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Impuls

Verstehst Du Das?!

Annemieke Binggelivon Annemieke Binggeli
Berufung

Römer

Kapitel 11, Vers 1–​10

HAT GOTT SEIN VOLK AUFGEGEBEN?

1Heißt das etwa, dass Gott von seinem Volk nichts mehr wissen will? Davon kann keine Rede sein! Auch ich bin ja ein Israelit, ein Nachkomme von Abraham aus dem Stamm Benjamin. 2Gott hat sein Volk, das er sich einmal erwählt hat, nicht aufgegeben. Oder habt ihr vergessen, was in der Heiligen Schrift berichtet wird? Elia beklagte sich bei Gott über Israel: 3»Herr, alle deine Propheten haben sie ermordet, und deine Altäre haben sie niedergerissen. Nur ich bin übrig geblieben, ich allein. Und nun trachten sie auch mir nach dem Leben!« 4Und was antwortete Gott damals? »Ich habe mir noch siebentausend Menschen übrig behalten, die nicht vor dem Götzen Baal auf die Knie gefallen sind.« 5So war es damals, und so ist es auch noch heute. In seiner Gnade hat Gott einen Teil des Volkes Israel auserwählt und gerettet. 6Wenn das aber ein unverdientes Geschenk war, dann hatte es nichts mit eigenen Leistungen zu tun. Sonst wäre ja sein Geschenk nicht mehr unverdient. 7Was heißt das also? Israel hat nicht erreicht, worum es sich mit aller Kraft bemühte. Das wurde nur einem kleinen, von Gott auserwählten Teil des Volkes geschenkt. Alle übrigen aber sind verhärtet und taub für Gottes Botschaft. 8Von ihnen sagt die Heilige Schrift: »Gott hat einen Geist über sie kommen lassen, der sie in tiefen Schlaf versetzt hat. Mit ihren Augen sehen sie nichts, mit ihren Ohren hören sie nichts – und das bis auf den heutigen Tag.« 9Auch König David sagt: »Ihre Opferfeste sollen ihnen zu einer Falle werden, in der sie sich selbst fangen und der Strafe Gottes ausliefern. 10Mach sie blind, damit sie nichts mehr sehen, und beuge für immer ihren Rücken unter der schweren Last.«

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Wenn ich diese zehn Verse zu Ende gelesen habe, bleiben bei mir erstmal Empörung und Unverständnis. Wie kann Gott das nur tun: „Gott hat einen Geist über sie kommen lassen, der sie in tiefen Schlaf versetzt hat. Mit ihren Augen sehen sie nichts, mit ihren Ohren hören sie nichts – und das bis auf den heutigen Tag.“ (Vers 8b) Gott will doch sein ganzes Volk retten, Gott wirbt doch um das Herz eines jeden Menschen. Gott ist doch die Liebe. Und dann verhärtet er das Herz von Menschen, sodass sie ihn nicht mehr erkennen können und deshalb ja auch nicht gerettet werden?! Ganz schön harter Tobak ... Du und ich sind vielleicht keine Israeliten und doch betrifft uns diese Bibelstelle. Denn sie nennt uns grundlegende Dinge über den Charakter Gottes, die uns unbedingt interessieren sollten, weil sie auch unser eigenes Glaubensleben betreffen.

Wie gesagt, zu hundert Prozent verstehen kann ich diese Bibelstelle auch nicht. Oder verstehst du Gottes Handeln in diesem Abschnitt? (Dann schreibe mir deine Antworten gerne als E-Mail!) Eine Hilfe zum Verständnis für mich ist jedoch, in diesem Zusammenhang die Verse 5b und 6 genauer zu betrachten: „In seiner Gnade hat Gott einen Teil des Volkes Israel auserwählt und gerettet. Wenn das aber ein unverdientes Geschenk war, dann hatte es nichts mit eigenen Leistungen zu tun. Sonst wäre ja sein Geschenk nicht mehr unverdient.“ Gott hat seine Gnade nicht verloren. Er erweist sie immer noch! Wenn auch nur an einem Teil seines Volkes. Denn dieser Teil des Volkes Israel erkennt Gott als den, der er ist, und wird dadurch gerettet. Und das nur durch Gottes Gnade! Denn auch dieser Teil des Volkes hat seine Gnade nicht verdient, weil er vorher vor Gott davongelaufen ist. Obwohl Gott sein ganzes Herz nach ihnen ausgestreckt hat und immer und immer wieder um sie gekämpft hat, hat das Volk Israel ihn abgelehnt. Das ganze Alte Testament ist voll mit Geschichten über diesen Herzenskampf Gottes um sein Volk Israel. Aufgegeben hat er sein Volk also trotzdem nicht und egal ist ihm die Situation deswegen ebenso nicht! (vgl. Vers 2)