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Ansprechbar: "Wieso sprach Jesus in Gleichnissen?"
Wenn du das Neue Testament so liest, dann dürftest du mit Sicherheit schon über sie gestolpert sein: die sogenannten „Gleichnisse Jesu“. Da gibt es bspw. das Gleichnis des barmherzigen Samariters, oder auch das Gleichnis des Senfkornes. In damalig alltagsnahen Bildern brachte Jesus seine Botschaft der Zuhörerschaft näher. In der Verkündigung Jesu haben die Gleichnisse eine große Rolle gespielt. Tatsächlich gelten dessen Gleichnisse heute als charakteristisch für Jesu Verkündigung.
Also dürfen und sollten auch wir uns heutzutage näher mit ihnen beschäftigen, denn in jedem Gleichnis verbirgt sich eine entscheidende Botschaft Jesu, die alle Zeiten überdauert und deshalb auch noch am heutigen Tag in dein Herz fallen will.
Bist du also bereit, die Gleichnisse Jesu mehr zu verstehen?
Dann lass uns gleich mal hineinstarten:
1. Was ist denn überhaupt ein Gleichnis?
Ein Gleichnis bedient sich der sogenannten „bildhaften Rede“. Das bedeutet: Nicht mit möglichst vielen Worten, sondern mit einer Veranschaulichung des Gesagten soll der entscheidende Punkt vermittelt werden. So vergleicht Jesus das Himmelreich Gottes bspw. mit einem kostbaren Schatz, der versteckt auf einem Feld liegt, mit einer kostbaren Perle und auch mit einem Fischernetz (vgl. Matthäus 13:44 ff.).
Bei den Gleichnissen handelt es sich um geradlinig formulierte und knappe Erzählungen. In kurzer Zeit berichtete Jesus seinen Jüngern und anderen Zuhörern also das, was er vermitteln wollte. Im damaligen Judentum, in dem Jesus und viele seiner Zuhörer aufwuchsen, waren Gleichnisse darüber hinaus eine absolut übliche Form der Lehre.
2. Warum sprach Jesus also in Gleichnissen?
Jesus war es selbstverständlich wichtig, seine Zuhörerschaft zu seiner Wirkzeit auf dieser Erde zu erreichen. Bis heute ist in der Kunst der Rhetorik bekannt, dass Veranschaulichungen, Illustrationen und einfach Beispiele aus dem Alltag dabei helfen, das Gesagte besser zu übermitteln. Für uns heute, die wir z. B. nicht mehr unbedingt so viel mit dem Thema Fischfang zu tun haben wie Jesu Jünger damals, ist ein bisschen Forschungsarbeit notwendig, um das Bild des Fischernetzes aus dem damaligen Alltag zu begreifen und dann auch die dahintersteckende Botschaft Jesu zu verstehen. Doch für die Zuhörer vor über 2.000 Jahren war dies nicht nötig. Sie konnten schnell wissen, was Jesus ihnen sagen wollte, denn er verwendete Bilder mitten aus ihrem aktuellen Leben.
Doch nicht alle verstanden Jesu Worte in den Gleichnissen! Genau hier spaltete sich die Menge der Zuhörerschaft in diejenigen, die von Gleichnissen Jesu profitierten, und diejenigen, die die Gleichnisse nicht verstanden. Sie verstanden zwar all die Bilder an sich, aber nicht die dahintersteckende und entscheidende Botschaft!
Jesu eigenes Statement dazu:
„Später kamen seine Jünger und fragten ihn: »Weshalb verwendest du solche Gleichnisse, wenn du zu den Leuten redest?« Jesus antwortete: »Euch lässt Gott die Geheimnisse seines himmlischen Reiches verstehen, den anderen sind sie verborgen. Wer diese Geheimnisse begreift, der wird noch mehr Einsicht bekommen, bis er überreich damit beschenkt ist. Doch wer kein Verständnis dafür hat, dem wird selbst das Wenige, was er hat, noch genommen. Deshalb rede ich in Gleichnissen. Denn die Menschen sehen, was ich tue, und sehen doch nicht. Sie hören, was ich sage, und hören und begreifen doch nicht. Damit erfüllt sich an ihnen, was der Prophet Jesaja vorausgesagt hat: ›Ihr werdet hören und doch nichts verstehen, sehen und doch nichts erkennen. Denn das Herz dieses Volkes ist hart und gleichgültig. Sie sind schwerhörig und verschließen die Augen. Deshalb sehen und hören sie nicht. Sie sind nicht einsichtig und wollen nicht zu mir umkehren, darum kann ich ihnen nicht helfen und sie heilen.‹ Aber ihr könnt euch glücklich schätzen, denn eure Augen können sehen und eure Ohren hören. Ich versichere euch: Viele Propheten und Menschen, die nach Gottes Willen lebten, hätten gern gesehen, was ihr seht, und gehört, was ihr hört. Aber die Zeit war noch nicht da.“ (Matthäus 13:10-17 HFA)
Jesus machte deutlich: Der Grund für sein Reden in Gleichnissen ist einerseits, dass sich dadurch die besagte Prophetie aus dem Alten Testament erfüllte.
Andererseits ließ sich durch die Verkündigungsform von Gleichnissen offensichtlich erkennen, wer bereits Jesus als Herrn angenommen hatte und wer eben nicht. Die Gleichnisse waren Jesu Jüngern einsichtig, auch weil Jesus sich dazu entschieden hatte, eventuelle Missverständnisse darin exklusiv seinen Jüngern zu erklären. Diejenigen aber, die sich gegen Jesus als Herrn entschieden, ließ Jesus auch weiterhin über die tiefer liegende Wahrheit seiner einzelnen Gleichnisse im Dunkeln.
An Jesus gläubige Menschen fanden in den Bildern aus Jesu Gleichnissen ewige Hoffnung. Doch für diejenigen, die eben nicht an Jesus als ihren Gott glauben, sprachen die Gleichnisse lediglich das Urteil Gottes aus.
Für dich und mich gilt die Einladung Jesu bis heute, ihn als Herrn und Retter anzunehmen und dann auch die tief liegenden Ermutigungen und Wahrheiten in seinen biblischen Gleichnissen bis heute zu begreifen. Doch bitte nicht falsch verstehen: Du bist errettet durch Glauben, auch wenn du nicht jedes Gleichnis sofort verstehst! Also bitte keine falsche Panik, wenn du die Gleichnisse Jesu aus der Bibel nicht auf Anhieb verstehen solltest. Das ist wie gesagt verständlich! Jesus will dir bestimmt helfen, die dahintersteckende Botschaft mehr und mehr zu begreifen. Frag ihn einfach, wie es die Jünger damals auch getan haben. Und dann sei gespannt, durch welches Buch oder durch welchen Beitrag, durch welche Predigt oder Person Jesus dir mit der Zeit immer mehr Gleichnisse offenbaren wird. :-)
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