Jeremia
Kapitel 1, Vers 4–10
Jeremia zweifelt an seiner Berufung
4Eines Tages sprach der HERR zu mir: 5»Ich habe dich schon gekannt, ehe ich dich im Mutterleib bildete, und ehe du geboren wurdest, habe ich dich erwählt, um mir allein zu dienen. Du sollst ein Prophet sein, der den Völkern meine Botschaften verkündet.« 6Ich aber erwiderte: »O nein, mein HERR und Gott! Ich habe keine Erfahrung im Reden, denn ich bin noch viel zu jung!« 7Doch der HERR entgegnete: »Sag nicht: Ich bin zu jung! Zu allen Menschen, zu denen ich dich sende, sollst du gehen und ihnen alles verkünden, was ich dir auftrage. 8Fürchte dich nicht vor ihnen, ich bin bei dir und werde dich beschützen. Darauf gebe ich, der HERR, mein Wort.« 9Er streckte mir seine Hand entgegen, berührte meinen Mund und sagte: »Ich lege dir meine Worte in den Mund 10und gebe dir Vollmacht über Völker und Königreiche. Du wirst sie niederreißen und entwurzeln, zerstören und stürzen, aber auch aufbauen und einpflanzen!«
© Biblica, Inc.
Hoffnung für alle ™ Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc. Used with permission. All rights reserved worldwide.
“Hoffnung für alle” is a trademark registered in European Union Intellectual Property Office (EUIPO) by Biblica, Inc. “Biblica”, “International Bible Society” and the Biblica Logo are trademarks registered in the United States Patent and Trademark Office by Biblica, Inc. Used with permission.
Weitere Infos →Aus dem Bibelbuch Jeremia stammt auch dieser berühmte Vers, den du wahrscheinlich schon öfters gehört hast:
"Denn ich allein weiß, was ich mit euch vorhabe: Ich, der HERR, habe Frieden für euch im Sinn und will euch aus dem Leid befreien. Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung." (Jeremia 29:11)
Und nun lesen wir das im ersten Kapitel: Jeremia zweifelte an seiner Berufung zum Propheten. Mal ehrlich: Hatte Jeremia wohl geahnt, dass so viele Menschen seine Worte auch viele Tausende Jahre später als Ermutigung ansehen? Dann hätte er wohl kaum gesagt, dass er kein guter Redner wäre.
"Gott beruft nicht die Fähigen, sondern er befähigt die Berufenen." Dieser Satz geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Und er unterstreicht eine biblische Wahrheit, die wir nicht nur in Jeremias Geschichte, sondern auch in der von Petrus, David und anderen Persönlichkeiten der Bibel wiederfinden. Es geht Gott nicht darum, dass du bereits alles kannst, was du für deine Berufung benötigst! Es geht Gott darum, dass er dein offenes Herz für seinen Weg mit dir einsetzen kann. Es geht um die persönliche Beziehung zu ihm. Dabei dürfen wir Gott von unseren Zweifeln an uns selbst so erzählen, wie Jeremia es hier tat. Und dann dürfen wir erleben, wie Gott unsere Schwachheit für sein Ziel in Stärke verwandelt!