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Erlebnis: Gemeinsam mit Gott am Ostseestrand

Thaddäus Schindlervon Thaddäus Schindler
Glaubensleben
Erlebnis: Gemeinsam mit Gott am Ostseestrand

Kürzlich hatte ich einen besonderen Moment mit Gott an der Ostsee.

Wir hatten den Sonnenuntergang eigentlich schon verpasst. Unser Ferienhaus lag etwa 500 Meter vom Strand entfernt und die Sonne war schon mitten im Untergang. Von unserem Fenster aus sahen wir unzählige Rottöne am Himmel.

Während ein Teil meiner Familie – wir waren zu einem großen Familienwochenende an der Ostsee – bereits dem Moment am Strand nachtrauerte, zog mich irgendetwas nach draußen.

Ich zog meine Schuhe an und beschloss, ein paar Schritte ums Haus zu gehen. Als ich die ersten Meter ging und in den Himmel schaute, überkam mich der Wunsch, doch noch einmal die 500 Meter zum Strand zu rennen, um die letzte Stimmung einzufangen. Ich folgte diesem Impuls.

Zu meiner Überraschung war der Himmel, obwohl die Sonne schon untergegangen war, immer noch ein Spektakel. Vor mir die tosenden Wellen der Ostsee, über mir ein wahres Naturschauspiel.

Da ich mein Smartphone zu Hause vergessen hatte, machte ich kein Foto, sondern ich fing an, frei mit Gott zu reden. Ich habe einfach angefangen, ihm zu danken. Für unser Familienwochenende, für diesen besonderen Moment, für seine Schöpfung. Dann kam in mir der Wunsch auf, Gott noch einmal zu sagen, dass es mir auf dem Herzen liegt, ihm mit meinem Leben zu folgen.

Das Gebet gewann an Spannung.

Plötzlich tauchte in mir eine Frage auf. Grundsätzlich erlebe ich es oft, dass ein Gespräch mit Gott durch solche Impulse geleitet wird. So empfand ich auch diese Frage als einen Impuls des Heiligen Geistes:

„Was bedeutet es, ein Feuer für Jesus in sich zu tragen?“

Der Heilige Geist lenkte meine Gedanken auf verschiedene Phasen meines Glaubens, an die ich mich erinnern musste. Oft ging es in diesen Phasen um „geistliche Disziplinen“ wie regelmäßiges Bibellesen und Beten. Mitunter ging es aber auch viel um die Methode und die Gewohnheit an sich.

Ein Beispiel: Eine bestimmte Anzahl von Kapiteln pro Tag in der Bibel zu lesen oder die Bibel in einem bestimmten Zeitraum durchzulesen, ist ein gutes Ziel. Manchmal kann es aber auch passieren, dass das tägliche Abhaken mehr an Bedeutung gewinnt als das Bibellesen an sich. Das Mittel zum Zweck gewinnt so sehr an Bedeutung, dass es irgendwann den eigentlichen Zweck überlagert.

Diesem Gedanken wurde nun ein neuer Impuls entgegengesetzt: Ein Feuer für Jesus in sich zu tragen, muss mehr sein, als eine Gewohnheit zu etablieren, besonders diszipliniert zu sein oder eine bestimmte Tagebuchmethode anzuwenden. Doch was wollte der Heilige Geist mir zeigen?

Ohne etwas hinzuzufügen, kam eine einfache Botschaft in mein Herz.

Das Feuer Gottes in unserem Herzen besteht darin, Gottes Liebe zu erkennen und immer mehr zu begreifen. Gottes Liebe zu mir und zu meinen Mitmenschen. All die Dinge, die ich oben genannt habe, helfen, diese Liebe zu erkennen, doch sie sind nicht das eigentliche Feuer.

Meine Gedanken kreisten weiter.

Dieses Feuer wird mich zum Wesentlichen führen. Wenn ich die Liebe Gottes immer mehr erkenne, werde ich beginnen, die Liebe Gottes authentisch zu erwidern. Ihm gegenüber, aber auch meinen Mitmenschen gegenüber.

Und ist es nicht das, was Jesus uns auf den Weg mitgegeben hat? Liebe Gott und liebe deinen Nächsten?

Mir wurde neu bewusst, dass ich diesen Kreislauf nicht selbst „produzieren“ konnte. Es brauchte den Heiligen Geist, um diese göttliche Liebe ein Stück mehr zu verstehen.

In diesem Moment an der Ostsee entstand in mir ganz neu die Sehnsucht, erfüllt vom Heiligen Geist seine Liebe weiterhin zu erkennen.

Ich wollte meine Erfüllung nicht in Nebensächlichkeiten, Methoden oder dem erfolgreichen Aufbau geistlicher Gewohnheiten finden. Ich wollte einfach hier vor Gott stehen und sein Feuer in mir spüren. Und das geschah in diesem Augenblick.

Inzwischen war es kurz vor halb zehn. Die Wellen spiegelten immer noch die rötliche Farbe des Himmels. Ich schaute auf meine Füße im Sand.

Dann sagte ich: „Danke Gott für diesen Augenblick! Du hast mich erfüllt. Lass mich dir ganz nah sein und deine Liebe zu uns Menschen immer mehr begreifen.“

Ich machte mich auf den Heimweg. Einmal mehr hatte Gott mir gezeigt, was es bedeutet, dieses Feuer in sich zu tragen, von dem wir hier bei STAYONFIRE so oft sprechen. Sicher gäbe es noch viel über dieses Feuer zu sagen, aber an diesem Abend war es das, was ich mitnahm.

Ich machte einen Punkt und war dankbar, dass ich doch noch zum Strand gelaufen war.