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Storytime: Wenn Gott liebevoll korrigiert
Ich befand mich auf der Bundeskonferenz des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP). An einem Mittwochabend hörte ich mit über 1.000 anderen Menschen die mitreißende Predigt von Peter Haas. Am Ende seiner Predigt machte er einen Punkt, der mich weinend auf die Knie brachte.
Bevor ich dir erzähle, was er gesagt hat, lass mich dir kurz den Kontext dazu geben, was mich in dieser Zeit grundsätzlich beschäftigt hatte.
Als leidenschaftlicher Visionär schaut man meist nach vorne. Man sieht, was noch nicht ist, aber sein kann. Dieser Motor sorgt für Bewegung und Fortschritt, doch er kann dem visionären Ziel auch zu viel Wert beimessen.
Die STAYONFIRE App ist ein absolutes Herzensprojekt. Die Liste der Ideen für neue Features ist endlos. Die Ressourcen sind jedoch begrenzt. Oft steht man vor der Wahl, selbst wie getrieben Dinge voranzutreiben oder dankbar und berufen, auf Gottes Timing und Führung zu vertrauen.
Als ich am Mittwochabend im Gottesdienst der Bundeskonferenz stand, fühlte ich mich innerlich getrieben. Ich wusste, dass ich mich in einer Schieflage befand. Die App und alles, was ich für Jesus bewegen wollte, wurde scheinbar wichtiger als Gott selbst.
Die Predigt von Peter Haas war voll von unglaublichen Gebetserhörungen aus seinem Leben als Pastor. Doch während wir mit offenen Mündern dasaßen und über all die Wunder staunten, die er mit seiner Gemeinde erlebt hatte, zog er uns einen Zahn.
Er hatte selbst erlebt, wie die Wunder, für die wir beten, zu „Götzen“ werden können. In seinem Fall war es das Gebet für ein neues Gebäude für seine Gemeinde. In meinem Fall waren es neue Mitarbeiter und Ressourcen für unsere App.
Ich bemühte mich und betete so sehr für diese „Dinge“, dass ich gar nicht merkte, wie Gott schon längst bereit war, uns mit all dem zu segnen. Doch sollte Gott uns wirklich das geben, was in unseren Herzen zu einem Götzen geworden ist?
Die entscheidende Frage war, ob unser Charakter auch wirklich den Segen Gottes tragen könnte.
Peter Haas stellte die Frage in den Raum, ob wir nicht vielleicht mehr für unseren Charakter beten sollten, anstatt unsere Gebete nur um vermeintlich wichtige „Dinge“ kreisen zu lassen.
„Euer Vater weiß genau, was ihr braucht, schon bevor ihr ihn um etwas bittet.“ (Matthäus 6:8)
Während all diese Fragen von der Bühne widerhallten, trafen sie mein Herz. Als nach der Predigt das Lied „Schaffe Raum“ gesungen wurde, fiel ich auf die Knie. Ich musste weinen. Immer wieder gingen mir dieselben Gedanken durch den Kopf.
„Wie konnte ich es übersehen? Wie konnte ich es nur übersehen? Das Wachstum der App war zu einem Götzen in meinem Herzen geworden!“
Plötzlich sah ich vor meinem inneren Auge ein goldenes Kalb. Wie das aus der Geschichte vom Volk Israel am Berg Sinai. Ich hielt einen Hammer in der Hand. Ich begann, auf das goldene Kalb einzuschlagen. Neben mir stand Jesus. Ich konnte ihn nicht sehen, ich spürte nur seine Gegenwart. Er half mir, etwas zu zerschlagen, das mir zu wichtig geworden war. Ich schlug immer härter auf dieses Götzenbild ein. Als es vollständig zerstört war, griff Jesus meine Hand und sagte zu mir:
„Gehe mit mir die Reise!“
Obwohl Gott gerade dabei war, mein Herz neu auszurichten, spürte ich in diesem Moment keine Verurteilung, sondern vollkommene Liebe. Es war überwältigend.
Die Band spielte immer noch das Lied „Schaffe Raum“ und wiederholte gerade mehrmals die folgende Zeile:
„Tue, was auch immer du willst, Herr!“
Hier auf meinen Knien geschah etwas. Ich konnte es spüren. Es war schmerzhaft und heilend zugleich. Es war eine Umkehr und gleichzeitig ein „nach Hause kommen“. Es waren die Arme des Vaters.
Abends im Bett habe ich mir das Erlebnis in mein Tagebuch geschrieben.
Ich erlebte diesen besonderen Moment Ende September 2023. Rückblickend hat dieser Moment die Schleusen des Himmels geöffnet. Ich kann es wirklich nicht anders sagen. Innerhalb von drei Monaten stießen drei neue Video-Speaker zum Team, denen wir 3 neue mobile Studios aufbauten. Eine Marketing-Studentin fing ehrenamtlich bei STAYONFIRE an. Der erste Minijob im Bereich App-Entwicklung kam zustande.
Gott hatte schon alles vorbereitet, doch er wollte auch mein Herz vorbereiten. Und das tut er immer noch.
Als ich abends meinen Tagebucheintrag beendet hatte, schrieb ich am Ende:
„Es braucht mehr Zeit in seiner Gegenwart, um das Erlebte zu bewahren. Zu groß ist die Versuchung, das Kalb wieder aufzubauen. Lass die Hand Jesu nie los!“