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Osterwoche (4): Geistliches Wachstum erleben - Gewohnheiten etablieren

Fiona Pfeifervon Fiona Pfeifer
Glaubensleben
Osterwoche (4): Geistliches Wachstum erleben - Gewohnheiten etablieren

„Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.“ Ein Satz, den man oft so dahinsagt. Doch vielleicht steckt mehr dahinter, als wir denken. Ich glaube, Gott hat uns ganz bewusst mit einem Bedürfnis nach Struktur, nach Ordnung, nach Dingen, die uns Halt geben, geschaffen. Nicht, um uns einzuengen, sondern um uns zu helfen, unseren Weg zu finden.

Ich persönliche liebe Struktur. Ich mag es, wenn ich einen Plan habe und wenn mein Alltag irgendwie sortiert ist. Gewohnheiten geben mir Sicherheit. Doch ehrlich gesagt: Ich setze sie oft vor allem in den praktischen Dingen um – Termine, Aufgaben, Haushalt, der ganz normale Alltagskram. Mein geistliches Leben rutscht da manchmal durch. Gerade jetzt, da Ostern vor der Tür steht, spüre ich, dass ich nicht einfach nur die Feiertage feiern will, sondern dass sich etwas verändern soll. In mir. In meinem Alltag. In meinem geistlichen Leben. Ich wünsche mir geistliches Wachstum, das bleibt. Keine einmalige Oster-Euphorie, sondern etwas, das darüber hinausgeht. Und ich glaube, das passiert nicht zufällig oder nebenbei. Es braucht Rhythmen und Gewohnheiten. Etwas, das mich immer wieder neu ausrichtet.

So habe ich mich gefragt, 🥚 welche Gewohnheiten ich (wieder) neu in meinen Alltag holen will. Nicht, um perfekt zu sein, sondern um ehrlich und treu dranzubleiben. Drei Dinge sind mir dabei besonders wichtig geworden:

1. Stille & Hören

In Johannes 20:11-18 steht Maria aus Magdala am Grab von Jesus. Sie blieb dort stehen und sie weinte, denn das Grab war leer. Doch dann – in genau diesem Moment – sprach Jesus sie mit ihrem Namen an. Das bewegt mich. Denn ich weiß, wie schnell ich weiterrenne, wenn etwas nicht sofort Sinn ergibt. Stille fällt mir oft schwer – insbesondere in einem turbulenten Alltag. Doch ich glaube, genau da begegnet Gott uns. Nicht im Lärm, sondern vor allem in der Stille. Ich will neu anfangen, bewusst still zu werden. Kein großes Konzept: vielleicht einfach fünf Minuten am Morgen beim Frühstück. Ohne Musik, ohne Smartphone. Nur da sein. Stille aushalten. Und hören.

2. Bibel lesen – mit offenem Herzen

In Lukas 24:13-35 lesen wir, dass zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus waren. Frustration und Unverständnis trieben sie umher, denn nur wenige Tage zuvor war Jesus gekreuzigt und begraben geworden. Dieser Jesus ging mit ihnen auf dem Weg, doch die Jünger erkannten ihn nicht sofort. Erst dann, als er ihnen die Schrift erklärte, sagten sie: „Brannte nicht unser Herz, als er zu uns sprach?“ Genau das wünsche ich mir. Dass mein Herz wieder brennt, wenn ich die Bibel lese. Nicht aus Pflicht, sondern aus Hunger. Ich merke: Ich brauche mehr Tiefgang. Das bedeutet, nicht möglichst viele Kapitel auf einmal zu lesen, sondern echte Begegnung mit Gott zu erleben. Dafür möchte ich mir kurze Abschnitte vornehmen mit der Frage: Was zeigt mir diese Stelle über Jesus und was über mich? Wie kann ich so lernen, Jesus immer ähnlicher zu werden?

3. Dankbarkeit üben

Als Jesus seinen Jüngern nach der Auferstehung begegnete, zeigt er ihnen seine durchbohrten Hände. Und sie? Sie freuten sich (vgl. Johannes 20:20)! Diese Stelle zeigt mir, wie Dankbarkeit den Blick verändert. Sie hilft, nicht im Mangel und Frust hängen zu bleiben, sondern zu sehen, was Gott Gutes tut. Ich möchte mir angewöhnen, abends kurz zurückzuschauen: Was war heute gut? Wann und wo habe ich Gottes Nähe gespürt? Drei Dinge. Jeden Abend. Nicht als Pflichtprogramm, sondern als Erinnerung daran, dass Gott mitten im Alltag ist.

Ich habe neu entdeckt, dass Ostern viel mehr mit Gewohnheiten zu tun hat, als ich bisher dachte. Denn Ostern erinnert uns daran, dass neues Leben möglich ist. Oft beginnt dieses neue Leben eben nicht mit großen Veränderungen, sondern mit kleinen Entscheidungen im Alltag.

Die Tage nach Ostern füllen sich schnell wieder mit Terminen, Aufgaben und Gedanken. Umso wichtiger ist es, geistlich dranzubleiben, nicht als Last, sondern als Kraftquelle. Vielleicht hilft dir ein fester Moment am Tag. Ein paar Minuten Stille am Morgen. Ein Bibelvers, der dich durch den Tag begleitet. Ein kurzer Rückblick am Abend. Du musst nicht alles auf einmal ändern. Fang mit einem Schritt an. Etwas Kleines, das dich näher zu Jesus bringt. Welche Gewohnheit könnte für dich ein Anfang sein?