1. Timotheus
Kapitel 3, Vers 1–7
WER EINE GEMEINDE LEITEN KANN
1Das ist wahr: Wer eine Gemeinde leiten will, der strebt damit eine schöne und große Aufgabe an. 2Allerdings muss ein solcher Mann ein vorbildliches Leben führen; das heißt, er soll seiner Frau die Treue halten, maßvoll und besonnen sein und keinen Anstoß erregen. Ihn muss Gastfreundschaft auszeichnen, und er soll andere gut im Glauben unterweisen können. 3Außerdem darf er weder ein Trinker sein noch gewalttätig oder streitsüchtig; vielmehr soll er freundlich und friedfertig seine Arbeit tun und nicht am Geld hängen. 4Er soll verantwortungsbewusst für seine Familie sorgen, die Kinder sollen ihn achten und auf ihn hören. 5Denn wie kann jemand, dem schon seine eigene Familie über den Kopf wächst, die Gemeinde Gottes leiten? 6Er soll nicht erst vor kurzem Christ geworden sein; er könnte sonst schnell überheblich werden, und so hätte der Teufel ihn dahin gebracht, dass Gott sein Urteil über ihn sprechen muss. 7Wer eine Gemeinde leitet, soll auch bei Nichtchristen in einem guten Ruf stehen, damit er nicht ins Gerede kommt und so dem Teufel in die Falle geht.
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Weitere Infos →Die damaligen Gemeinden waren für viele selbst ernannte Leiter eine Plattform, um an Einfluss dazuzugewinnen. Deshalb wirst du im Neuen Testament immer wieder von Ermahnungen lesen, die die Führungsebene betreffen. Ich kann mir vorstellen, dass die "jungen Strukturen" der ersten Gemeinden so dynamisch waren, dass machthungrige Personen, die sonst in der Gesellschaft nichts zu sagen hatten, in der Gemeinde eine Chance sahen. Das mag an dieser Stelle etwas überspitzt klingen, doch es erklärt, weshalb Paulus Timotheus von den Anforderungen an einen Leiter schreibt. "Wähle die Leiter der Gemeinde sorgfältig aus. Setze niemanden voreilig in sein Amt ein. Prüfe seine Integrität." So ähnlich würde ich Paulus' Appell an Timotheus zusammenfassen.
Viele lesen diesen Absatz und sind überfordert mit den Anforderungen an einen Leiter. Das wäre verständlich. Doch der geschilderte Kontext hilft, die Forderung besser einzuordnen. Sie sind weder klein, noch sind sie wegzureden, doch sie sind nach meinem Verständnis aus einer Sicht des Herzens zu verstehen. Wir alle haben unsere Herausforderungen und Fehler. Disqualifiziert uns das als Leiter? Nein, wie ich glaube. Das Herz, die Absicht und die Integrität sind entscheidend. Wohin bewegst du dich und mit welchem Motiv strebst du ein Leitungsamt an? Gleichzeitig darf und soll dich dieser Text natürlich auch herausfordern und korrigieren. Das ist okay so.