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Einfach mal anfangen: Wie betet man eigentlich?
Wenn du nicht weißt, wie man betet, bist du in bester Gesellschaft. Denn sogar die ersten Nachfolger von Jesus wussten es nicht. So baten sie Jesus persönlich, nachdem er von seiner Gebetszeit zurückgekommen war:
»Herr, sag uns doch, wie wir beten sollen. Auch Johannes hat dies seine Jünger gelehrt.« (Lukas 11:1)
Sie hatten Jesus schon öfter beim Beten beobachtet und scheinbar bemerkt, dass Gebet etwas ist, das wichtig, nötig und wirkungsvoll ist. Kein Wunder also, dass sie das auch „können“ wollten.
Wenn nun schon die ersten Jünger, obwohl sie Jesus persönlich kannten und beim Beten beobachten konnten, nicht wussten, wie man betet, dann dürfen wir uns auch fragen: Wie betet man eigentlich?
Zuallererst sei zu betonen: Gebet ist kein frommes „Profi-Ding“, sondern schlichtweg ein Gespräch mit Gott. Gebet heißt: Ich rede mit Gott – so, wie ich bin, und mit dem, was gerade in meinem Herzen ist. Du brauchst dafür keine Vorkenntnisse und kannst jederzeit damit beginnen. Und Gott verspricht, dass er dich hört.
"Deshalb dürfen wir uns auch darauf verlassen, dass Gott unser Beten erhört, wenn wir ihn um etwas bitten, was seinem Willen entspricht." (1. Johannes 5:14)
Und wie fange ich jetzt an? Lass mich dir eine kleine Step-by-Step-Anleitung geben:
Schritt 1: Ort & Zeit wählen
Setz dich ruhig hin, leg alles Störende (bspw. Smartphone) weg, atme tief durch. Am Anfang genügen auch nur 5 Minuten. Gebet muss nicht lang sein, um bei Gott anzukommen!
Schritt 2: Einfach ehrlich anfangen
Stell dir vor, Gott sitzt direkt neben dir. So ähnlich wie bei einem Treffen mit einem Freund oder einer Freundin. Fang einfach an zu reden. Laut oder leise. Ganz normal, in deiner Sprache. Beispielsweise so: „Gott, ich weiß nicht richtig, wie man betet. Doch ich will mit dir reden. Hilf mir dabei.“
Schritt 3: Drei einfache Bausteine
Wenn du möchtest, kannst du dich dann an folgendem Aufbau und folgenden Worten für ein Gebet orientieren:
DANKE
Fang mit Dank an:
„Danke, Gott, für …“ (Tag, Essen, Freunde, Bewahrung, …).
SORGE / KLAGE
Dann bring, was dich belastet:
„Gott, … macht mir Angst, … verletzt mich, … verstehe ich nicht …“
Auch hier darfst du sagen: „Gott, ich bin wütend / enttäuscht / leer.“
BITTE
Zum Schluss formuliere deine Bitten:
„Bitte hilf mir bei …“ (Prüfung, Familie, Versuchung, Entscheidungen).
Am Ende kannst du dein Gebet mit einem „Amen“ beenden. Das bedeutet: „So sei es.“ Und es drückt aus: „Gott, ich meine das ernst. Ich vertraue dir das jetzt wirklich an.“ Wenn du „Amen“ sagst, ist das wie eine Unterschrift unter deinem Gebet. Ein kleines Zeichen von Vertrauen, dass Gott gehört hat, was du gesagt hast.
Vielleicht fragst du dich beim Beten auch, ob Gott dich wirklich hört, vor allem dann, wenn du nichts Besonderes spürst oder sich erst einmal nichts verändert. Gebet fühlt sich nicht immer intensiv oder „geistlich“ an. Und Gottes Antworten kommen nicht immer sofort so, wie wir sie erwarten. Manchmal erkennen wir Gottes Antwort erst später oder auf eine Weise, mit der wir nicht gerechnet haben. Doch auch dann gilt: Gott hört dich. Auch wenn dein Gebet leise, unsicher und voller Fragen ist.
Und nun noch ein paar praktische Ideen für deinen Alltag und das Gebet:
Wenn du möchtest, kannst du dein Gebet auch aufschreiben. Auf einem Zettel, in einem Notizbuch oder auf deinem Smartphone. Ähnlich wie ein Brief oder eine Textnachricht.
Fehlen dir einmal die Worte, dann kannst du auch einen Psalm aus der Bibel lesen und auf das dort Geschriebene mit deinen eigenen Worten reagieren. Oder du betest das Vaterunser, das Jesus seinen Jüngern als Gebet beigebracht hat. Das findest du in der Bibel in Lukas 11:2-4.
Im Alltag fehlt uns häufig die Zeit für ein langes, ausgiebiges Gebet. Zumindest meinen wir das. Doch auch Kurzgebete über den Tag verteilt – wie „Gott, hilf mir bitte jetzt“, „Danke, dass du da bist“ und „Beschütze mich und meine Lieben an diesem Tag“ – reichen aus, um bei Gott Gehör zu finden. Gott wiegt Länge, Zeit und Wirkung nicht miteinander auf, sondern es geht ihm um dein Herz.
Vielleicht fühlt sich das Beten für dich noch ungewohnt oder unsicher an – und das ist okay. Gebet ist kein Pflichtprogramm, sondern Beziehungspflege. So, wie jede Beziehung Zeit, Ehrlichkeit und Nähe braucht, darf auch deine Beziehung zu Gott wachsen. Gott wartet dabei nicht auf perfekte Worte, sondern auf dein ehrliches Herz. Auch wenn dir die Worte fehlen oder dein Gebet holprig klingt, hört er zu.
Vielleicht fängst du heute einfach an. Mit einem Gedanken. Mit einem kurzen Satz. Mit fünf Minuten. Gott ist da. Und er hört dich.
Wie könnte ein ganz ehrliches 5-Minuten-Gebet heute für dich aussehen?