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Ich glaube, aber wieso eigentlich?

Fiona Pfeifervon Fiona Pfeifer
Glaubensleben
Ich glaube, aber wieso eigentlich?

Wenn ich mir diese Welt so anschaue, dann finde ich es an manchen Tagen mehr als absurd, an einen Gott zu glauben. Ich sehe und höre in den Nachrichten von den furchtbarsten Katastrophen und davon, wie das Weltgeschehen scheinbar von Armut, Leid und Tod regiert wird. Wie kann ich in solchen Zeiten an einen guten Gott glauben? Wie kann ich in solchen Zeiten für einen guten Gott einstehen, wenn andere es schon lang nicht mehr können?

Meist sind es solche Wüstenzeiten, in denen der Glaube auch von außen angegriffen wird. So kam ich in meinem geistlichen Leben schon manches Mal an den Punkt, dass ich mich gefragt habe, weshalb ich eigentlich glaube und wie ich meinen Glauben in solchen Zeiten auch vor anderen bezeugen kann.

Es sind doch gerade diese Zeiten der Katastrophen und Schicksalsschläge, in denen Gott an den Pranger gestellt wird. Zeiten, in denen Menschen nach Gott, nach meinem Gott fragen und plötzlich auch mich an den Pranger stellen. Sie meinen, wir Christen seien verantwortlich, Erklärungen für all das herbeizuführen. Plötzlich komme ich ins Wanken und merke, dass ich mit der Frage, wieso ich an einen Gott, der all das zulässt, glaube, auf die Probe gestellt werde. Dabei fällt es mir doch selbst nicht leicht, immer mit der gleichen Begeisterung und Gewissheit meinen Glauben zu leben. So wie auch all die Personen aus der Bibel, die Hiobsbotschaften erlitten haben, hinterfrage ich Gottes guten Charakter und den Sinn meines eigenen Lebens und des Lebens generell in dieser zerbrochenen Welt.

Wie kann ich dennoch an Gott glauben und was tröstet mich in solch herausfordernden Zeiten? Erst einmal möchte ich klar machen, dass es zwei fehlerhafte Gedanken bei all dem gibt:

1. Es ist falsch zu glauben, dass wir Christen, sobald wir uns für ein Leben mit Jesus entscheiden, von allem Leid und Unglück befreit bleiben.

2. Es ist falsch zu glauben, dass Leid und Unglück im Leben eines Christen eine Probe durch Gott sind, um uns Menschen zu bestrafen oder gar zu schaden.

Wir Menschen haben eine Sache gemeinsam: Wir Menschen wollen den Durchblick haben und stehen angesichts schwieriger Fragen unter Erklärungsdruck. So machen uns Menschen seit jeher zwei Dinge zu schaffen: die Verborgenheit Gottes und die Gebrochenheit des Lebens. Wir fragen uns nur allzu oft, wieso Gott uns mancher Auskunft schuldig bleibt, und ich glaube, dass dies an einer „dunklen“ Seite Gottes liegt. Mit „dunkel“ meine ich hier keinesfalls eine bösartige Seite Gottes, sondern vielmehr unzugängliche Absichten und Wege Gottes. So ähnlich, wie wir die Rückseite des Mondes nicht kennen, lässt auch Gott sich nicht vollends in die Karten blicken, bleibt vielmehr souverän, denn er ist nicht verpflichtet, uns alles Geschehene nachvollziehbar zu machen. Und dennoch ist die Bibel, Gottes Wort, uns ein hilfreicher Ratgeber. Sie rät uns, nicht zu versuchen, solche Lebensrätsel zu lösen, sondern zu akzeptieren, dass wir Gott nicht immer verstehen, doch zu jeder Zeit und in allem erkennen können. Epheser 1:18 fasst es zusammen: „Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid.“

Doch was bedeutet es, Gott zu erkennen, statt ihn zu verstehen?

Das beste Beispiel hierfür sind tiefe Freundschaften und die Partnerschaft. Wer kann schon von sich behaupten, sein Gegenüber voll und ganz zu verstehen? Was aber tun wir dennoch? Wir lieben einander, geben uns einander hin, tun einander Gutes, verehren einander. Wir tun all das, obwohl wir uns nicht immer verstehen. So ist es auch mit dem Erkennen von Gott. Dort, wo unser Verstand Grenzen hat, können wir Gott dennoch erkennen. Wir können ihn lieben, uns ihm hingeben, ihm vertrauen, ihn verehren. Deshalb lautet das höchste Gebot der Bibel, an dem auch Jesus festhält, nicht, dass wir Gott verstehen, sondern ihn lieben sollen:

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe, mit aller deiner Kraft und mit deinem ganzen Verstand!“ (Mt. 10:27)

Wie du merkst, fliegt der Verstand hierbei nicht völlig über Bord, aber er wird ins Lieben eingebunden! Gott nicht vollumfänglich verstehen und unsere Lebensumstände immer perfekt erklären zu können, ist nicht das Ende unseres Glaubens. Vielmehr können wir inmitten unserer Grenzen die Möglichkeit erkennen, dennoch bei ihm zu bleiben und uns ihm anzuvertrauen. Umso wichtiger ist es, immer wieder die Gegenwart Gottes zu suchen, um ihn immer besser zu erkennen. Römer 1:19-20 sagt hierzu:

„Dabei gibt es vieles, was sie von Gott erkennen können, er selbst hat es ihnen ja vor Augen geführt. Gott ist zwar unsichtbar, doch an seinen Werken, der Schöpfung, haben die Menschen seit jeher seine ewige Macht und göttliche Majestät sehen und erfahren können.“

Wir haben also keine Entschuldigung, Gott nicht erkennen zu können! Er zeigt sich uns in seiner Schöpfung und vor allem hat er sich uns durch seinen Sohn Jesus Christus gezeigt. In der Bibel können wir immer wieder lesen, wie Jesus gewirkt hat und was ihn in seinem Wesen als Sohn Gottes ausgemacht hat. Jesus weiß ganz genau, was es bedeutet, auf dieser Welt zu leben, und so sieht er auch dein und mein Leid und Zweifeln! Doch Glaube bedeutet auch, geduldig zu vertrauen, denn:

„Der Glaube ist der tragende Grund für das, was man hofft: Im Vertrauen zeigt sich jetzt schon, was man noch nicht sieht.“ (Hebräer 11:1)

Schön dabei ist, dass diese Hoffnung nicht enttäuscht werden wird, denn am Ende unserer Zeit und am Ende dieser Welt wird das Beste erst noch kommen. Wir Christen haben in Jesus eine einzigartige Hoffnung, denn wir wissen, dass Jesus Sieger über das Böse ist und eines Tages zurückkehren wird, um alles zu erneuern. Das heißt, dass wir auch inmitten von Leid und schwierigen Zeiten Hoffnung finden können. Ich glaube also, dass Gott Leid zulässt, uns damit aber nicht alleinlässt! Vielmehr hilft er uns, im Leiden geduldig durchzuhalten, und er verschafft uns durch Jesus Stärke und Zuversicht, die wir sonst nie erlangen könnten!

Ich glaube, aber wieso eigentlich? Genau deshalb! Und du?