Wer mich kennt, weiß, dass mich schon als Kind keine größere Angst umhergetrieben hat, als dass ich meine Brille verlieren könnte. Wieso das so furchtbar gewesen wäre? Das liegt schlichtweg daran, dass ich ohne Brille annähernd nichts und wenn nur sehr unscharf sehen kann.
Dieser Gedanke hat mich über viele Jahre immer wieder gestresst. Obwohl ich meine Brille ja getragen habe, hat sich der Stress nicht verringert. Ganz im Gegenteil habe ich die Welt, die Menschen und Dinge „unscharf“ wahrgenommen. In meinem Glauben habe ich die Aufforderung, die Botschaft von Jesus in die Welt zu bringen und mit anderen zu teilen, immer als Belastung und Stressfaktor gesehen. Natürlich wollte ich für meinen Glauben begeistern, doch wusste ich nicht wirklich wie. Ich fühlte mich schuldig, wenn ich Chancen verpasst habe, mein Zeugnis zu geben oder Erlebnisse mit Jesus zu erzählen.
Kennst du das auch?
Es hat seine Zeit gedauert, bis ich verstanden habe, dass ich mit meiner weltlichen Brille niemals wirklich scharf sehen kann. Die Zusage aus Galater 2:20a – „Nicht mehr ich bin es, der lebt, nein, Christus lebt in mir“ – hat mir hier wortwörtlich die Augen geöffnet. Die „Anti-Druck-Brille“ kam in mein Leben: der Heilige Geist und damit ein Perspektivwechsel. Er hat mir ermöglicht, die Dinge, die Menschen und die Welt mit den Augen von Jesus zu sehen. Dadurch habe ich gelernt, zuerst den Wert in meinem Gegenüber zu sehen und ihnen in Liebe, mit Würde und Respekt zu begegnen. Ich will also auch dich ermutigen, den Menschen den Wert zu geben, den Gott allen gleichermaßen zuspricht.
Gleichzeitig habe ich gemerkt, was diese „Brille“ mit meinem Inneren gemacht hat. Wenn wir uns von dem Geist Gottes füllen lassen, erfährt auch unsere Seele einen Wandel. Ich erlebte plötzlich immer mehr Freude daran, meine Beziehung mit Jesus zu leben und mit ihm unterwegs zu sein. Mit dieser neuen „scharfen“ Sicht blicke ich heute ganz anders und ungezwungener auf Menschen und Gespräche über meinen Glauben. Natürlich ist immer noch eine Anspannung da, aber der Heilige Geist und vor allem Jesus gibt uns die Zusage, dass, wenn wir in ihm bleiben, er auch in uns bleibt (Johannes 15:4a). Wenn du also auch diese „Anti-Druck-Brille“ in Form des Heiligen Geistes aufsetzt, wirst du einen grandiosen Perspektivwechsel erfahren:
„Unscharf“ wird zu „scharf“ und „ich muss“ wird zu „Jesus in und mit mir“!
Wieso ich dir das unbedingt ans Herz legen will? Ganz einfach, weil uns die Bibel in 1. Johannes 1:3 dazu auffordert, dass wir das, was wir nun selbst gesehen und gehört haben, weitergeben, damit auch andere im Glauben ermutigt werden und wir miteinander verbunden sind. Und aus all dem kommt Freude in unser Herz!