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Ansprechbar: "Wie gehe ich mit einem Burnout um?"

Annemieke Binggelivon Annemieke Binggeli
Gesundheit
Ansprechbar: "Wie gehe ich mit einem Burnout um?"

Burnout. Dieses Schlagwort hören wir in den letzten Jahren immer mehr, was bestimmt viele Gründe hat. Unsere schnelllebige Leistungsgesellschaft wird häufig als einer der Hauptfaktoren für das Burnout-Syndrom angeführt, das geht aus Studien hervor. (Hier kannst du gern selbst einmal „nachgooglen“.)

Vielleicht vermutest du, selbst unter Burnout zu leiden, oder hast bereits eine Art Diagnose dazu bekommen. Oder du kennst eine Person, die davon betroffen ist oder sein könnte, und du möchtest ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Dann wollen wir dir gern ein paar wichtige Impulse für dein weiteres Handeln mitgeben:

Was ist denn überhaupt erst mal ein „Burnout“?

Zunächst ist es sinnvoll zu verstehen, was denn überhaupt unter dem Begriff „Burnout“ zu verstehen ist.

Der sogenannte ICD-11, das international anerkannte und angewendete Werk für die Klassifikation von Erkrankungen, definiert „Burnout“ nicht als eine medizinische Diagnose, sondern als eine Art Faktor, der den Gesundheitszustand beeinflusst. Das bedeutet: Burnout ist offiziell keine Erkrankung, sondern ein Syndrom, das aber durchaus zu ausgereiften Folgeerkrankungen führen kann.

Im Öffentlichen Gesundheitsportal Österreichs lässt sich folgende klare Definition eines „Burnout“ finden:

„Wenn eine lang andauernde Belastung zur Überforderung wird und auch nicht zu vermeiden ist, kann es zum Burnout-Syndrom kommen. Nicht immer muss der Beruf schuld daran sein. Private oder persönliche Belastungen, wie etwa die Pflege eines schwerkranken Angehörigen, führen nicht selten zu einem Zustand des Ausgebranntseins.

Jede/r kann betroffen sein. Burnout hat nichts mit persönlichem Versagen zu tun. Oft sind es sehr leistungsbereite und motivierte Menschen, die ausbrennen.“

Und wie gehe ich nun mit einem Burnout um?

In einem anderen Ansprechbar-Beitrag haben wir bereits unsere Impulse zum Thema Psyche und psychische Erkrankungen und dazu, wie damit als Christ/in umzugehen ist, geschrieben. Wir empfehlen dir, diesen Beitrag auf jeden Fall zu lesen, da wir gern bei diesen grundsätzlichen Überlegungen anknüpfen wollen. Du findest diesen Beitrag, wenn du in der Mediathek hier in der App den Titel „Reicht Gebet oder brauche ich eine Therapie?“ ins Suchfeld eingibst.

Fazit dort war, dass zur Heilung jeglicher körperlichen und psychischen Beschwerden aus biblischer Perspektive heraus Gebet und Therapie wunderbar ineinandergreifen können. Wenn wir für Heilung beten, kann Gott übernatürlich heilen, doch auch auf natürliche Weise wie durch eine Therapie oder einfach durch eine Kombination aus beiden Wegen. Niemand sollte zu einer Therapie gezwungen werden, genauso wenig dazu, für sich beten zu lassen! Am Ende ist und bleibt es immer die individuelle Entscheidung des Menschen, wie und ob er oder sie sich helfen lassen möchte.

Ein solcher Umgang wäre aus unserer Sicht und so, wie wir die Bibel verstehen, auch bei einem Burnout oder der Vermutung eines Burnout-Syndroms der richtige Weg: Gebet ist immer gut. Für sich selbst und vielleicht auch durch andere Personen. Doch auch der Schritt zu einer professionellen Hilfe und Begleitung, die auch erst feststellen kann, ob es sich um das Burnout-Syndrom handelt, sollte unbedingt getan werden.

Nur eine professionelle und geschulte Kraft – sei es (zunächst) ein/e Seelsorger/in oder ein/e Therapeut/in – kann wirklich kompetente Hilfe bieten, die aus unserer Sicht nicht unbedingt von einem Laien geleistet werden kann oder sollte! Zu groß die Gefahr, dass sich das Burnout-Syndrom intensiviert und der Leidensdruck der Person mehr und mehr zunimmt.

Erste kostenlose Anlaufstellen für eine solche Hilfe findest du z. B. hier:

Deutsche Telefonseelsorge: 0800 / 1110-111 und 0800 / 1110-222

Oder auch unter dieser Adresse: www.seelsorge.erf.de

Gute Freunde und ein gesundes soziales Umfeld im Allgemeinen unterstützen natürlich den Heilungsprozess. Dennoch ist es eine pure Überforderung, von der Familie, den Freunden oder der Gemeinde zu erwarten, sie könnten einen allein wirklich durch ein Burnout-Syndrom begleiten und tragen. Auch von der pauschalen These, Gebet würde da schon ausreichen, raten wir ab. Unsere biblischen Argumente für die These, dass nur eine Kombi mit professioneller Hilfe wirklich zu empfehlen sein kann, findest du im besagten Ansprechbar-Beitrag in unserer Mediathek.

Wir wünschen dir oder der betroffenen Person in deinem Umfeld Gottes Segen und seine Heilung! Und ebenso Weisheit dafür zu entscheiden, welche Schritte sinnvoll sind, und den Mut, diese dann auch zu gehen.


Jeden Mittwoch beantworten wir auf unserer Instagram-Seite @stayonfire.official im Format „Ansprechbar“ eure Fragen. Nicht jede Frage lässt sich im Rahmen einer kurzen Insta-Story beantworten. Daher gehen wir auf einige komplexere Fragen nun sonntags als Blogbeitrag in unserer App ein.

Du hast auch eine Frage zum Leben und zum Glauben? Dann stell sie uns gern mittwochs bei Ansprechbar auf Instagram.