STAYONFIRE

Blogpost

Namensgebung – und was das mit Gott zu tun hat

Fiona Pfeifervon Fiona Pfeifer
Identität
Namensgebung – und was das mit Gott zu tun hat

„Wie soll es denn heißen?“ – eine Frage, der sich alle werdenden Eltern stellen müssen. Dabei versuchen die einen, die Einzigartigkeit ihres Kindes durch einen ausgefallenen Doppelnamen zu betonen, andere wählen einen etablierten, ja historischen Namen, der seit Jahrtausenden in Gebrauch ist, und wiederum andere halten verstorbene oder noch lebende Familienmitglieder mit deren Namen für ihr Kind in Ehren.

Insbesondere in den letzten Wochen des vergangenen Jahres, rund um die Weihnachtszeit, fielen mir die Bedeutung von Namen und der Prozess der Namensgebung immer wieder ins Auge. Was es genau damit auf sich hat und welche Ermutigung ich für meinen Glauben daraus gezogen habe, möchte ich gerne mit dir teilen.

Wenn du meinen Blogbeitrag zum Thema „Besser als zuvor durch die Weihnachtszeit“ gelesen hast, weißt du, dass ich mir vorgenommen hatte, im Dezember ein Buch zu lesen, das mich durch die Weihnachtszeit bringt und meinen Fokus auf das Wesentliche des Weihnachtsfestes lenkt. Letztlich habe ich sogar drei Bücher gelesen, wovon eines das Lukas-Evangelium war. Passenderweise hat das Lukas-Evangelium nämlich genau 24 Kapitel und beinhaltet gleich zu Beginn die Weihnachtsgeschichte. Und da kommen wir auch schon zu einem Punkt, der Auslöser für weitere gute Gedankengänge, Erkenntnisse und Ermutigungen war. Als der Engel Maria erschien, sagte er zu ihr:

„Gott hat dich mit seiner Gunst beschenkt. Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen, den du Jesus nennen sollst.“ [Lukas 1:31]

Und auch bei Elisabeth und deren Mann Zacharias passierte es in ähnlicher Weise. Ein Engel erschien Zacharias und sagte deutlich:

„Deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn schenken, und den sollst du Johannes nennen.“ [Lukas 1:13b]

Durch den letzten Teil der beiden Sätze werden Maria und Josef sowie Elisabeth und Zacharias in nur einem Moment jegliche Überlegungen zur Namenswahl ihrer Kinder abgenommen. Gott wurde zum Namensgeber der beiden Kinder und machte seine Autorität deutlich. Väter hatten in der damaligen Zeit nämlich eigentlich die Verfügungsgewalt über ihre Kinder und die Namensgebung war eines der Dinge, die zeigten, dass der Vater das Familienoberhaupt war. Doch genau diese Verfügungsgewalt nahm der Engel Zacharias und auch Josef weg. Damit, dass er speziell Josef nicht selbst den Namen für sein Kind aussuchen lässt, sagte er praktisch:

„Wenn Jesus in deinem Leben ist, bist du nicht mehr Herr deines Lebens. Dieses Kind, das bald geboren werden wird, ist dein Herr!“

Und genau so ist es auch in unserem Leben als Christen. Wenn wir uns entscheiden, mit Jesus unterwegs zu sein, dann muss er mehr sein als nur ein guter Ratgeber, dem wir unter unseren Bedingungen gehorchen und folgen. So sagt Jesus zu seinen Jüngern und damit auch zu uns:

„Wenn jemand mein Jünger sein will, muss er sich selbst verleugnen.“ [Lukas 9:23]

Um beim Thema der Namensgebung zu bleiben, habe ich mich dann gefragt, wieso in Jesaja 7:14 ein Kind namens „Immanuel“ prophezeit wird, Maria und Josef jedoch den Namen „Jesus“ für ihr Kind wählen sollen.

