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Wie ich in Krisen überlebe

Fiona Pfeifervon Fiona Pfeifer
Hoffnung
Wie ich in Krisen überlebe

Klimakrise, Energiekrise, Finanzkrise oder Coronakrise. Egal, ob politischer, wirtschaftlicher oder ökologischer Natur, Krisen begleiten uns Menschen seit Anbeginn der Zeit und stellen das gesellschaftliche Leben auf die Probe. Hierbei scheint es vorerst unwichtig, wie lange jene Krisen andauern. Vielmehr stresst der Gedanke daran, dass sie zukünftiges Geschehen beeinflussen werden.

Auch aktuell sorgen Krisen in Deutschland und weltweit für Herausforderungen. Ich denke hierbei an die Flutopfer, die durch das Hochwasser neben ihrem Besitz auch Familienmitglieder verloren haben. Ich denke an den Zeitungsbericht über einen Unfall, bei dem ein 10 Monate altes Baby als Vollwaise überlebt und seine Eltern somit nie kennenlernen wird. Ich denke an die Waldbrände in Südeuropa, bei denen laut Meteorologen das Schlimmste noch bevorsteht. All das führt mir den Charakter der Welt vor Augen. All das zeigt mir, in welch turbulenten Zeiten wir leben.

Was also tun in diesen Zeiten der Krisen?

Als Kind wurde mir, egal, ob in Kindergarten, Grundschule oder zu Hause, oft die Frage gestellt, welche Nummer in Not zu wählen sei. 110 und 112, ganz klar! Doch klar ist auch, dass ich nicht direkt zum Hörer greifen kann, sobald ich eine persönliche Krise durchlebe. Was ich stattdessen tue, will ich dir gerne erzählen.

Erst einmal finde ich es mehr als herausfordernd, eine persönliche Krise zu erkennen und mir deren Existenz einzugestehen. Ich bin ein sehr strebsamer Mensch, dem es unfassbar schwerfällt, Dinge abzulehnen und das Wort „nein“ zu verwenden. Viel lieber bin ich überall dabei, sage zu allem „ja“ und möchte wenn möglich niemanden enttäuschen. Insbesondere in den vergangenen Monaten meines Studiums ist mir jedoch bewusst geworden, dass ich mit dieser Einstellung auf Dauer nicht weit kommen kann. Mein Körper hat Grenzen, die in meinem Kopf und Denken erst später realisiert werden. Gott hat mir in dieser Zeit immer wieder das Wort „wachsam“ vor Augen geführt. Heute lerne ich daraus, dass sich Krisen oft ankündigen und ich wachsam und achtsam dafür sein muss, um schwerwiegendere Folgen frühzeitig zu vermeiden und vorbeugende Maßnahmen einzuleiten.

Gut an solchen Krisen ist, dass ich mit und in diesen Situationen nicht allein bin. Schon in der Bibel finden wir zahlreiche Krisensituationen. Eine, die mir durch den Regenbogen am Himmel immer wieder ins Gedächtnis gerufen wird, ist die Geschichte von Noah und der Sintflut. Diese Geschichte zeigt mehr als deutlich, wie Gott in Krisenzeiten handelt. Gott kündigt eine Katastrophe an und warnt Noah. Gott lässt Noah mit dieser Information aber nicht wortwörtlich im Regen stehen. Er gibt ihm den Auftrag, die Arche zu bauen, um so die Fluten geschützt zu überstehen. Dass es angenehm und einfach wird, verspricht Gott jedoch nicht.

Ich lerne daraus, dass Gott uns nicht vor Krisen bewahrt, sondern sie vielmehr nutzt, um sein Wirken und Wesen in unserem Leben zu verdeutlichen. In Krisenzeiten sehen wir, woran sich Menschen festhalten. Was ihnen Kraft und Hoffnung gibt. Worauf sie ihr Leben bauen und auf wen sie vertrauen.

Wenn ich auch keine 110 oder 112 in persönlichen Krisen wählen kann, so benennt Gott in Psalm 50:15 eine Möglichkeit:

„Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen!“

Gott ist ein Gott der Hoffnung. Durch eine Taube erfahren Noah und alle, die mit ihm auf der Arche waren, dass Gott seine Versprechen hält. Die Taube wird zu einem Symbol der Hoffnung und des Lebens.

Und wieder lerne ich daraus, dass der Gott von damals auch der Gott von heute ist. Sein Wesen ist Hoffnung! Er ist ein Gott, der nicht nur seine Kinder rettet und in Sicherheit bringt, sondern ihnen auch hindurchhilft und die finale Rettung schenkt.

So nutze ich Krisenzeiten auch, um mich neu auf Gott auszurichten und ihm die Möglichkeit zu geben, in meine Lebenslage zu sprechen. In den vergangenen Tagen hat er dies durch unterschiedliche Bibelverse getan.

Zuerst lese ich in Jesaja 43:2:

„Wenn du durch tiefes Wasser oder reißende Ströme gehen musst – ich bin bei dir, du wirst nicht ertrinken. Und wenn du ins Feuer gerätst, bleibst du unversehrt. Keine Flamme wird dich verbrennen.“

Bei der Frage, wie ich all dies schaffen soll, verspricht Gott, dass er mir immer wieder neuen Mut und Trost schenkt, um standhaft zu bleiben (Römer 15:5).

Abschließend folgte dann Psalm 130:5, den ich im Vertrauen aussprechen konnte:

„Ich setze meine ganze Hoffnung auf den Herrn.“

Plötzlich werden Krisenzeiten zu Hoffnungszeiten. Wenn wir unsere Hoffnung auf Gott setzen, wird er uns nicht enttäuschen. Vielmehr wird er uns die Kraft für Herausforderungen schenken. So können auch wir zum Hoffnungsträger für die Welt werden!