Weihnachten ist das Ereignis, welches uns mit besonderer Musik, glänzender Dekoration und Winterlandschaften ein ganz besonderes Gefühl vermitteln kann. Geht es dir auch so? Ich freue mich jedes Jahr darauf.
Ich zitiere hier mal ein Weihnachtslied, welches das gut auf den Punkt bringt:
„Was wär’n die Straßen voller Lichter ohne die Gesichter, die am Abend dort spazieren geh’n? Was wär’n die bunten Kaufhausfenster ohne staunende Kinder, die davor mit großen Augen steh’n? Was wär‘ der vollgeschmückte Baum ohne das Lachen in dem Raum?“ („Ohne Dich“ - Wincent Weiss)
Weihnachten ist das Fest des Staunens. Wir staunen über gutes Essen, über Musik, über Eiskristalle, über Weihnachtsmärkte und über die Beleuchtungen, die die ganze Stadt erhellen. Dass wir Weihnachten viel zu staunen haben, ist nichts Neues. Schon vor 2000 Jahren wurde ganz viel gestaunt — doch die Gründe waren etwas andere.
Werfen wir mal einen Blick auf den allerersten Weihnachtsabend. Wir reisen in der Zeit ca. 2025 Jahre zurück, an einen kleinen Ort, der sich Bethlehem nennt.
Dort waren an dem besagten Abend keine Straßen mit Lichtern dekoriert, es lief wohl auch keine besonders fröhliche Musik. Die Leute waren in Eile. Jeder versuchte, noch schnell einen Schlafplatz zu finden, denn Augustus, der damalige Kaiser, hatte eine Zählung aller Menschen veranlasst. Jeder musste dafür in seine Heimatstadt reisen und sich dort erfassen lassen.
Mit auf den Straßen unterwegs waren Josef, ein Zimmermann, und seine Frau Maria, die mit einem Kind hochschwanger war, welches ihr durch einen Engel angekündigt worden war! Ihr Staunen darüber muss riesig gewesen sein. Man stelle sich nun die Anstrengung vor, als Josef von Tür zu Tür lief und an jeder Herberge abgewiesen wurde. Zu guter Letzt fanden sie Zuflucht in einem Stall, zwischen Tieren und einem Futtertrog. Bestimmt hat es dort nicht sonderlich gut gerochen. Und genau hier brachte Maria den angekündigten Sohn zur Welt, dieser trug den Namen Jesus. Gestaunt haben hier vielleicht Kuh und Esel, die eine Menschengeburt nicht jeden Tag zu Gesicht bekommen.
Doch hier begann etwas, das den Lauf der Zeit komplett verändern sollte. In der gleichen Gegend waren ein paar Hirten auf dem Feld. Diese wurden plötzlich von einem gleißend-hellen Licht umgeben und ein Engel sprach zu ihnen! Dieser Engel verkündete, dass in Bethlehem ein Baby geboren worden war, welches „der Retter“ ist. Dann war plötzlich der ganze Himmel mit Engeln erfüllt und alle sangen ein Loblied für Gott. Ich glaube, die Hirten sind hier aus dem Staunen überhaupt nicht mehr herausgekommen! Schnell machten sie sich dann auf den Weg, um dieses Kind zu sehen. Da wird sicherlich auch Maria gestaunt haben, denn niemand sonst wusste von dieser Geburt. Danach liefen die Hirten umher und verkündeten überall die Ankunft des Retters.
Reisen wir in der gleichen Zeit nun an einen anderen Ort, ins „Morgenland“. Dort studierten einige Sternenkundige den Himmel und entdeckten etwas Außergewöhnliches. Ein neuer Stern war am Himmel aufgetaucht! Und sie staunten noch mehr, als sie nachforschten und auf Prophezeiungen stießen, die das Kommen des Königs der Juden ankündigten, welches von einem Stern begleitet werden sollte.
Schnell machten sie sich auf, um diesem König zu huldigen. Über Umwege gelangten auch sie nach Bethlehem, und sie fanden das Kind. Und jetzt staunten alle zusammen: Josef und Maria über den außergewöhnlichen Besuch und die teuren Geschenke, nämlich Gold, Weihrauch und Myrrhe. Die Weisen wahrscheinlich über die Unterkunft des Königs der Juden: Kein Palast, keine Festung, sondern ein einfacher Stall.
Was für ein besonderes erstes Weihnachtsfest. Was für eine Zeit des Staunens!
Lass uns nun wieder zurück in unsere Zeit reisen und einmal vergleichen. Worüber wurde zum ersten Weihnachtsfest gestaunt? Worüber staunen wir heute? Ich finde, der Unterschied ist beachtlich. Doch die Geschichte von vor über 2000 Jahren hat ganz konkret etwas mit deinem und meinem Leben zu tun: Das Kind, der „Retter“, ist nicht nur der Retter für die Menschen damals, er ist auch dein und mein Retter. Und weshalb? Weil Jesus Gott ist! Jesus hat seine göttliche Herrlichkeit aufgegeben, um sich als Mensch für die Sünden der Welt zu opfern. Und diese große Rettungsmission begann in Bethlehem in einem kleinen Stall.
Gestern haben wir Heiligabend gefeiert. Es stehen noch weitere Weihnachtsfeiern an und auch danach wird die feierliche Stimmung noch ein wenig bleiben. Ich ermutige uns: Lasst uns staunen über das erste Weihnachtsfest! Lasst uns staunen über den großartigen Plan, den Gott zur Rettung seiner Menschen hatte! Lasst uns staunen darüber, dass dieser Retterkönig nicht nur einmal auf diese Erde gekommen ist, sondern wir ihn ein zweites Mal erwarten, um die Welt zu richten und Himmel sowie Erde neu zu machen!
Lasst uns diese besondere Zeit zu einer Zeit des Staunens machen.
Und damit: Frohe Weihnachten!