Psalm
Kapitel 72, Vers 1–11
Der Friedenskönig
1Von Salomo. Gott, lass den König an deiner Stelle Recht sprechen! Gib ihm deinen Sinn für Gerechtigkeit ins Herz! 2Als oberster Richter soll er dein Volk unparteiisch regieren und den Rechtlosen zu ihrem Recht verhelfen. 3Durch seine Herrschaft kann das Volk in Frieden leben, im ganzen Land wird Gerechtigkeit herrschen. 4Der König wird für die Unterdrückten eintreten und sich zum Anwalt der Armen machen; die Unterdrücker aber wird er zerschmettern. 5Er soll regieren, solange Sonne und Mond am Himmel stehen, jetzt und in allen kommenden Generationen. 6Seine Herrschaft sei wohltuend wie der Regen, der auf die Wiesen niedergeht, wie erfrischende Schauer, die trockene Felder bewässern. 7Dann werden alle aufblühen, die Gott die Treue halten, Frieden und Glück werden herrschen bis ans Ende der Zeit. 8Seine Macht reiche von einem Meer zum anderen, vom Euphrat bis zum Ende der Erde! 9Ihm sollen sich die Bewohner der Wüste unterwerfen, und auch seine Feinde sollen im Staub vor ihm kriechen. 10Die Könige von Tarsis und von den fernen Inseln werden ihm Geschenke bringen, und auch die Herrscher von Saba und Seba werden ihm Abgaben entrichten. 11Huldigen sollen ihm alle Könige und alle Völker ihm dienen!
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Weitere Infos →Stell dir einen Politiker vor, der diese Zeilen für sich und seine Regierungszeit betet. Das wäre ziemlich verrückt.
Genau das hat Salomo hier in diesem Psalm getan. Dabei hatte er nicht in erster Linie seine eigene Macht im Sinn, sondern er wollte dem Unrecht und gerade den Schwachen neuen Mut und eine Stimme geben.
"Der König wird für die Unterdrückten eintreten und sich zum Anwalt der Armen machen. […] Seine Herrschaft sei wohltuend wie der Regen, der auf die Wiesen niedergeht." [4+6]
Es ist schon erstaunlich, wie weit die Weisheit Salomos seiner Zeit voraus war. Und sie ist es bis heute. Nicht umsonst wird Psalm 72 auch auf Jesus hin gedeutet.
Salomo erlebte in seinem eigenen Leben immer wieder, dass er seinem Anspruch als König nicht gerecht wurde. Er machte Fehler, kam vom rechten Weg ab, kehrte um, versuchte es erneut. So ist es manchmal auch in unserem Leben.
Ich glaube, dass der Psalm viel vom Herzen Gottes transportiert. Er sieht die Schwachen, die Unterdrückten, die Mutlosen. Er will, dass Menschen aufblühen.
Und auch wenn wir keine Regierungsverantwortung haben, so können wir doch in unserem Kontext ähnlich handeln. Sei es in unserer Klasse, in der Schule, in der Ausbildung, im Studium oder wo auch immer wir unterwegs sind. Ich lade dich ein, diesen Psalm auch dein Handeln bestimmen zu lassen.