STAYONFIRE

Impuls

Resignation und Hoffnung

Thaddäus Schindlervon Thaddäus Schindler
Glaubensleben

Prediger

Kapitel 7, Vers 15–​22

Vermeide die Extreme

15In meinem vergänglichen Leben habe ich viel gesehen: Manch einer richtet sich nach Gottes Geboten und kommt trotzdem um; ein anderer will von Gott nichts wissen, aber er genießt ein langes Leben. 16Sei nicht allzu fromm und übertreib es nicht mit deiner Weisheit! Warum willst du dich selbst zugrunde richten? 17Sei aber auch nicht gewissenlos und unvernünftig! Warum willst du sterben, bevor deine Zeit gekommen ist? 18Es ist gut, wenn du dich an beides hältst und die Extreme vermeidest. Wer Ehrfurcht vor Gott hat, der findet den richtigen Weg. 19Weisheit beschützt einen Menschen mehr, als zehn Machthaber einer Stadt ihm helfen können. 20Doch es ist kein Mensch auf der Erde so gottesfürchtig, dass er nur Gutes tut und niemals sündigt. 21Hör nicht auf das Geschwätz der Leute; dann hörst du auch nicht, wie dein Untergebener über dich lästert! 22Du weißt genau, dass auch du schon oft über andere hergezogen bist.

© Biblica, Inc.

Hoffnung für alle ™ Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc. Used with permission. All rights reserved worldwide.

“Hoffnung für alle” is a trademark registered in European Union Intellectual Property Office (EUIPO) by Biblica, Inc. “Biblica”, “International Bible Society” and the Biblica Logo are trademarks registered in the United States Patent and Trademark Office by Biblica, Inc. Used with permission.

Weitere Infos →

Ich finde Menschen sympathisch, die nicht auf alles eine Antwort haben. Es klingt paradox, doch genau diesen Menschen höre ich gern zu. Dabei hätten die Menschen mit vielen Antworten mir doch vermeintlich mehr zu sagen. Das Predigerbuch wirft eine Menge Fragen auf und kommt nicht immer zu einer Antwort:

"Manch einer richtet sich nach Gottes Geboten und kommt trotzdem um; ein anderer will von Gott nichts wissen, aber er genießt ein langes Leben." [15]

Man könnte resignieren und sich sagen: Was soll’s!? Warum sich das Leben unnötig schwer machen? Wieso Gott gefallen? Weshalb nicht einfach leben und seiner Lust und seinen inneren Sehnsüchten folgen?

Ohne auf einer Seite herunterzufallen, schafft es der Autor, beides rüberzubringen. Solch einen Hauch von ehrlicher Resignation ("man, es wirkt alles so vergänglich") und dennoch den Mut, zu glauben und Schritte zu gehen.

"Wer Ehrfurcht vor Gott hat, der findet den richtigen Weg. […] Doch es ist kein Mensch auf der Erde so gottesfürchtig, dass er nur Gutes tut und niemals sündigt." [18-19]

Während ich diesen Minuten-Impuls schrieb, habe ich kurz innegehalten und mich gefragt:

"Treffe ich wirklich den Punkt, den der Autor machen wollte? Der Minuten-Impuls fühlt sich unfertig an, wie Stückwerk oder ein unabgeschlossener Gedanke."

Doch dann wurde mir bewusst: Ja, so ist es wahrscheinlich auch mit vielem im Leben. Wir hoffen auf das Vollkommene, auf Antworten, die Ewigkeit. Sie liegt in unseren Herzen.