STAYONFIRE

Impuls

Geistliche Dringlichkeit

Thaddäus Schindlervon Thaddäus Schindler
Glaubensleben

2. Timotheus

Kapitel 4, Vers 1–​8

DAS VERMÄCHTNIS VON PAULUS

1Vor Gott und vor Jesus Christus, der über die Lebenden und die Toten Gericht halten wird, beschwöre ich dich – ja, angesichts dessen, dass er für alle Welt sichtbar kommen und seine Herrschaft antreten wird, fordere ich dich auf: 2Verkünde den Menschen Gottes Botschaft. Setz dich dafür ein, ob es den Leuten passt oder nicht! Rede ihnen ins Gewissen, weise sie zurecht, aber ermutige sie auch. Tu all das geduldig und so, wie es der Lehre unseres Glaubens entspricht. 3Denn es wird eine Zeit kommen, in der die Menschen von der gesunden Lehre nichts mehr wissen wollen. Sie werden sich nach ihrem eigenen Geschmack Lehrer aussuchen, die ihnen nur nach dem Munde reden. 4Und weil ihnen die Wahrheit nicht gefällt, folgen sie allen möglichen Legenden. 5Doch du sollst wachsam und besonnen bleiben, was auch immer geschieht! Sei bereit, für Christus zu leiden. Erfülle deine Aufgabe als Verkündiger der rettenden Botschaft, ja, predige sie unerschrocken. Führ deinen Dienst treu und gewissenhaft aus. 6Ich sage dir das, weil ich mit dem Todesurteil rechnen muss und mein Leben nun bald für Gott geopfert wird. 7Doch ich habe den guten Kampf des Glaubens gekämpft; jetzt ist das Ziel erreicht, und ich bin Gott treu geblieben. 8Nun hält der Herr für mich auch den Siegespreis bereit: Er, der gerechte Richter, wird mir am Tag des Gerichts seine Anerkennung schenken; aber nicht allein mir, sondern allen, die wie ich voller Sehnsucht auf sein Kommen warten.

© Biblica, Inc.

Hoffnung für alle ™ Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc. Used with permission. All rights reserved worldwide.

“Hoffnung für alle” is a trademark registered in European Union Intellectual Property Office (EUIPO) by Biblica, Inc. “Biblica”, “International Bible Society” and the Biblica Logo are trademarks registered in the United States Patent and Trademark Office by Biblica, Inc. Used with permission.

Weitere Infos →

Aus weltlicher Sicht klingt es paradox. Paulus stand kurz davor, für das, was er tat, zum Tode verurteilt zu werden (vgl. V. 6). Und was tat er? Er forderte Timotheus auf, seinem Handeln zu folgen. Er "beschwört" ihn und fordert ihn kompromisslos auf: "Verkünde den Menschen Gottes Botschaft. Setz dich dafür ein, ob es den Leuten passt oder nicht! Rede ihnen ins Gewissen, weise sie zurecht, aber ermutige sie auch." [2]

Ich glaube, man muss an dieser Stelle keine tiefgreifende Exegese (Auslegung) vornehmen, um zu erkennen, welche Dringlichkeit Paulus verspürt hatte. Ihm ging es um Leben und Tod. Das wahre Evangelium sollte verkündet werden. Gerade auch, weil der Einfluss der Irrlehren spürbar zunahm (vgl. V. 3-4). In all dem sollte Timotheus klar bleiben. So wie Paulus, der nun kurz davor stand, "den guten Kampf des Glaubens" [7] zu vollenden.

An dieser Stelle möchte ich mich ehrlich hinterfragen. Verspüre ich noch die geistliche Dringlichkeit, anderen Menschen von Jesus zu erzählen? Dabei meine ich nicht das Wissen allein. Natürlich weiß ich, dass es sinnvoll wäre, dies zu tun. Ich spreche hier jedoch von der Leidenschaft, die ich bei Paulus und Timotheus sehe. Trage ich sie in meinem Herzen? Ist es an der Zeit, Gott erneut zu bitten, mein Herz für seine Mission in Brand zu setzen?