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Impuls

Gesetz Braucht Gnade

Annemieke Binggelivon Annemieke Binggeli
Hoffnung

Römer

Kapitel 7, Vers 7–​17

DER MENSCH UND DAS GESETZ

7Soll das alles nun etwa bedeuten, dass Gottes Gesetz sündig ist? Natürlich nicht! Aber es ist doch so: Ohne die Gebote Gottes hätte ich nie erfahren, was Sünde ist. Würde es dort nicht heißen: »Du sollst nicht begehren … «, so wüsste ich nicht, dass mein Begehren Sünde ist. 8Die Sünde aber gebrauchte dieses Gebot des Gesetzes, um in mir alle möglichen Begierden zu wecken. Ohne das Gesetz ist die Sünde nämlich tot. 9Früher habe ich ohne das Gesetz gelebt. Erst seit das Gesetz mit seinen Geboten in die Welt kam, wurde auch die Sünde in mir lebendig, 10und damit brachte mir das Gesetz den Tod. So hat mich Gottes Gebot, das den Weg zum Leben zeigen sollte, letztlich dem Tod ausgeliefert. 11Denn die Sünde benutzte es, um mich zu betrügen: Die Gebote, die mir eigentlich Leben bringen sollten, brachten mir nun den Tod. 12Es bleibt also dabei: Das Gesetz selbst entspricht Gottes Willen; jedes einzelne Gebot ist heilig, gerecht und gut. 13Kann aber etwas, das gut ist, meinen Tod bewirkt haben? Nein, ganz und gar nicht. Es war die Sünde! Aber gerade dadurch, dass die Sünde das Gute benutzte, um mir den Tod zu bringen, hat sie sich als Sünde entlarvt; erst durch das Gebot ist sie in ihrer ganzen Abscheulichkeit sichtbar geworden. 14Das Gesetz ist von Gottes Geist bestimmt. Das wissen wir genau. Ich aber bin nur ein Mensch und der Herrschaft der Sünde ausgeliefert. 15Ich verstehe ja selbst nicht, was ich tue. Das Gute, das ich mir vornehme, tue ich nicht; aber was ich verabscheue, das tue ich. 16Bin ich mir aber bewusst, dass ich falsch handle, dann stimme ich Gottes Gesetz zu und erkenne an, dass es gut ist. 17Das aber bedeutet: Nicht ich selbst tue das Böse, sondern die Sünde, die in mir wohnt, treibt mich dazu.

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Dieser Abschnitt von Paulus ist wirklich komplex formuliert. Im Grunde sagt er jedoch eines aus: „Das Gesetz Gottes zeigt mir erst, was ich Schlechtes tun kann.“ Wenn ich nicht weiß, was richtig oder falsch ist, begehe ich auch keine Sünde. Denn um eine Sünde zu tun, muss ich etwas bewusst falsch gemacht haben. Aber dadurch, dass Gott uns Menschen eben klare Regeln gegeben hat, kann nun jeder von uns sündigen. Denn auf einmal wissen wir, was der Maßstab Gottes ist, und können uns an seine Gebote halten oder eben nicht. Wir leben nicht mehr einfach so vor uns hin. Nein, wir können jetzt entweder gerecht handeln oder sündigen.

Mir zeigt diese Tatsache etwas sehr deutlich. Zum einen: Sünde ist für Gott wirklich etwas Schlimmes. Ich habe keine Möglichkeit, zu behaupten, dass ich doch gar nichts Schlechtes tun würde. Denn das Gesetz Gottes ist klar in seinen Aussagen, wie z. B. in seinem achten Gebot: „Du sollst nicht lügen.“ Und ich muss sagen: Ja, gelogen habe ich schon mehr als einmal in meinem Leben. Ich habe also vor Gott gesündigt und komme da auch nicht mehr raus. Ich komme da nicht mehr raus, außer ich bleibe beim bloßen Gesetz nicht stehen. Denn zweitens: Gott hat uns zu seinem Gesetz ebenso seine Gnade zur Verfügung gestellt. In Jesus Christus! Und ich brauche diese Gnade! Jesus ist genau deshalb für uns am Kreuz gestorben, weil er meine Sünde auf sich nahm und sich stellvertretend für uns dem Gericht Gottes aussetzte. Wenn ich mir des Ausmaßes des Gesetzes bewusst bin, dann werde ich mir auch immer mehr der Gnade Gottes bewusst. Denn ich kann das ganze Gesetz Gottes nicht halten - und dennoch habe ich die Möglichkeit, die Gnade Gottes anzunehmen. Wenn ich Jesus Christus als meinen Herrn im Leben angenommen habe, dann weiß Gott zwar um meine Sünde, verurteilt sie aber nicht mehr mit dem ewigen Tod. Denn seine Gnade siegt!