Richter
Kapitel 4, Vers 11–16
Gott steht zu seinem Wort
11Zu jener Zeit schlug ein Keniter namens Heber seine Zelte bei dem großen Baum von Zaanannim in der Nähe von Kedesch auf. Die Keniter waren Nachkommen von Hobab, dem Schwager von Mose. Heber hatte sich von seiner Sippe getrennt und war allein weitergezogen. 12Man meldete Sisera, dass Barak, der Sohn von Abinoam, ein Heer auf den Berg Tabor geführt hatte. 13Da brach er von Haroschet-Gojim auf und zog mit den 900 eisernen Streitwagen und seinem ganzen Heer zum Fluss Kischon. 14»Greif an«, forderte Debora Barak auf. »Der HERR wird euch vorangehen und euch noch heute den Sieg über Sisera geben!« Da stürmte Barak mit seinen 10.000 Soldaten vom Berg Tabor herab. 15Als sie mit dem Schwert in der Hand angriffen, ließ der HERR das ganze Heer der Kanaaniter in Panik geraten. Sisera sprang vom Wagen und floh zu Fuß. 16Baraks Männer verfolgten die fliehenden Truppen und ihre Wagen bis nach Haroschet-Gojim. Sie töteten alle Soldaten, nicht einer kam mit dem Leben davon.
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Weitere Infos →Zu Beginn des Richterbuches wurde uns erklärt, dass Eigensinn und Sturkopf des Volkes Israel zu anhaltenden Problemen mit anderen Völkern führen würden. Daraufhin folgten kurze Berichte über diese Konflikte. Gott nutzte immer wieder einzelne Gestalten, um sein Volk zu befreien.
Sei es Othniel gegen Mesopotamien (3:7-11), Ehud gegen Moab (3:12-30), Schamgar gegen die Philister (3:31) oder nun Debora und Barak gegen Kanaan (4:11-24). Wir befinden uns also mitten in einer Erzählung, die Gottes Macht demonstriert. Die Botschaft: Gott kann mächtige Feinde bekämpfen und sein Volk ohne Weiteres beschützen sowie befreien.
Auch in dem hier beschriebenen Feldzug wird deutlich, dass es eigentlich Gott war, der die Kanaaniter angriff oder einschüchterte. Die Israeliten griffen zwar an, doch es ist Gott selbst, der sie in Panik versetzte, sie quasi kampfunfähig machte. Auch wenn diese Geschichten für heutige Ohren mehr als befremdlich klingen, so können wir das Prinzip dahinter verstehen: Gott wird uns hier als kämpfender Befreier und Beschützer seines Volkes vorgestellt.
Ich denke nicht, dass wir die Geschichte einfach so auf uns übertragen können, z. B.: "Gott nimmt uns alle Herausforderungen und Schwierigkeiten ab oder bewahrt uns davor." Doch eines wird mehr als deutlich: Gott ist nicht fern von uns, sondern geht uns voraus und läuft unseren Weg mit uns. Er lässt uns nicht im Stich.