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Jesus und der Mann mit der gelähmten Hand
Jesus begegnete Menschen. Die Begegnung, auf die wir heute schauen, hatte es in sich. Sie gibt uns Orientierung dafür, wie wir mit Vorurteilen, Ausgrenzung, Mobbing und Ungerechtigkeit umgehen können. Sei es als Betroffene oder als Zuschauer. Um welche Begegnung geht es?
Als Jesus ein anderes Mal in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann mit einer gelähmten Hand. Da passten sie genau auf, ob er ihn am Sabbat heilen würde, denn sie wollten einen Grund finden, ihn anzuklagen. Jesus sagte zu dem Mann mit der gelähmten Hand:
„Steh auf und stell dich in die Mitte!“ (Markus 3:1-3 NeÜ)
Wir befinden uns also in der Synagoge an einem Sabbat. Die führenden Leiter kannten Jesus bereits und nahmen ihn explizit unter die Lupe. Jesus interessierte das herzlich wenig. Stattdessen tat er etwas anderes:
Jesus stellt Außenseiter in den Mittelpunkt.
Bevor Jesus etwas Spektakuläres tat, ging er zu dem Mann mit der gelähmten Hand – wir dürfen annehmen, dass er irgendwo am Rand saß und versuchte, nicht aufzufallen – und er sagte zu ihm:
„Steh auf und stell dich in die Mitte!“ [3]
Die Mitte der religiösen Elite war ihr eigener Stolz. Wer würde das Gesetz am genauesten befolgen? Jesus aber schaffte eine neue Mitte. Den bedürftigen Menschen. Mit anderen Worten: Er stellt uns in die Mitte. Dich und mich. Mit unserer Last. Mit unserer Krankheit. Mit unserer Schwäche. Und weshalb? Um uns zu begegnen!
Jesus begegnet den Menschen nicht mit Regeln, sondern mit Leben.
Jesus merkte, dass manche Menschen ihn auf dem Kieker hatten. Diese Leute fragten sich, ob er den Kranken wohl am Sabbat heilen würde. Er antwortete den Männern:
„Soll man am Sabbat Gutes tun oder Böses? Soll man ein Leben retten oder es zugrunde gehen lassen?“ Sie schwiegen. (Markus 3:4 NeÜ)
Hinter jedem Gebot Gottes steht eine größere Idee. Der Sabbat als Ruhetag in der Woche war für den Menschen gemacht. Der Sabbat sollte Leben schenken.
Die damaligen Leiter raubten dem Sabbat jede Spur des Lebens, indem sie ihn zu einer isolierten Regel machten, die jeden Bezug zur ursprünglichen Idee Gottes verloren hatte.
Da sah er sie zornig der Reihe nach an und war zugleich traurig über ihre verstockten Herzen. (Markus 3:5 NeÜ)
Wenn Jesus Menschen begegnet, passiert etwas.
Dann befahl er dem Mann: „Streck die Hand aus!“ Der gehorchte, und seine Hand war geheilt. Die Pharisäer gingen sofort hinaus und berieten mit den Anhängern von Herodes Antipas, wie sie ihn vernichten könnten. (Markus 3:5-6 NeÜ)
Wow! Ist das nicht erstaunlich? Ein Wort – und die Hand war geheilt. Wenn man es genau nimmt, kann man gar nicht von Arbeit am Sabbat sprechen 😀 Dennoch waren die Pharisäer völlig aus dem Häuschen. „Sollen sie doch“, wird sich Jesus gedacht haben. „Ich bin gekommen, um ...
• den Außenseiter in den Mittelpunkt zu stellen,
• dem Menschen nicht mit Regeln, sondern mit der Fülle des Lebens zu begegnen,
• in den Herzen der Menschen etwas ganz Neues zu schaffen.
Wenn Jesus den Menschen begegnet, geschieht etwas. Davon bin ich überzeugt. Was geschieht, liegt in Gottes Hand. Oft geschieht es im Verborgenen, und dennoch geschieht es. Die lebensspendende Kraft Jesu bleibt nicht ohne Wirkung.
Diese Begegnung gibt mir unglaublich viel Orientierung für mein eigenes Handeln. Sehe ich den Übersehenen? Sehe ich das Leben hinter den Geboten Gottes oder folge ich stumpf den Regeln?
Wie begegne ich Menschen? Mit Vorurteilen und Regeln oder mit dem Leben, das Jesus uns schenkt? Gebe ich Jesus Raum, um in meinem Leben zu wirken? Strecke ich die Hand aus? Glaube ich, dass Jesus mein Leben verändern kann?
Wie auch immer diese Veränderung aussehen mag. Ich bin inspiriert, ermutigt und herausgefordert durch diese starke Begegnung. Diesem Jesus will ich folgen!