Hast du schon mal diesen Vers gelesen, in dem Jesus sagte, man solle sein Kreuz auf sich nehmen und ihm dann nachfolgen? Letztens habe ich diesen Vers wieder gelesen und mir darüber einige Gedanken gemacht.
Was bedeutete diese Aussage für Jesu damalige Jünger? Und was bedeutet diese Aussage für uns heute?
Lass uns dazu noch einmal den Vers und auch den Kontext betrachten. Lass uns dazu in Matthäus 16 ab Vers 24 schauen:
„Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden. Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert? Oder was kann der Mensch als Lösegeld für sein Leben geben? Denn der Sohn des Menschen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln kommen, und dann wird er jedem Einzelnen vergelten nach seinem Tun. Wahrlich, ich sage euch: Es stehen einige hier, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie den Sohn des Menschen haben kommen sehen in seinem Reich!“
Was für eine spannende Aussage von Jesus! Schauen wir in die vorherigen Verse, sehen wir, dass Jesus soeben Petrus als Felsen für die Gemeinde berufen hatte. Danach erklärte Jesus, welchen Leidensweg er gehen würde. Da merken wir, dass Petrus, obwohl er erkannt hatte, dass Jesus der verheißene Messias ist, noch nicht ganz verstanden hatte, was das wirklich bedeutet, denn er widersprach Jesus an dieser Stelle. Jesus wiederum korrigierte Petrus und führte dann in unserem Abschnitt aus, was Nachfolge wirklich bedeutet.
Wir können also davon ausgehen, dass Jesus mit der Aussage, man solle sein Kreuz auf sich nehmen, den Jüngern nahebrachte, dass sie für ihre Nachfolge leiden und sterben würden. Der Kontext legt nahe, dass er das für die Jünger nicht im übertragenen Sinne meinte, sondern dass er tatsächlich darauf hinwies, dass sie stark verfolgt werden würden. Er ermutigte sie in dem Zuge, standhaft zu bleiben, denn es wird ihnen in der Ewigkeit belohnt werden.
Was bedeutet die Aufforderung, sein Kreuz zu tragen, denn jetzt für uns? Werden wir genauso verfolgt und müssen wir damit rechnen, grausam getötet zu werden? Na ja, man kann nie wissen. Aktuell leben wir in Deutschland und in den meisten Teilen Europas Gott sei Dank jedoch eher in Sicherheit und wir dürfen ein privilegiertes Leben führen. Das gilt bei Weitem aber nicht für alle Christen weltweit. In Deutschland bzw. Europa bilden wir da eher die Ausnahme. Dennoch glaube ich, dass dieser Vers auch für uns in unserem Leben eine Rolle spielt.
1. Herausforderungen im Leben aushalten
Ich denke, der Vers macht uns deutlich, dass es bei der Nachfolge Jesu nicht um uns geht. Es geht nicht um unsere Wünsche, unsere Vorstellungen vom Leben und tatsächlich auch nicht um unsere Bedürfnisse. Dennoch sorgt sich Gott auch darum, ist das nicht großartig?
Ich glaube, es gibt gewisse Herausforderungen im Leben, die uns dazu verleiten können, einen einfacheren, für einen selbst vielleicht angenehmeren Weg zu suchen. Vielleicht führst du derzeit eine herausfordernde Ehe und du hast das Gefühl, manchmal wäre es einfacher, die Ehe einfach hinzuschmeißen und mit jemand anderem neu anzufangen. Vielleicht ist die Beziehung zu deinen Eltern anstrengend und es fühlt sich einfacher an, ihnen einmal gehörig die Meinung zu sagen und dann den Kontakt abzubrechen. Eventuell ist es aber auch einfach die Situation in der Schule, in der du dir nur noch denkst: Wie soll ich das jetzt schaffen, während alle anderen sich mit Spickzetteln durchmogeln?
Ich habe hier nur drei Beispiele herausgepickt, doch natürlich gibt es unzählige Phasen und Momente, in denen es einfacher ist, den bequemen Weg zu gehen. Der Vers ermutigt uns, auszuhalten und durchzuhalten. Nicht um unseretwillen, sondern weil wir Jesus, unserem König, und seinem Wort folgen. Glaub mir, er sieht diese Kämpfe und trägt uns durch. Und auch das wird er belohnen.
2. Bereit sein, zu leiden
Auch dann, wenn wir aktuell keine Verfolgung erleben, gibt es Momente, in denen wir konkret für Jesus einstehen müssen. Auch dann, wenn es uns etwas kostet. Und ganz ehrlich: Wer weiß, ob sich daran nicht vielleicht mal etwas ändert?! Wenn wir tatsächlich Verfolgung erleben sollten, stellt uns das vor große Herausforderungen. Doch auch da sollen wir bereit sein, Jesus zu folgen.
Er gab alles für uns, deshalb können wir alles für ihn geben. Lass uns an dieser Stelle auch an die Geschwister denken, die Verfolgung tatsächlich erleben. Es sind unglaublich viele, und ich bin ehrlich: Sie sind mir ein großes Vorbild.
Um das Thema abzuschließen: Ich denke, Jesus bringt hier auf den Punkt, was wir bei unserer Wiedergeburt eigentlich schon eingegangen sind: Wir geben unsere Ich-Zentriertheit auf und lassen uns steuern vom Heiligen Geist. Wir suchen nicht mehr unseren eigenen Willen, sondern Gottes Willen. Wenn das heißt, dass ich in der Schule als Einziger nicht spicke, dann tue ich das eben nicht. Wenn das heißt, dass ich meine Eltern ehre, auch wenn es mich herausfordert, dann mache ich das. Wenn das bedeutet, für meine Ehe zu kämpfen, dann will ich das tun. Und wenn das heißt, dass ich für meinen Glauben verspottet oder gar verfolgt werde, dann möchte ich auch das um Jesu Willen ertragen.
Hey, ich weiß, das ist ein ernstes Thema. Doch ich wünsche mir, dass dich dieser Blogbeitrag angesprochen hat und du dich ermutigt fühlst, in deinen konkreten Situationen Jesus wirklich nachzufolgen! Ich bete auf jeden Fall dafür.