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Impuls

Ein Liebesbeweis

Lucas Pöpelvon Lucas Pöpel
Glaubensleben

Johannes

Kapitel 13, Vers 1–​11

NICHT ALLE SIND REIN

1Das Passahfest stand kurz bevor. Jesus wusste, dass nun die Zeit gekommen war, diese Welt zu verlassen und zum Vater zurückzukehren. Er hatte die Menschen geliebt, die zu ihm gehörten, und er hörte nicht auf, sie zu lieben. 2An diesem Abend aß Jesus zusammen mit seinen Jüngern. Der Teufel hatte Judas, den Sohn von Simon Iskariot, schon zum Verrat an Jesus angestiftet. 3Jesus aber wusste, dass der Vater ihm alles in die Hand gegeben hatte, dass er von Gott gekommen war und zu ihm zurückkehren würde. 4Da stand er vom Tisch auf, legte sein Obergewand ab und band sich ein Tuch aus Leinen um. 5Er goss Wasser in eine Schüssel und begann, seinen Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Tuch abzutrocknen. 6Als er zu Simon Petrus kam, wehrte dieser ab: »Herr, wie kommst du dazu, mir die Füße zu waschen!« 7Jesus antwortete ihm: »Was ich hier tue, verstehst du jetzt noch nicht. Aber später wirst du es begreifen.« 8Doch Petrus blieb dabei: »Niemals sollst du mir die Füße waschen!« Worauf Jesus erwiderte: »Wenn ich dir nicht die Füße wasche, gehörst du nicht zu mir.« 9Da sagte Simon Petrus: »Herr, dann wasch mir nicht nur die Füße, sondern auch die Hände und das Gesicht!« 10Jesus antwortete: »Wer gebadet hat, der ist ganz rein. Ihm braucht man nur noch den Straßenstaub von den Füßen zu waschen. Ihr seid rein – aber nicht alle.« 11Jesus wusste nämlich, wer ihn verraten würde. Deshalb sagte er: »Ihr seid nicht alle rein.«

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Ein Lehrer wäscht seinen Schülern die Füße. Eine wirklich skurrile Situation. Nur die niedrigsten Diener – sprich Sklaven – wuschen anderen die Füße. In seltenen Fällen wuschen sich auch Gleichaltrige gegenseitig die Füße, aber nur, wenn sie sich äußerst gernhatten. Der heutige Text beschreibt also eine Handlung Jesu, die als große Erniedrigung (Sklavendienst) sowie als gewichtiger Liebesbeweis zu gelten hat.

Einige Elemente des Kreuzestodes Jesu werden schon hier sichtbar. Liebe scheint, der Grund für Jesu Handeln zu sein (vgl. V. 1). Des Weiteren ist man schnell irritiert, dass auch Judas – nach der Bemerkung über seine teuflische Beeinflussung – die Füße gewaschen wurden. Diese Verwunderung verstärkt sich, wenn man bedenkt, dass die Symbolik des Wassers im Alten Testament oft auf die Reinigung von Sünden anspielt (Priester mussten sich mit Wasser reinigen, bevor sie den Tempel betraten). Ist Judas auch rein, trotz seines Verrats? Hier ist nicht genügend Platz, um darauf einzugehen, dennoch mag Jesu Aussage in Vers 10 "aber nicht alle" einen Hinweis darauf geben.

Was können wir aus diesen Beobachtungen mitnehmen? Diese unscheinbare Szene verdeutlicht die demütige Erniedrigung von Jesus Christus, der uns aus Liebe immer wieder neu von unserer Sünde reinigt, damit wir zu ihm gehören und mit ihm sein können. Als Ergänzung empfiehlt es sich, Philipper 2:1-11 zu lesen.