Bei diesem Punkt ist es entscheidend zu wissen, wie es sich in der damaligen Zeit mit der Namensgebung verhielt. Zunächst einmal kam es bei Namen nämlich mehr auf deren Bedeutung an. So hat Jesus als Person mehrere Namen und Bezeichnungen (Sohn Gottes, Sohn Davids, Menschensohn) mit jeweils unterschiedlicher Bedeutung. Bei Immanuel ist folglich die Bedeutung entscheidend: „Gott mit uns.“ Insbesondere durch die Bedeutung des Namens bekommt die Person also eine Identität und Charakter zugesprochen. Gott sucht Namen gezielt und passend aus, und auch für jeden von uns hat er einen ganz speziellen, bedeutungsvollen und zu uns passenden Namen im Kopf!

Dies wiederum führte mich zu einem weiteren Punkt: die Namen Gottes und hierbei speziell Gott als Adonai El Roi.

Stell dir vor, du sitzt im Dunkeln und das Licht fällt aus. Als Kind würdest du vermutlich anfangen, laut nach deinen Eltern zu rufen oder vielleicht sogar zu Gott beten. Insbesondere dann, wenn wir nichts sehen können, fühlen wir uns klein, unsichtbar, hilflos und allein. So ähnlich erging es auch Hagar, von der wir in 1. Mose 16 lesen. Es scheint förmlich so, als habe jemand in ihrem Leben das Licht ausgeschaltet und sie in ihrer Dunkelheit alleingelassen. Nachdem sie erfahren hatte, dass sie das Kind, mit dem sie schwanger war, für ihre Herrin Sara gebären sollte, entstand ein Machtkonflikt und Hagars einziger Ausweg war die Flucht.

In diesem Moment fühlte sie sich vermutlich genau so: klein, unsichtbar, hilflos und allein. Sie schrie zu Gott und ein Engel erschien ihr mit den Worten:

„Du wirst einen Sohn gebären und ihn Ismael [„Gott hat gehört“] nennen; denn der Herr hat deinen Hilferuf gehört.“ [1. Mose 16:11]

Wow, kann ich da nur sagen. Gott wandte sich nicht von Hagar ab, sondern sah sie an. Und wieder einmal gab er einem ungeborenen Kind einen bedeutungsvollen Namen: Ismael, „Gott hat gehört“. Hagar fühlte sich in ihrer scheinbar ausweglosen Dunkelheit gesehen und erkannt. Sie konnte nicht anders, als ihrem Gott zu antworten, indem sie IHM einen bedeutungsvollen Namen gab: Adonai El Roi,

„Du bist der Gott, der mich anschaut“ (vgl. 1. Mose 16:13).

Diese Geschichte hat mich zutiefst angesprochen, denn genau das, was Hagar hier erfuhr, ist doch unser tägliches Brot. Wir sehnen uns danach, gesehen, erkannt und angenommen zu werden. Wir sehnen uns danach, in der Dunkelheit unseres Lebens sehen zu können, einen Ausweg zu finden und alle Probleme am besten aus eigener Kraft bewältigen zu können. Doch bei all dem vergessen wir, dass es einen Adonai El Roi gibt, einen Gott, der uns sieht! Wenn es auch scheint, als würde Gott seine Augen verschließen, als habe er sich abgewandt, so dürfen wir doch sicher sein, dass er mehr ist und mehr kann als wir Menschen. Wir sind sterblich und können im Dunkel nichts sehen, er hingegen schon! So schreibt auch David in den Psalmen von einem Gott, der uns durchs finsterste Tal führt, uns beisteht, schützt und neuen Mut schenkt. In Bezug auf die Weihnachtsgeschichte konnten auch die Menschen damals nicht wissen, dass Gott in der wohl möglichst dunkelsten Zeit dabei war, einen Retter vorzubereiten, der auf genau diese Weise in die Welt kommen sollte: klein, unsichtbar, hilflos und allein.

Gerade im Hinblick auf das kommende Jahr empfinde ich all das als eine starke Ermutigung! Gott kennt deinen Namen und er sieht dich. Selbst wenn wir den Weg vor uns nicht sehen können, bereitet er ihn vor. Wir können nur erahnen, was das neue Jahr mit sich bringt und für uns bereithält, doch wir dürfen sicher sein, dass wir einen Gott haben, der in der tiefsten Dunkelheit sieht, Licht in dein Leben bringt, es liebt, dich anzusehen, und dich bei deinem Namen ruft!