Psalm
Kapitel 94, Vers 1–13
Recht muss doch Recht bleiben!
1O Gott, greif ein! HERR, du Gott der Vergeltung, erscheine in deinem strahlenden Glanz! 2Erhebe dich, du Richter der ganzen Welt! Gib den Hochmütigen, was sie verdienen! 3Wie lange noch sollen sie hämisch lachen, wie lange noch schadenfroh spotten? 4Einer versucht, den anderen zu überbieten, sie schwingen große Reden und prahlen mit ihren Verbrechen. 5HERR, sie unterdrücken dein Volk! Alle, die zu dir gehören, leiden unter ihrer Gewalt. 6Brutal ermorden sie Witwen und Waisen, schutzlose Ausländer schlagen sie tot. 7»Der HERR sieht es ja doch nicht!«, höhnen sie, »der Gott Jakobs merkt nichts davon!« 8Ihr Dummköpfe! Seid ihr wirklich so unverständig? Wann kommt ihr Narren endlich zur Vernunft? 9Gott, der den Menschen Ohren gegeben hat – sollte er selbst nicht hören? Er gab ihnen Augen – sollte er selbst nicht sehen? 10Er, der mit den Völkern ins Gericht geht – sollte er nicht auch euch bestrafen? Ja, Gott bringt die Menschen zur Vernunft! 11Er durchschaut ihre Gedanken und weiß: Sie sind wertlos und führen zu nichts. 12Glücklich ist der Mensch, den du, HERR, zurechtweist und den du in deinem Gesetz unterrichtest! 13Denn du willst ihn bewahren, wenn die Bösen ihr Unwesen treiben, so lange, bis die Übeltäter zur Strecke gebracht sind.
© Biblica, Inc.
Hoffnung für alle ™ Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc. Used with permission. All rights reserved worldwide.
“Hoffnung für alle” is a trademark registered in European Union Intellectual Property Office (EUIPO) by Biblica, Inc. “Biblica”, “International Bible Society” and the Biblica Logo are trademarks registered in the United States Patent and Trademark Office by Biblica, Inc. Used with permission.
Weitere Infos →Ich denke, es gibt wenige Bibelstellen, die zwei so grundsätzlich verschiedene Menschenbilder gegenüberstellen. Auf der einen Seite: der Humanismus. Die Annahme, der Mensch sei von Grund auf "gut" und müsse nur seinem eigenen Herzen folgen, dann würde er gut ans Ziel kommen. Und gegenüber das biblische Menschenbild: Der Mensch kann nicht von sich aus "gut" sein und braucht Gott, um ans Ziel zu kommen.
"Ja, Gott bringt die Menschen zur Vernunft! Er durchschaut ihre Gedanken und weiß: Sie sind wertlos und führen zu nichts. Glücklich ist der Mensch, den du, HERR, zurechtweist und den du in deinem Gesetz unterrichtest!" [10-12]
In der heutigen Zeit, die vom humanistischen Welt- und Menschenbild geprägt ist, das biblische Verständnis des menschlichen Herzens zu kennen, gibt einen anderen Blick auf das Leben: Unsere Gesellschaft ist geprägt von Druck, der Erwartung, immer alles von sich selbst aus tun zu können und zu leisten, für sich selbst den richtigen Weg zu finden, der gefühlt ewigen Suche nach Sinn und Erfüllung … (Ich will damit nicht sagen, dass der Humanismus unsere heutige Gesellschaft nur negativ geprägt hat.) Doch Gott sagt uns zu: "Halte dich an das, was ich dir sage. Ich meine es gut mit dir. Lass mich dir zeigen, wie ich dich verändern, erfüllen und voranbringen kann."
Deshalb ist glücklich, der sich von Gott "unterrichten" lässt (vgl. V. 12).