Psalm
Kapitel 39, Vers 1–14
Viel Lärm um nichts!
1Ein Lied von David. Für Jedutun. 2Ich hatte mir fest vorgenommen, vor bösen Menschen meine Zunge im Zaum zu halten; ich wollte mich zusammennehmen und nichts sagen, was man mir als Schuld anrechnen könnte. 3Also verstummte ich und sagte kein Wort mehr. Aber das half mir auch nicht weiter, mein Schmerz wurde nur noch schlimmer. 4Ich fraß den Kummer in mich hinein. Je mehr ich darüber nachgrübelte, desto tiefer geriet ich in Verzweiflung. Ich konnte es nicht mehr länger aushalten – schließlich platzte ich heraus: 5»HERR, lass mich erkennen, wie kurz mein Leben ist und dass meine Tage gezählt sind; wie vergänglich bin ich doch! 6Wie begrenzt ist das Leben, das du mir gabst! Ein Nichts ist es in deinen Augen! Jeder Mensch, selbst der stärkste, ist nur ein Hauch, der vergeht – 7schnell wie ein Schatten verschwindet er. Sein Tun und Treiben ist viel Lärm um nichts! Er häuft sich Reichtümer an und weiß nicht, was einmal daraus wird.« 8Worauf kann ich da noch hoffen? Herr, du allein bist meine Hoffnung! 9Vergib mir alle meine Sünden und mach mich nicht zum Gespött dieser Narren! 10Ich will jetzt schweigen und nichts mehr sagen, denn du, HERR, du lässt mich leiden! 11Befreie mich von den Qualen, die du mir zufügst! Wenn du mich weiter plagst, komme ich um! 12Wenn du einen Menschen wegen seiner Schuld strafst, dann vergeht das Wertvollste, was er hat – sein Leben. Es zerfällt wie ein Kleid, das die Motten zerfressen. Jeder Mensch ist nur ein Hauch, der vergeht. 13Höre mein Gebet, HERR, und achte auf meinen Hilfeschrei! Schweige nicht, wenn du mein Weinen vernimmst! Denn vor dir bin ich nur ein Gast auf dieser Erde, ein Fremder ohne Bürgerrecht, so wie meine Vorfahren. 14Strafe mich nicht länger in deinem Zorn, damit ich mich noch einmal freuen kann, bevor ich sterben muss und nicht mehr bin!
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Weitere Infos →Ist etwas aus dir schon mal so richtig herausgebrochen? Vielleicht wolltest du ruhig bleiben und abwarten. Doch du konntest nicht anders. Es musste einfach raus. David ging es ganz ähnlich.
Er wollte sich zurückhalten und nicht über böse Menschen urteilen. Vielmehr versuchte er – und das finde ich wirklich bemerkenswert –, das Urteilen und Richten Gott zu überlassen.
Dies brachte aber das Problem mit sich, dass er den Kummer in sich hineinfraß (vgl. V. 4). Nicht gut, wie wir alle wissen. Am Ende brach es dann doch aus ihm heraus.
Doch es waren keine vernichtenden Worte gegen seine Feinde, sondern vielmehr ein verzweifelter Schrei ans Leben.
"Wie begrenzt ist das Leben, das du mir gabst! Ein Nichts ist es in deinen Augen! Jeder Mensch, selbst der stärkste, ist nur ein Hauch, der vergeht." [6]
Am Ende gab es für ihn nur einen Halt. Und das war sein Gott selbst (vgl. V. 8).
Es fällt mir nicht leicht, diesen Psalm richtig einzuordnen. Da steckt so viel drin. Anfeindungen. Gefühlschaos. Vergänglichkeit. Hoffnung.
Was also können wir aus diesem Psalm mitnehmen? Vielleicht, dass Gott mein Gedankenwirrwarr aushält. Vielleicht, dass es mal aus mir herausbrechen darf. Vielleicht, dass ich wieder eine Ewigkeitsperspektive brauche.
Nimm dir eine dieser Botschaften und gehe damit in den Tag. Du bist nicht allein.