Wesen ist und in welchen Momenten du ihn bereits erfahren durftest. Bitte ihn, dir dies klar zu zeigen, und notiere es für Zeiten, in denen dir Gedanken wie die obigen kommen.