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Einfach mal anfangen: Wie geht Buße vor Gott?

Annemieke Binggelivon Annemieke Binggeli
Glaubensleben
Einfach mal anfangen: Wie geht Buße vor Gott?

„Buße“, was für ein großes Wort! Und auch ein Begriff, den wir in christlichen Kreisen öfter mal hören, im 21. Jahrhundert so aber eigentlich nicht mehr kennen.

Eine „Buße“ kennen wir vielleicht noch aus dem Straßenverkehr. Wenn wir falsch parken, bekommen wir einen Strafzettel, eine sogenannte „Buße“, die wir bezahlen müssen. Wir machen das Parken im Halteverbot wieder gut, indem wir Geld bezahlen.

Am Strafzettel wird deutlich: „Buße“ meint einen Ausgleich, den ich für etwas leiste, das ich falsch gemacht habe. Es ist die bewusste Wiedergutmachung. Der Duden ergänzt zur religiösen Bedeutung von „Buße“:

„Das Bemühen um die Wiederherstellung eines durch menschliches Vergehen gestörten Verhältnisses zwischen Gott und Mensch.“

Hört sich tatsächlich komplizierter an, als es ist.

Letzte Woche ging es bereits darum, eine Entscheidung für Jesus zu treffen. Und klar, darin spielt die Buße auch eine Rolle. Zugleich ist Buße so viel mehr als die einmalige Entscheidung für Jesus. Buße spielt auch im gesamten Leben eines Christen eine Rolle.

Manchmal wissen wir genau, dass etwas zwischen Gott und uns steht. Kein großes Drama, eher eine leise Vermutung in uns. Die Gebetszeiten werden kürzer, das Bibellesen wird oberflächlicher, das eigene Herz ein bisschen härter gegenüber anderen Menschen. Und irgendwo dazwischen schleicht sich der Gedanke ein: Ich müsste mal wieder mit Gott reden. Doch wie geht das eigentlich, ganz praktisch?

Buße klingt nach schweren Worten, einem gesenkten Blick und einem inneren Strafkatalog, den wir vor Augen haben. Dabei beginnt echte Buße bei Gott oft viel unspektakulärer. Sie braucht keine perfekten Formulierungen. Sie braucht einfach deine Ehrlichkeit und den Mut zu sagen:

„Gott, hier bin ich (mal wieder). Und ich bin falsch abgebogen.“

Buße vor Gott ist kein religiöses Ritual, das man bloß korrekt ausführen muss. Sie ist der Start und gleichzeitig die Instandhaltung der Beziehung! Wie in jeder guten Beziehung geht es erst mal ums Hinhören, nur so lösen wir Konflikte gesund auf. Gott kennt unser Herz sowieso. Ihn überrascht also rein gar nichts. Buße bedeutet also nicht, Gott über jede Sünde zu informieren, die wir so in unserem Leben getan haben, sondern darum, sich selbst und den eigenen Sünden nicht länger auszuweichen!

Der erste Schritt ist deshalb erstaunlich simpel:

Einfach mal anfangen. Nicht warten, bis du dich besser fühlst. Nicht erst dann kommen, wenn die Schuld sich groß genug anfühlt. Sondern jetzt. Mitten in deinem Alltag. Mitten im Chaos.

Buße heißt, die Dinge beim Namen zu nennen, sie nicht zu beschönigen und nicht zu relativieren.

„Ich war lieblos.“

„Ich habe dir nicht vertraut, Gott.“

„Ich habe mich selbst zum Maßstab gemacht und nicht dich.“

Das ist unbequem, aber heilsam. Und: Wahrheit ist der Boden, der Veränderung erst möglich macht.

Und dann? Dann passiert etwas, das wir oft vergessen: Gott begegnet uns eben nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit offenen Armen. Buße ist keine Einbahnstraße der Selbstanklage, sondern eine Bewegung hin zu Gottes Gnade. Gottes Liebe ist kein theoretisches Konzept, sondern eine reale Kraft, die dich aufrichtet, reinigt und neu ausrichtet.

Buße bedeutet auch Umkehr

Es ist nicht nur ein „Es tut mir leid“, sondern auch ein „Ich will einen anderen Weg gehen. Mit dir Gott.“ Das gelingt selten aus eigener Kraft.

Deshalb gehört zur Buße auch immer die Bitte: „Hilf mir, Gott.“ Kleine Schritte zählen auch hier: Neue Entscheidungen im Alltag, andere Worte, andere Reaktionen, andere Prioritäten.

Vielleicht ist Buße vor Gott weniger ein einmaliges Großereignis, sondern vielmehr ein fortwährender Lebensstil. Ein waches Herz, das sich von Gott korrigieren lässt. Eine innere Einstellung, die sagt: „Ich will lernfähig bleiben.“ Nicht aus Angst, sondern von der Liebe Gottes getragen.

Wenn du heute spürst, dass es dran ist, dann mach es dir nicht noch komplizierter als nötig.

Ein paar ganz praktische Tipps:

  1. Setz dich einen Moment hin. Ungestört. Nur Gott und du.

  2. Wenn es dir zur Konzentration verhilft, dann schalte ein bisschen Lobpreismusik im Hintergrund ein.

  3. Atme kurz tief durch.

  4. Sag Gott, wie es dir geht. Keine perfekten Worte, sondern so, wie es aus deinem Herzen kommt.

  5. Erzähle Gott klar von deinem Wunsch, dass du ihn (neu) in deinem Leben erfahren möchtest.

  6. Bitte Gott darum, dass er dir das vergibt, was du falsch gemacht hast. Vielleicht fällt dir direkt etwas ein, bei dem du in dir spürst, dass es falsch war.

  7. Bitte Gott darum, dass er dich seine Vergebung spüren lässt.

Ja, wenn wir an Jesus Christus glauben, eine grundsätzliche Entscheidung für Jesus Christus als unseren persönlichen Herrn und Retter getroffen haben, ist uns jede Schuld vergeben (vgl. Johannes 3:16). Dennoch gehört es zu einer lebendigen Beziehung, wie auch zu der Beziehung zwischen Menschen (selbst in einer Ehe, unter Geschwistern oder in der Eltern-Kind-Beziehung), einander um Vergebung zu bitten. Dann kann neu durchgestartet werden und Veränderung greifbar werden.

„Erschaffe in mir ein reines Herz, o Gott; erneuere mich und gib mir die Kraft, dir treu zu sein!“ (Psalm 51:12)