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Pfingsten: Den Heiligen Geist neu erleben

Thaddäus Schindlervon Thaddäus Schindler
Glaubensleben
Pfingsten: Den Heiligen Geist neu erleben

Wenn du ernsthaft mit Jesus unterwegs bist, hast du den Heiligen Geist.

Doch ich würde sagen, dass die meisten von uns den Heiligen Geist unterschätzen.

Ich selbst eingeschlossen.

Es ist, als hätte man einen Gast eingeladen und würde ihn im Flur stehen lassen. Niemand würde das mit seinen Gästen machen. Doch mit dem Heiligen Geist tun wir das. Sehr oft.

Es ist Zeit, Türen zu öffnen!

Der Heilige Geist ist dein Glaubensbegleiter, deine Kraftausrüstung, der Motor für tiefgreifende Charakterveränderungen und ein echter „Weg-weiser“.

Glaubensbegleitung

Jesus sagte am Ende seines Wirkens auf dieser Erde, dass er seinen Jüngern und damit auch uns einen Helfer senden würde.

„Der Vater wird euch an meiner Stelle einen anderen Helfer geben, der für immer bei euch sein wird […].“ (Johannes 14:16 NGÜ)

Der Heilige Geist ist kein Ding. Er ist eine Person. Ein Teil der göttlichen Dreieinigkeit. Er ist ein Helfer.

Und ein Helfer ist aktiv, er packt an, greift ein, sieht die Arbeit, unterstützt und ist da, wenn man ihn braucht. Bilder im Flur anzuschauen, ist schön, jedoch nicht die Aufgabe des Heiligen Geistes. Er will mit dir gestalten.

„Der Helfer, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, wird euch alles Weitere lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“ (Johannes 14:26 NGÜ)

Gott ist in Form des Heiligen Geistes an deiner Seite und kann dir eine Ruhe schenken, die dir die Welt nicht geben kann. Eine Stille im Sturm. Eine Sicherheit im Chaos. Ein echter Ratgeber.

„Was ich euch zurücklasse, ist Frieden: Ich gebe euch meinen Frieden – einen Frieden, wie ihn die Welt nicht geben kann.“ (Johannes 14:27 NGÜ)

Kraftausrüstung

Der Heilige Geist ist nicht nur ein Glaubensbegleiter, er ist auch deine Kraftausrüstung. Er will dein Mutmacher sein. Die Jünger hatten am Anfang, als Jesus nicht mehr da war, eine Menge Angst. Mit der Kraft des Heiligen Geistes konnten sie dieser Angst begegnen.

„Aber wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, werdet ihr mit seiner Kraft ausgerüstet werden, und das wird euch dazu befähigen, meine Zeugen zu sein [...].“ (Apostelgeschichte 1:8 NGÜ)

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich möchte diese Kraft nicht nur in meinem Flur stehen haben. Auch wenn ich heute nichts davon spüre, muss ich die Kraft des Heiligen Geistes in jeden Bereich meines Lebens einladen. Unbedingt.

Und das ist nicht irgendeine undefinierte Kraft. Der Heilige Geist teilt richtig aus. Er hat Gaben für jede/n Einzelne/n von uns. Göttliche Fähigkeiten, mit denen er dich ausstatten will. Er weiß, was vor dir liegt, deshalb weiß er auch, was in dir liegen sollte.

In 1. Korinther 12:8-10 steht exemplarisch eine ganze Liste von Gaben (es ist nicht die einzige Liste), die der Geist einzelnen Menschen schenkt. Das ist schon verrückt:

• Einsichten in Gottes Weisheit weitergeben • Wissen, was in einer bestimmten Situation zu tun ist • Einen besonderen Glauben haben • Kranke heilen • Übernatürliche Wunder tun • Prophetische Aussagen machen • Beurteilen können, ob etwas vom Geist Gottes gewirkt ist oder nicht • In Sprachen reden, die von Gott eingegeben sind • Diese göttliche Sprache in verständlichen Worten wiedergeben

Am Ende schrieb Paulus:

„Das alles ist das Werk ein und desselben Geistes, und es ist seine freie Entscheidung, welche Gabe er jedem Einzelnen zuteilt.“ (1. Korinther 12:11 NGÜ)

Paulus schrieb auch, dass wir uns nach diesen Gaben ausstrecken sollen. Tun wir das?

Charakterveränderung

Gott möchte durch den Heiligen Geist auch dein Inneres verändern. Du kannst dir das so vorstellen, als hätte Gott einen Obstbaum in deinen „Lebensgarten“ gepflanzt. Es ist sozusagen nicht ganz dein Baum, doch er steht eben in deinem Garten. Du darfst ernten. Und das sind keine billigen Früchte. Das sind die besten, die es weit und breit gibt.

„Die Frucht hingegen, die der Geist Gottes hervorbringt, besteht in Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung.“ (Galater 5:22-25 NGÜ)

Sollte dieser Baum in unserem Lebensgarten nicht eine hohe Priorität einnehmen? Sollten wir ihm nicht Raum geben, um zu wachsen? Es soll Gärten geben, in denen dieser Baum, den Gott selbst gepflanzt hat, mit der Zeit so zugewachsen ist, dass man ihn nicht mehr erkennt.

Wegweisung

Ich denke, dass wir inzwischen alle verstanden haben sollten, dass der Heilige Geist keine optionale Beigabe, sondern ein existenzieller Helfer in unserem Leben ist.

Er ist nicht nur Glaubensbegleiter, Kraftausrüster und Charakterveränderer, sondern ebenso „Weg-Weiser“. In der Bibel gibt es viele Geschichten, in denen Menschen erlebten, wie der Heilige Geist ihnen konkret sagte, was als Nächstes zu tun war.

„Eines Tages, während die Gemeinde dem Herrn mit Gebet und Fasten diente, sagte der Heilige Geist: »Stellt mir Barnabas und Saulus für die Aufgabe frei, zu der ich sie berufen habe!«“ (Apostelgeschichte 13:2 NGÜ)

Manchmal versteht man weniger. Da steht man vor verschlossener Tür und Gott schweigt. Auch das kommt vor. Vielleicht, weil der Heilige Geist eben nicht nur den Weg zeigen will, sondern auch unseren Charakter formen will (das funktioniert vor verschlossenen Türen oft besser).

Es ist also beides. Die entscheidende Frage ist, ob wir uns die Zeit nehmen, auf ihn zu hören. Mein Ziel mit diesem Blogbeitrag ist es nicht, eine vollständige Abhandlung über den Heiligen Geist zu schreiben. Mein Ziel ist es, infrage zu stellen, weshalb wir den Heiligen Geist oft im Flur stehen lassen. Das ergibt keinen Sinn! Lade ihn ein. Erlebe ihn neu. Der Heilige Geist kam zu Pfingsten für jeden von uns (vgl. Apostelgeschichte 2).

Du bist heute nur ein Gebet davon entfernt:

„Heiliger Geist, nimm jeden Raum meines Lebens ein!“

P.S.: Auch morgen bist du nur ein Gebet davon entfernt. Du wirst merken, wie der Heilige Geist bei dir einzieht. Irgendwann ist es nicht mehr nur das Gebet. Es ist ein Lebensstil. Ein Prozess. Wie ein Garten.