Johannes
Kapitel 5, Vers 1–13
DER KRANKE AM TEICH BETESDA
1Bald darauf wurde eines der jüdischen Feste gefeiert, und auch Jesus ging dazu nach Jerusalem. 2In der Stadt befindet sich nicht weit vom Schaftor entfernt der Teich Betesda, wie er auf Hebräisch genannt wird. Er ist von fünf Säulenhallen umgeben. 3-4Viele Kranke lagen in diesen Hallen – Blinde, Gelähmte und Verkrüppelte. 5Einer von den Menschen, die dort lagen, war schon seit 38 Jahren krank. 6Als Jesus ihn sah und erfuhr, dass er schon so lange an seiner Krankheit litt, fragte er ihn: »Willst du gesund werden?« 7»Ach, Herr«, entgegnete der Kranke, »ich habe niemanden, der mir in den Teich hilft, wenn sich das Wasser bewegt. Versuche ich es aber allein, ist immer ein anderer schneller als ich.« 8Da forderte ihn Jesus auf: »Steh auf, nimm deine Matte und geh!« 9Im selben Augenblick war der Mann geheilt. Er rollte seine Matte zusammen und ging seines Weges. Das geschah an einem Sabbat. 10Einige führende Juden, die den Geheilten sahen, hielten ihm vor: »Heute ist doch Sabbat! Da darf man keine Matte tragen!« 11»Aber der Mann, der mich heilte, hat es mir ausdrücklich befohlen«, antwortete er ihnen. 12»Wer war das? Wer hat dir so etwas befohlen?«, fragten sie nun. 13Doch das wusste der Mann nicht, denn Jesus hatte den Teich wegen der großen Menschenmenge bereits wieder unbemerkt verlassen.
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Weitere Infos →38 Jahre Krankheit. 456 Monate, die sicherlich nicht leicht waren. Ungefähr 1.981 Wochen, in denen Hoffnungen immer wieder enttäuscht wurden. Ungefähr 13.870 Tage, an denen er sicherlich viel Ausgrenzung erlebte. Wie groß muss die Sehnsucht nach Heilung gewesen sein? Schließlich unternahm er ja noch immer den scheinbar hoffnungslosen Versuch, als Erster in den Teich zu gelangen, wenn dieser sich dann bewegte (vgl. V. 7).
Als Jesus von diesem Mann erfuhr, stellte er ihm eine äußerst höfliche Frage: "Willst du gesund werden?" [6] Wirklich nett, dass er sich extra danach erkundigte. Ich habe den Eindruck, dass Jesus so viel Freude daran hatte, Menschen Hoffnung zu schenken, dass er dies richtig zelebrierte. Herrlich!
In wenigen Sekunden wurden die 38 Jahre auf den Kopf gestellt: "Steh auf, nimm deine Matte und geh!" [8] Sicherlich überwältigt, sprachlos und überfordert folgte der ehemals Kranke Jesu Befehl. Lass dir diesen Moment noch mal durch deinen Kopf gehen. 38 Jahre Krankheit fanden plötzlich ein Ende und nahmen eine Wendung.
Doch ebenso wie mich das Wunder positiv überwältigt, so macht es mich fassungslos zu lesen, wie die führenden Juden auf den Kranken reagierten: "Heute ist doch Sabbat! Da darf man keine Matte tragen!" [10] Wie kann man nur so krass in seinen Dogmen gefangen sein?
Dabei will ich mich selbst gar nicht herausnehmen. Jesus, hilf mir, deinen (!) Herzschlag zu leben.