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Gründonnerstag: (M)eine Geschichte mit dem Abendmahl
Ehrlich gesagt habe ich ein bisschen länger überlegt, ob ich diesen Blogbeitrag über eine Begebenheit aus meinem Leben schreibe, denn mir ist bewusst, dass es sich durchaus um ein kontroverses Thema bei der Christenheit handelt: das Abendmahl.
Doch da genau heute Gründonnerstag ist – also der Tag, an dem wir Christen uns an das letzte Abendmahl von Jesus Christus mit seinen Jüngern erinnern (vgl. Markus 14:17-26) –, können genau meine Worte vielleicht eine Ermutigung für dich sein. Vielleicht betrachtest du das Abendmahl dann ebenso mit einem klareren Blick. Und falls heute (oder wann anders) in deiner Gemeinde das Abendmahl gefeiert wird, wird dir bewusster sein, was hier eigentlich gefeiert wird.
Nun also zu dem, was mir auf dem Herzen liegt, heute mit dir zu teilen:
Ich selbst bin in der römisch-katholischen Kirche aufgewachsen. Jeden Sonntag sind wir in die Kirche gegangen. Und in der römisch-katholischen Kirche findet jeden Sonntag u. a. die sogenannte Eucharistie-Feier statt, sprich das Abendmahl, ein großer Bestandteil des Gottesdienstes. Seit meiner Erstkommunion im Alter von 7 Jahren durfte ich selbst Brot und Wein beim Abendmahl zu mir nehmen. Später war ich selbst auch sogenannte Messdienerin, habe also bei der Feier des Abendmahls aktiv mitgeholfen.
Natürlich kannte ich die Geschichten von Jesus. Ich war schließlich jeden Sonntag gemeinsam mit meinen Eltern im Gottesdienst. Folgendes kann ich dir aber wirklich von ganzem Herzen sagen: Ich selbst verstand nie, weshalb es nun das Abendmahl gab. Wieso feiern Christen dieses Essen von Jesus mit seinen Jüngern als etwas Besonderes? Und wieso feierte man überhaupt den Tod Jesu und seine Auferstehung? Wieso bitte musste Jesus Christus überhaupt am Kreuz sterben?! All meine Fragen fanden für mich schließlich ihr Ende, als ich 17 Jahre alt war. Damals traf ich (tatsächlich allein in meinem Zimmer durch ein YouTube-Video) eine ganz persönliche Entscheidung für meinen Glauben an Jesus Christus. Ich erlebte Jesu Liebe und Gnade zum ersten Mal, bat ihn um Vergebung für meine Sünden und sprach mich im Gebet entschieden dafür aus, von nun an mein Leben mit Jesus Christus zu leben. Manch einer würde dazu sagen: Das hier war mein „Bekehrungserlebnis“. Ich begriff zum ersten Mal: Jesus war für mich gestorben! Ich selbst hatte es nötig, dass Jesus für meine persönlichen Verfehlungen vor Gott am Kreuz gestorben war. Das Geschenk Gottes, durch den Glauben an Jesus Christus als meinen persönlichen Herrn und Retter in einer persönlichen Beziehung zu Gott leben zu können, nahm ich für mich in Anspruch. Es dauerte von dort an nicht lang und mir wurde bewusst, wozu das Abendmahl nun eigentlich gut war. In der Bibel selbst finden wir einige eindrückliche Bibelstellen dazu.
Unter der Überschrift „Wie Christen das Abendmahl feiern sollten“ finden wir die folgenden Worte geschrieben:
„23 Denn Folgendes habe ich vom Herrn empfangen und euch überliefert: In der Nacht, in der unser Herr Jesus verraten wurde, nahm er ein Brot, 24 dankte Gott dafür, brach es in Stücke und sprach: »Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Feiert dieses Mahl immer wieder und denkt daran, was ich für euch getan habe, sooft ihr dieses Brot esst!« 25 Ebenso nahm er nach dem Essen den Kelch mit Wein, reichte ihn seinen Jüngern und sprach: »Dieser Kelch ist der neue Bund zwischen Gott und euch, der durch mein Blut besiegelt wird. Sooft ihr aus diesem Kelch trinkt, denkt an mich und an das, was ich für euch getan habe!« 26 Denn jedes Mal, wenn ihr dieses Brot esst und aus diesem Kelch trinkt, verkündet ihr, was der Herr durch seinen Tod für uns getan hat, bis er kommt.
27 Darum wird jeder, der gedankenlos und leichtfertig von diesem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, schuldig am Leib und am Blut unseres Herrn. 28 Jeder soll sich also prüfen und erst dann von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. 29 Denn wer davon nimmt, ohne zu bedenken, dass es hier um den Leib von Christus geht, der liefert sich selbst dem Gericht Gottes aus.“
(1. Korinther 11:23-29 HFA)
Diese Worte trafen mich wie ein Schlag. Viele Jahre lang feierte ich das Abendmahl, ohne mir bewusst zu sein, wozu es eigentlich da war. Sicherlich hatte ich dabei eben nicht in meinem Herzen Jesus dafür gedankt, dass er mit seinem Leib und Blut für mich am Kreuz gestorben war. Ich wusste: Auch das hatte Jesus mir vergeben. Ich hatte mich für ein Leben mit ihm als meinen Herrn und Retter entschieden. Das bedeutete: Alle meine Sünden waren weggewischt vor Gott. Auch die, das Abendmahl nicht richtig gefeiert zu haben (vgl. Johannes 3:16).
Ich weiß nicht, ob und wo du heute das Abendmahl feierst. In vielen Gottesdiensten um Ostern herum oder zu Ostern selbst ist es jedoch ein fester Bestandteil.
Ich ermutige dich, dir (vielleicht auch zum ersten Mal?) bewusst zu machen, was wir hier eigentlich feiern! Verbinde dich im Gebet dabei mit Jesus.
Das Abendmahl ist unsere Erinnerung an das Wichtigste in unserem Leben: Jesus ist für unsere Sünden am Kreuz gestorben. Gott selbst hat sein Blut für dich und mich vergossen. Dir sind durch deinen Glauben die Sünden vergeben und dein Weg zu Gott ist frei.