Hosea
Kapitel 2, Vers 4–15
Ein Gleichnis für Israel
4»Klagt euer Land an, ihr Israeliten! Bringt euer Volk vor Gericht! Schon lange ist eure Mutter Israel nicht mehr meine Frau, und darum will auch ich nicht länger ihr Mann sein! Sie soll die Zeichen ihrer Hurerei entfernen, die sie im Gesicht und an den Brüsten trägt. 5Sonst werde ich sie nackt ausziehen und sie so hilflos machen wie bei ihrer Geburt. Ihr Land verwandle ich in eine Wüste, in eine dürre Einöde, ja, ich will sie verdursten lassen! 6Auch mit ihren Kindern werde ich kein Mitleid haben, denn sie sind Hurenkinder. 7Ihre Mutter hat sich mit fremden Männern eingelassen und Schande über sich gebracht. Sie dachte: ›Es lohnt sich, bei meinen Liebhabern zu bleiben, denn sie geben mir, was ich brauche: Brot und Wasser, Wolle und Flachs, Öl und Wein.‹ 8Darum versperre ich ihr den Weg mit Mauern und lasse ihn mit Dornengestrüpp überwuchern, so dass sie nicht mehr weiterweiß. 9Vergeblich läuft sie dann hinter ihren Liebhabern her. Sie wird sie suchen, aber nicht finden. Zuletzt wird sie sich besinnen: ›Ich will nach Hause zurückkehren, zu meinem ersten Mann; denn bei ihm ging es mir besser.‹ 10Sie hat nicht erkannt, dass ich es war, der ihr Getreide, Most und Öl gegeben hat. Mit Silber und Gold habe ich sie überschüttet, sie aber hat alles ihrem Götzen Baal zu Füßen gelegt. 11Darum soll sie zur Erntezeit kein Getreide und keinen Wein mehr von mir bekommen. Auch die Wolle und den Flachs für ihre Kleider nehme ich ihr wieder weg. 12Vor den Augen ihrer Liebhaber ziehe ich sie nackt aus und stelle sie öffentlich zur Schau; niemand kann sie vor meiner Strafe bewahren. 13Ihren Freudenfesten mache ich ein Ende, sie wird keinen Neumond oder Sabbat und kein anderes großes Fest mehr feiern. 14Ich verwüste ihre Weinstöcke und Feigenbäume, von denen sie sagte: ›Das habe ich von meinen Freunden für meine Liebesdienste bekommen.‹ Alles, was sie gepflanzt hat, lasse ich von Gestrüpp überwuchern und von wilden Tieren abfressen. 15Denn sie hat mich vergessen. Statt für mich hat sie für ihre Götzen Feste gefeiert und ihnen Opfer dargebracht. Sie hat sich mit Ringen und Ketten geschmückt und ist ihren Liebhabern nachgelaufen. Deshalb werde ich sie bestrafen. Darauf gebe ich, der HERR, mein Wort.«
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Weitere Infos →Im Alten Testament werden oft Bilder verwendet, um etwas zu erklären oder darzustellen. In diesem Abschnitt beschreibt Gott, wie sehr es ihn verletzt hat, dass sein Volk sündigte, sich von ihm abwandte und (viel schlimmer noch) sogar andere Götter verehrte.
Es ist wie mit einem verheirateten Paar: Es geht einen Bund ein und verspricht sich die gegenseitige Treue. Kein Belügen. Kein Betrügen. Kein Fremdgehen.
Das Volk tat allerdings genau das. Und, um es milde auszudrücken, Gott fand das überhaupt nicht gut. Total verständlich! Wenn dieser sich gegenseitig versprochene Bund gebrochen wird, ist das sehr schmerzhaft!
Das spricht erst mal total für den Charakter und die Liebe Gottes. Er ist treu! Er hat nicht betrogen. Seine Liebe zeigt sich darin, dass es ihm nicht egal ist, wie sich das Volk verhält, sondern dass es ihn sehr verletzt und er es nicht unausgesprochen lässt.
Es wird sichtbar, dass das Volk es wirklich auf die Spitze trieb. Den Reichtum, den Gott ihnen gegeben hatte, verwendeten sie nun, um damit andere Götter anzubeten (vgl. V. 10). Doch Gott ist bereit, selbst das zu vergeben. Wow, das ist Gnade!
Im Neuen Testament heißt es, dass wir alle die Herrlichkeit Gottes verspielt haben (vgl. Römer 3:23) und somit alle die Beziehung mit Gott gebrochen haben. Jesus lässt das nicht unausgesprochen. Der Beziehungsschaden hatte einen Preis. Doch Jesus war bereit, selbst den Preis am Kreuz zu zahlen, damit wir wieder in einem Bund, dem Neuen Bund, mit ihm leben dürfen.